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Das Kükenschreddern bleibt nach einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts erlaubt.

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Kükenschreddern bleibt nach Urteil erlaubt - Grüne mit dramatischem Appell

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Das Bundesverwaltungsgericht hat das mit Spannung erwartete Urteil zum Kükenschreddern, dem massenhaften Töten von männlichen Küken, gesprochen.

Update vom 14. Juni 2019, 06.50 Uhr: Nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zum massenhaften Kükentöten haben die Grünen von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) eine Gesetzesverschärfung gefordert. Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt sagte den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND, Freitagsausgaben), das Gerichtsurteil müsse Anlass sein, "dass die Bundesregierung sich endlich aus der Umklammerung der Agrarlobby befreit". "Frau Klöckner ist als Ministerin nun gefragt, umgehend ein Gesetz zum Ende des Massentötens vorzulegen."

Der stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende Frank Sitta mahnte in den RND-Zeitungen ein EU-weites Umsteuern an. "Wir brauchen ein europaweites Verbot, sobald die Technik zur Geschlechtserkennung im Ei wirklich einsatzreif ist", sagt Sitta. Ministerin Klöckner stehe hier in der Pflicht: "Die Landwirtschaftsministerin sollte keinesfalls die Hände in den Schoß legen, sondern die Anstrengungen deutlich erhöhen, damit die Entwicklung dieser Technologie schneller vorankommt."

Update 13.08 Uhr: Das CSU-geführte bayerische Agrarministerium hat ein schnelles Ende der umstrittenen Praxis gefordert. „Auch wenn sich das Gericht nicht zu den Übergangsfristen geäußert hat: Klar ist, dass das Kükentöten schnellstmöglich beendet werden muss“, sagte ein Ministeriumssprecher in München. Dazu müssten die Verfahren zur Geschlechtsbestimmung oder die Züchtung von Zwei-Nutzungs-Hühnern jetzt rasch zur Praxisreife geführt und flächendeckend etabliert werden. Zwei-Nutzungs-Hühner können sowohl zum Eierlegen als auch zum Schlachten gehalten werden.

Bis zur Einführung alternativer Verfahren zur Geschlechtsbestimmung wurde das Töten der männlichen Küken von Leipziger Richtern als weiter zulässig eingestuft.

Aus Sicht des Ministeriums ist dieser Punkt längst erreicht: „Die Geflügelwirtschaft hat sich bereits vor Jahren gemeinsam mit der Wissenschaft und unterstützt von der öffentlichen Hand auf den Weg gemacht, um Alternativen zum Kükentöten zu entwickeln“, sagte der Sprecher. Mit den Verfahren zur Geschlechtsbestimmung im Ei und der Zucht von Zwei-Nutzungs-Hühnern beispielsweise stünden Möglichkeiten zur Verfügung, das Töten zu beenden. „Diese Möglichkeiten müssen jetzt auch schnellstmöglich flächendeckend genutzt werden.“

Kükenschreddern: Spektakuläres Gerichtsurteil da

Meldung vom 13. Juni 2019, 10.30 Uhr: Leipzig - Das Bundesverwaltungsgericht hat das massenhafte Töten männlicher Küken in der Legehennenzucht vorerst noch als rechtmäßig bestätigt. Bis zur Einführung von alternativen Verfahren zur Geschlechtsbestimmung im Hühnerei dürften Brutbetriebe männliche Küken weiter töten, urteilte das Gericht in Leipzig am Donnerstag. (BVerwG 3 C 28.16 und 3 C 29.16)

Die wirtschaftlichen Interessen der Brütereien seien zwar allein kein vernünftiger Grund im Sinne des Tierschutzgesetzes. Bis Alternativen zur Verfügung stünden, sei die Fortsetzung der Praxis aber noch rechtmäßig.

Küken-Schreddern bleibt nach Gerichts-Urteil weiter erlaubt - vorerst 

Die Richter hatten abzuwägen, ob Brutbetrieben die Aufzucht der Tiere wirtschaftlich zuzumuten oder ob das Töten der Küken ethisch vertretbar ist. Männliche Küken sind für die Fleisch- und Eierproduktion ungeeignet. In der EU wird es deshalb geduldet, dass männliche Küken in der Legehennenzucht innerhalb von 72 Stunden nach ihrem Schlüpfen geschreddert oder vergast werden.

