Kultusminister Spaenle:

Reformen an Bayerns Schulen nur im Kleinen

München - Kultusminister Ludwig Spaenle schließt weitreichende Reformen an bayerischen Schulen im kommenden Jahr aus. Änderungen wird es dennoch geben, vor allem in den Lehrplänen. 

Kultusminister Ludwig Spaenle hat große Strukturreformen an den bayerischen Schulen für die kommenden Jahre klar ausgeschlossen. Nach Jahren mit gravierenden Veränderungen etwa am Gymnasium seien jetzt Ruhe und pädagogische Verlässlichkeit gefragt, sagte Spaenle am Donnerstag im Bildungsausschuss im Landtag. Er betonte aber: „Das heißt nicht Stillstand.“ Sein Ziel sei es, das bestehende differenzierte Schulsystem stetig weiterzuentwickeln.

Als Kernpunkte nannte der CSU-Politiker noch bessere Chancen für Kinder mit Migrationshintergrund und die individuelle Lernzeit für jeden Schüler. „Das ist das Herzstück unserer Politik.“ Dazu sollten auch die Lehrpläne so weiterentwickelt werden, dass es mehr Raum für die Vertiefung von Unterrichtsstoff gebe. Die Begabtenförderung solle ausgebaut werden, vor allem an Realschulen und Mittelschulen.

Der Ausschussvorsitzende und SPD-Bildungsexperte Martin Güll kritisierte, in Spaenles Bildungskonzept fehle ein großer Leitgedanke. „Große Schlagworte, wenig konkrete Maßnahmen. Viele Teilaspekte, kein zentraler Kompass“, sagte er. Das erfolgreiche Modell der flexiblen Grundschule werde noch immer nicht flächendeckend umgesetzt - dabei können die ersten beiden Klassenstufen in einem, in zwei oder in drei Jahren absolviert werden. „Kein Wort von Ihnen, wie schnell das in die Fläche kommt.“

Güll betonte zudem, dass der Erhalt von Schulstandorten oder der Ausbau von Inklusions-Schulen nicht ohne zusätzliche Stellen möglich seien. Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hatte aber einen Stellen-Stopp angekündigt. Thomas Gehring (Grüne) sagte: „Da wüssten wir von Herrn Spanle gern, wie das eigentlich gehen soll.“ Auch für den versprochenen Ganztagsschulausbau brauche es neue Stellen.

„Er wurschtelt sich halt durch“, sagte Gehring. Günther Felbinger (Freie Wähler) kritisierte, Spaenle habe keine Wege aufzeigen können, wie es bei wichtigen Bildungsthemen weitergehe.

dpa

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