+
Bundestagspräsident Norbert Lammert hat sich unzufrieden mit der derzeitigen Unterstützung Deutschlands für den französischen Militäreinsatz in Mali gezeigt.

Bundeswehr-Beteiligung

Lammert: Deutsches Mali-Engagement reicht nicht aus

Berlin - Bundestagspräsident Norbert Lammert hat sich unzufrieden mit der derzeitigen Unterstützung Deutschlands für den französischen Militäreinsatz in Mali gezeigt.

Er sagte der „Saarbrücker Zeitung“ (Samstag) auf die Frage, ob die Entsendung von zwei Transall-Transportflugzeugen ausreiche: „Sicher nicht. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass irgendjemand das für den deutschen Beitrag hält.“

Er verstehe die Entsendung „eher als ein erstes demonstratives Signal, dass wir uns nicht ähnlich wie im Fall Libyen positionieren“. Im Krieg gegen Libyens Diktator Muammar al-Gaddafi hatte Deutschland eine Beteiligung strikt abgelehnt und sich im UN-Sicherheitsrat enthalten.

Was Deutschland am Ende wirklich in und für Mali leiste, werde Gegenstand der weiteren Entwicklung und von Verhandlungen sein, sagte Lammert. „Dann wird man auch darüber diskutieren müssen, in welcher Form das der Zustimmung des Bundestages bedarf.“ Die Bundeswehr wird sich voraussichtlich an der von der EU geplanten Ausbildung der malischen Armee beteiligen. Darüber soll auf jeden Fall der Bundestag abstimmen.

Krisenherd Mali: Die Hintergründe des Konflikts

Krisenherd Mali: Die Hintergründe des Konflikts

Eine deutliche Mehrheit der Deutschen (59 Prozent) will laut Emnid-Umfrage nicht, dass sich die Bundeswehr in Mali militärisch engagiert. In einer Befragung für das Magazin „Focus“ sprach sich ein Drittel (33 Prozent) dafür aus, die Franzosen mit einer Entsendung von Soldaten in ihrem Kampf gegen Islamisten zu unterstützen. Besonders deutlich ist die Ablehnung eines Einsatzes bei Anhängern von CDU/CSU (61 Prozent) sowie der Linkspartei (83 Prozent).

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Extrem-Szenario: Wird der Rauswurf Seehofers schon durchgespielt?
Bis Ende Juni muss die Kanzlerin eine Lösung aushandeln: Auf Angela Merkel warten extrem schwierige Gespräche mit den europäischen Partnern. Horst Seehofer hat im …
Extrem-Szenario: Wird der Rauswurf Seehofers schon durchgespielt?
Asylstreit mit Merkel: Neue Details zu Seehofers Masterplan bekannt - sie sollen noch mehr Sprengstoff bieten
Die Asyl-Krise zwischen Angela Merkel und Horst Seehofer spitzt sich zu. Der Bruch droht. Alle Entwicklungen rund um den Streit zwischen CDU und CSU im News-Ticker. 
Asylstreit mit Merkel: Neue Details zu Seehofers Masterplan bekannt - sie sollen noch mehr Sprengstoff bieten
Führungsgremien von CDU und CSU beraten über Asylstreit
Keine Seite will nachgeben. Kanzlerin Merkel beharrt auf einer europäischen Lösung der Asylfrage, Innenminister Seehofer fordert den nationalen Alleingang. Heute treffen …
Führungsgremien von CDU und CSU beraten über Asylstreit
Schicksalstag für den Friedensprozess in Kolumbien
Erstmals seit langem steht Kolumbien vor einer echten Richtungsentscheidung: Die Kandidaten aus dem rechten und linken Lager haben grundverschiedene Zukunftsvisionen. …
Schicksalstag für den Friedensprozess in Kolumbien

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.