Kultusminister

Bayerns Hochschulen sollen bessere Arbeitgeber werden

München - Die Hochschulen sind schon lange keine attraktiven Arbeitgeber für junge Wissenschaftler mehr. Schlecht bezahlte Zeitverträge sind die Regel. Staatsregierung und Opposition nehmen sich des Themas an.

Die unsicheren Arbeitsverhältnisse für viele Akademiker an Bayerns Hochschulen sollen besser werden. Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) appelliert an Universitäten und Fachhochschulen, die hohe Zahl der Kurzfrist-Arbeitsverträge zu reduzieren. Er habe die Hochschulen „freundlich gebeten“, einen Katalog von „Selbstverpflichtungen für Mindestanforderungen“ zu formulieren, sagte Spaenle. Nach Spaenles Zahlen beschäftigen die Hochschulen mehr als die Hälfte ihres Personals - nämlich 55 Prozent - mit Zeitverträgen. Für eine Einschränkung setzt sich seit langem die SPD ein.

Spaenle will befristete Hochschuljobs keineswegs grundsätzlich verbieten lassen - viele Doktoranden und Habilitanden bestreiten mit Zeitverträgen ihren Lebensunterhalt während der Ausbildung. „Das ist ein wichtiges Instrument, das die Hochschulen benötigen“, sagte Spaenle. „Das sollte aber durch Blüten in der Wirklichkeit nicht unterlaufen werden.“ So müssten „extreme Kurzzeitbefristungen“ mit Vertragsverlängerungen im Monatstakt abgestellt werden, sagte Spaenle.

„Ich würde da nicht von Blüten reden, sondern von ganzen Bäumen und Wäldern“, monierte Michael Piazolo (Freie Wähler), der Vorsitzende des Hochschulausschusses. „Es geht mir nicht um Blumen und Wälder, sondern das sind Menschen“, kritisierte die SPD-Hochschulpolitikerin Isabell Zacharias die floralen Vergleiche. Die SPD fordert 1000 neue Stellen für wissenschaftliche Mitarbeiter an den Hochschulen.

dpa

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