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La République en Marche: Die Entwicklung der Macron-Partei zu Renaissance

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Von: Max Schäfer

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In nur kurzer Zeit hat sich La République en Marche in Frankreich entwickelt, nun will sie sich Renaissance nennen. Was die Macron-Partei ausmacht.

Paris – Die Gründer von La République en Marche empfanden parteipolitische Spannungen in Frankreich als „unfruchtbar“. Die neue Bewegung „En Marche“ sollte diese Spaltung überwinden und für eine neue Dynamik in der französischen Gesellschaft sorgen. Gleichzeitig war LREM, wie die Partei abgekürzt wird, als Grundlage für Emmanuel Macrons ersten Präsidentschaftswahlkampf gedacht. Die Unternehmung war erfolgreich – gleich mehrmals. Damit das auch so bleibt, will sich die Partei vor der Parlamentswahl in „Renaissance“ umbenennen.

NameLa République en Marche
Gegründet am6. April 2016
GründungsortAmiens
GründerEmmanuel Macron
VorsitzenderStanislaw Guerini
Neuer NameRenaissance
AusrichtungLiberal

La République en Marche: Erfolgreiches erstes Jahr der Partei von Emmanuel Macron

Der Erfolg der neuen Bewegung war am 6. April 2016, dem Gründungstag von La République en Marche, jedoch noch nicht abzusehen. Emmanuel Macron, damals noch 38 Jahre alt und Wirtschaftsminister unter dem sozialistischen Präsidenten François Hollande, wollte damit jedoch den Grundstein für seine Kandidatur auf das Amt des Staatspräsidenten bei der Wahl 2017 legen.

La République en Marche und ihr Kandidat Macron fuhren bei der Präsidentschaftswahl 2017 auch gleich ihren ersten großen Erfolg ein. Im ersten Wahlgang kam Macron auf 23,9 Prozent der Stimmen und belegte damit Platz eins. In der Stichwahl trat er gegen Marine Le Pen vom Rassemblement National an. Dabei erhielt Macron eine deutliche Mehrheit von 66,1 Prozent.

Emmanuel Macron ist Gründer der Partei La République en Marche.
Emmanuel Macron ist Gründer der Partei La République en Marche. (Archivbild) © Thomas Coex/dpa

Die Kandidaten von La République en Marche konnten zudem bei der Wahl zur Nationalversammlung wenige Monate später die Mehrheit der Wahlkreise gewinnen. 308 LREM-Abgeordnete zogen ins Unterhaus des französischen Parlaments ein, so dass Macron auch eine Mehrheit hatte.

Partei von Emmanuel Macron: Die Ziele von La République en Marche

Ziel der Bewegung, die 2022 zur neuen Partei Renaissance umbenannt werden soll, war es, einen „neuen Progressivismus“ zu schaffen. Jeder Einzelne sollte durch Bildung, Innovationen und die Unterbindung von Diskriminierung freier in seinem Handeln sein. Dabei spielt bei La République en Marche auch eine eindeutig proeuropäische Ausrichtung eine Rolle. Macron selbst hat nach Beginn seiner ersten Präsidentschaft mehrere Reformvorschläge für die EU eingebracht.

Programmatisch vertritt die La République en Marche eine liberale Linie. Macrons Partei plant eine Reform der Bürokratie, will die Renten an die Inflation anpassen und eine ökologische Transformation einleiten. Reformpläne des Präsidenten sahen jedoch auch die Kürzung von Sozialleistungen sowie den Abbau von Unternehmensregulierungen vor.

Trotz teils heftiger Kritik an Macrons Kurs wurde er bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich 2022 wiedergewählt. In der Stichwahl siegt er dabei erneut gegen Marine Le Pen, erhielt aber mit 58,6 Prozent deutlich weniger Stimmen als 2017.

La République en Marche will sich in Renaissance umbenennen

Vor der Parlamentswahl in Frankreich im Juni 2022 kündigte La République en Marche eine Neuerung an. Die Partei soll nun Renaissance (Wiedergeburt) heißen. Politische Parteien müssen sich neu erfinden, um weiterhin zu existieren, erklärte der Vorsitzende Stanislaw Guerini den Wandel. Als Renaissance strebt die Partei zudem die stärkere Bindung in der Lokalpolitik an, um sich zur Volkspartei zu entwickeln. Das Ziel von Renaissance ist es, allen Bürgern und Politikern offenzustehen. (Max Schäfer)

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