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Moskau will humanitäre Feuerpausen bei den Luftangriffen der von Saudi-Arabien geführten Koalition gegen die Huthi-Rebellen durchsetzen.

Sicherheitsrat einberufen

Viele Tote bei Luftangriffen im Jemen

Sanaa - Die saudische Kampagne gegen die Huthis im Jemen fordert immer wieder zivile Opfer. Selbst Rotkreuz-Helfer sind ihres Lebens nicht sicher. Auf Antrag Russlands soll nun das höchste UN-Gremium über eine humanitäre Feuerpause beraten.

Bei einem saudischen Luftangriff gegen Ziele in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa sind mindestens zehn Menschen getötet worden. Dutzende weitere erlitten Verletzungen, wie Anwohner im Vorort Hadschar Akasch berichteten.

Rettungskräfte suchten unter den Trümmern nach Überlebenden. Bei den Opfern handelte es sich offensichtlich um Zivilisten. Auf Antrag Russlands wollte sich der UN-Sicherheitsrat am Samstagabend mit dem Blutvergießen im Jemen befassen. 

Die Beratungen des Weltsicherheitsrates sollten hinter verschlossenen Türen stattfinden. Moskau wollte eine humanitäre Feuerpause erreichen, wie ein Sprecher der russischen UN-Mission der russischen Nachrichtenagentur Tass am Freitag sagte.

Der Luftangriff auf den Vorort von Sanaa hatte sich gegen ein nahes Camp der Huthi-Rebellen gerichtet. Eine Luft-Boden-Rakete verfehlte jedoch ihr Ziel und schlug in dem Wohngebiet ein, hieß es.

Eine von Saudi-Arabien geführte sunnitische Allianz bombardiert seit zehn Tagen Stellungen der Huthis im Jemen. Die schiitischen Aufständischen haben weite Teile des Landes im Süden der arabischen Halbinsel unter ihre Kontrolle gebracht. Das Königshaus in Riad betrachtet die Huthis als "Klienten" Teherans. Saudi-Arabien und der Iran wetteifern um die Vorherrschaft in der Region.

Ihr "Stellvertreterkrieg" fordert indes immer mehr zivile Opfer. Nach UN-Angaben starben in dem instabilen Bürgerkriegsland bei Kämpfen allein in den letzten zwei Wochen mehr als 500 Zivilisten. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) berichtete, dass in der südlichen Metropole Aden zwei Helfer des Roten Halbmonds getötet wurden. Sie seien erschossen worden, als sie verwundete Menschen zu einem Krankenwagen getragen hätten.

Lokale Milizen, die den geflohenen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi unterstützen, schlugen indes die Huthi-Rebellen weitgehend aus Aden zurück. Dabei halfen ihnen die Luftangriffe der saudischen Koalition.

In der südöstlichen Hafenstadt Mukalla festigte die örtliche Al-Kaida ihre Macht. Der jemenitische Ableger des Terrornetzes hatte die Stadt am letzten Donnerstag erobert. Bilder, die über den Kurzmitteilungsdienst Twitter verbreitet wurden, zeigten den örtlichen Al-Kaida-Führer Chalid Batarfi im Präsidentenpalast von Mukalla. Die Dschihadisten hatten ihn bei der Eroberung der Stadt aus dem Zentralgefängnis befreit, in dem er inhaftiert gewesen war.

dpa

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