In Deutschland werden jedes Jahr rund 45 Millionen männliche Küken aus Legehennenrassen getötet - meist vergast oder geschreddert - und als Futter an Zoos abgegeben*, weil ihre Aufzucht unwirtschaftlich ist. (Az. BVerwG 3 C 28.16)

Urteil: Küken-Schreddern soll bald ein Ende haben

Aber: Wirtschaftliche Interessen seien für sich genommen kein "vernünftiger Grund" für das Töten der männlichen Küken, so das Bundesverwaltungsgericht. "Die Belange des Tierschutzes wiegen schwerer als das wirtschaftliche Interesse der Brutbetriebe, aus Zuchtlinien mit hoher Legeleistung nur weibliche Küken zu erhalten", erklärte das Gericht. Anders als Schlachttiere würden die männlichen Küken zum frühestmöglichen Zeitpunkt getötet. Ihre "Nutzlosigkeit" stehe von vornherein fest.

Das Bundesverwaltungsgericht sah aber keine Möglichkeit, das Kükentöten sofort zu untersagen. Die bisherige Praxis sei "ausgehend von einer damaligen Vorstellungen entsprechenden geringeren Gewichtung des Tierschutzes" jahrzehntelang hingenommen worden. Vor diesem Hintergrund könne von den Brutbetrieben eine sofortige Umstellung ihrer Betriebsweise nicht verlangt werden.

Verbraucherzentrale Bremen begrüßt Küken-Urteil - Twitter-User nicht

Die Richter setzen für die Zukunft vor allem auf bereits bestehende Verfahren zur Geschlechtsbestimmung im Ei. Dadurch sollen männliche Küken gar nicht erst ausgebrütet werden.

Die Verbraucherzentrale Bremen begrüßt das heutige Urteil des Bundesverwaltungsgerichts: „Somit wird das sinnlose Töten der männlichen Küken ein Ende finden. Wichtig ist, dass die Methoden zur Bestimmung des Geschlechtes des Kükens im Ei nun zeitnah marktreif werden und somit schnellstmöglich in die Umsetzung kommen.“

Auf Twitter sind die Meinungen dagegen eindeutig: „Ich frage mich gerade, ob irgendwo jemand sitzt, der denkt: "Ja, Gott sei Dank können wir weiter Küken schreddern, das wäre eine Katastrophe gewesen, wenn das nicht mehr erlaubt wäre."

Auch Opern-Diva Anna Netrebko machte nun mit einem schockierenden Video aus einer Hühnerzucht auf das Thema der Masentierhaltung aufmerksam. 

Klöckner gegen Küken-Schreddern

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) hatte sich vor dem mit Spannung erwarteten Urteil des Bundesverwaltungsgerichts gegen das massenhafte Töten von männlichen Küken ausgesprochen. "Das Kükentöten ist ethisch nicht vertretbar und muss so schnell wie möglich beendet werden", sagte Klöckner der Düsseldorfer "Rheinischen Post" vom Donnerstag. "Tiere nach Geburt sofort wieder zu töten, weil sie ein bestimmtes Geschlecht haben, das darf nicht sein."

Ihr Ministerium fördere mit mehr als acht Millionen Euro verschiedene Verfahren und Initiativen, die das Kükentöten zukünftig überflüssig machen sollen, sagte Klöckner. Der stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Oliver Krischer, sagte der "Rheinischen Post", dass es schon eine serienreife Technik zur Geschlechtsbestimmung im Ei gebe, die das Schlüpfen und damit auch das Töten männlicher Küken verhindern könne. Die Kosten lägen bei weniger als zwei Cent pro Ei.

Video: Dank Technik zur Geschlechtsbestimmung

Küken-Töten: Brütereien klagten erfolgreich

Auslöser für das Verfahren ist ein Erlass aus dem Jahr 2013 des damals von den Grünen geführten Landwirtschaftsministeriums in Nordrhein-Westfalen, mit dem das Kükentöten untersagt werden sollte. Dagegen klagten Brütereien erfolgreich. Das Oberverwaltungsgericht für Nordrhein-Westfalen entschied, dass das Töten der Küken mit dem Tierschutzgesetz vereinbar sei. Das Bundesverwaltungsgericht muss nun abschließend entscheiden.

Getötete Küken: Undercover-Tierschützerin bringt bekannten Bio-Zuchtbetrieb zu Fall

*Merkur.de gehört zum bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk

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Kommentare

Angelika Ortwein
(0)(0)

Früherkennung im Ei, was für ein Wahnsinn... anstatt das Einfachste der Welt zu tun - Was das ist?? HÖRT ENDLICH AUF TIERLICHE PRODUKTE ZU VERWENDEN...
Dann muß kein Tier leiden und sterben... Was bitte ist daran so schwer???

