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Der ehemalige PKK-Chef Abdullah Öcalan ist seit Februar 1999 auf der Gefängnisinsel Imrali im Marmarameer inhaftiert. Foto: Hurriyet/epa/Archiv

PKK-Chef Öcalan ruft zu Frieden mit Ankara auf

Zehntausende Menschen kamen im Konflikt zwischen der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und der Regierung ums Leben. Der inhaftierte PKK-Chef Öcalan möchte den gewaltsamen Kampf beenden.

Diyarbakir (dpa) - Trotz aller Rückschläge im Versöhnungsprozess mit der türkischen Regierung hat der inhaftierte Vorsitzende der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK, Abdullah Öcalan, seine Anhänger zum Frieden aufgerufen.

Es sei an der Zeit, die grausame und zerstörerische Geschichte zu beenden und eine Ära des Friedens, der Brüderlichkeit und der Demokratie zu beginnen, teilte Öcalan am Samstag in einer zum kurdischen Neujahrsfest Newroz in Diyarbakir verlesenen Botschaft mit. Hunderttausende nahmen an den Feierlichkeiten in der Kurdenmetropole teil.

Der gewaltsam ausgetragene Konflikt zwischen PKK und türkischer Regierung dauert seit 30 Jahren an. Dabei kamen bislang rund 40 000 Menschen ums Leben. Die PKK und die islamisch-konservative Regierung AKP bemühen sich um einen Friedensprozess, der allerdings immer wieder ins Stocken gerät.

Öcalan hatte die PKK schon Ende Februar dazu aufgefordert, einen Kongress einzuberufen und zu beschließen, die Waffen unter bestimmten Voraussetzungen niederzulegen. Die Kurden fordern etwa mehr regionale Selbstbestimmung. In seiner Newroz-Botschaft bekräftigte Öcalan seinen Wunsch, den bewaffneten Kampf zu beenden. Mit dem Kongress werde eine "neue Ära" beginnen, erklärte er.

Von 1984 an kämpfte die PKK mit Waffengewalt und Anschlägen für einen kurdischen Staat oder ein Autonomiegebiet im Südosten der Türkei. Inzwischen ist die PKK nach eigenen Angaben von der Maximalforderung eines unabhängigen Staates abgerückt. Im März 2013 rief sie eine Waffenruhe aus, die brüchig ist, aber bislang hält.

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