"Wer Tiere quält ist unbeseelt, und Gottes guter Geist ihm fehlt. Mag noch so vornehm drein er schauen, man sollte niemals ihm vertrauen." (von Goethe)
"Wo immer ein Tier in den Dienst des Menschen gezwungen
wird, gehen die Leiden die es erduldet uns alle an"
(Albert
Schweizer)
JEDER, der tierliche Produkte wählt, gibt jedesmal diese Gräueltaten in Auftrag - nur weil du selbst nicht das Messer führst macht dich das nicht unschuldig - ohne deinen Auftrag, wären Schlachthäuser unnötig... Schreddern, vergewaltigen, Kidnapping, vergasen, Elektroschock... und was sie noch alles für Vorgehensweisen haben... wären unnötig...

JEDER der tierliche Produkte verwendet hat das Blut unschuldiger empfindungsfähiger Wesen an den Händen... Und nicht nur das von Tieren, nein, auch das von tausenden von Kindern in der 3. Welt, die für deinen kurzen Gaumenkitzel sterben - sie verhungern. Und last but not least unser Planet geht dabei auch drauf... Glaubst du nicht? Dann informier dich mal, die Informationen sind da!

Und wenn du nicht Teil dieser systematischen Tötungsmaschinerie sein willst, dann müßt DU handeln, nicht irgendwelche Gerichte... Du hast die Macht, jeden Tag entscheidest DU dich für Mord oder Leben...

Ich entscheide mich für das Leben... und Du?

"Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen,wie sie ihre Tiere behandeln." (Mahadma Gandhi)

Hmmm... Größe und moralischer Fortschritt... sieht nicht gut aus für Deutschland...

SkepϮickerAntwort
(2)(0)

2013 war die 2. Amtszeit von Hannelore Kraft,
rot-grün in NRW, nur der Vollständigkeit halber.

Wahrscheinlich muss man warten bis der letzte Apparat zur Geschlechtsbestimmung kurz vor dem Schreddern abgeschrieben ist.
Die Massentierhaltungsindustrie macht halt fantastische Lobbyarbeit an Mensch und Tier vorbei (siehe auch Antibiotikamast)

ℋ𝒶𝓈𝔦
(0)(0)

Hallöchen. Kükenschreddern bleibt nach Urteil erlaubt - Grüne mit dramatischem Appell ... Ich darf die einseitig anmutende Berichterstattung um einen nicht uninteressanten Part ergänzen.

Kükenschreddern bleibt nach Urteil erlaubt - AfD mit dramatischem Appell
Es ist eine furchtbar grausame Praxis, die täglich über 100.000 Küken widerfährt: Sie werden lebendig geschreddert.

Das massenhafte Töten männlicher Eintagsküken kurz nach dem Schlüpfen hat allein wirtschaftliche Gründe. Sie können weder Eier legen, noch sind sie als Masttiere effizient. Die Tiere werden mit Schaufeln in Behältnisse geschippt. An einem Fließband angekommen, werden sie ausgekippt, grob auf ihr Geschlecht hin untersucht und wandern dann im Fall der männlichen Küken direkt in einen Schredder, den so genannten Kükenmuser. Dort werden sie zwischen Metallwalzen lebendig zerteilt - wie Altpapier.

Dieses barbarische Abschlachten wird gern verdrängt, doch es findet jährlich 45 Millionen Mal statt. NRW hatte 2013 das Eintagskükenschreddern verboten, doch zwei Brütereien klagten und erhielten vor dem Oberverwaltungsgerichts in Münster Recht. Dort befand man die Tötung der Küken aus wirtschaftlichen Gründen als "vernünftig" und mit dem Tierschutzgesetz konform. Dieses Urteil stimmte schon fassungslos. Noch schlimmer ist allerdings, dass nun das Bundesverwaltungsgericht nachzieht: Das Kükenschreddern geht weiter.

Ein unfassbarer Beschluss! Statt längst bewährte Technologien zum Einsatz kommen zu lassen, wie etwa die Geschlechtsbestimmung schon ab dem Ei, laufen die Schredder einfach weiter und sorgen für millionenfaches Tierleid. Eine Schande für das sonst so grüne, ökologische Deutschland! Das Kükenschreddern muss verboten werden und zwar umgehend!

Quelle: FaceBook AfD, 13.06.2019