Gehört der Islam zu Deutschland oder nicht? Die Union findet in dieser Frage keine einheitliche Linie. Foto: Daniel Karmann/Archiv
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Gehört der Islam zu Deutschland oder nicht? Die Union findet in dieser Frage keine einheitliche Linie. Foto: Daniel Karmann/Archiv
Frauen auf einer Kundgebung des radikalen Salafistenpredigers Pierre Vogel: Ein Verbot der Vollverschleierung lehnt Lammert ab. Foto: Boris Roessler/Archiv
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Frauen auf einer Kundgebung des radikalen Salafistenpredigers Pierre Vogel: Ein Verbot der Vollverschleierung lehnt Lammert ab. Foto: Boris Roessler/Archiv
Islamisten verteilen in Berlin kostenlose Koran-Exemplare an Passanten. Foto: Britta Pedersen/Archiv
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Islamisten verteilen in Berlin kostenlose Koran-Exemplare an Passanten. Foto: Britta Pedersen/Archiv
"Muslime, die unsere Grundordnung eines aufgeklärten Landes teilen, die gehören zu Deutschland", meint Julia Klöckner. Foto: Axel Heimken/Archiv
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"Muslime, die unsere Grundordnung eines aufgeklärten Landes teilen, die gehören zu Deutschland", meint Julia Klöckner. Foto: Axel Heimken/Archiv
Wie die christlichen Kirchen verliert auch der Islam Anhänger. Gerade viele Jugendliche in Deutschland leben den Glauben nicht mehr so streng. Foto: Oliver Berg/Archiv
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Wie die christlichen Kirchen verliert auch der Islam Anhänger. Gerade viele Jugendliche in Deutschland leben den Glauben nicht mehr so streng. Foto: Oliver Berg/Archiv
Die deutsche Flagge weht an einem Minarett im schleswig-holsteinischen Rendsburg. Foto: Carsten Rehder/Archiv
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Die deutsche Flagge weht an einem Minarett im schleswig-holsteinischen Rendsburg. Foto: Carsten Rehder/Archiv

Lammert: Imame in Deutschland sollen Deutsch sprechen

Berlin (dpa) - Imame in deutschen Moscheen sollten nach Meinung von Bundestagspräsident Norbert Lammert Deutsch sprechen. "Dass jemand, der in Deutschland tätig ist, auch Deutsch spricht, halte ich für eine schiere Selbstverständlichkeit, sagte der CDU-Politiker der "Welt".

"Das sollte auch für Imame gelten." Er erinnerte daran, dass auch Priester, die aus dem Ausland kommen, in der Regel die deutsche Sprache erlernten, um die ihnen übertragenen Aufgaben wahrnehmen zu können.

Das von Österreich soeben verabschiedete Islam-Gesetz ist aus Lammerts Sicht "ein interessanter Versuch, Klärungen herbeizuführen, für die es auch in Deutschland Bedarf gibt". Ob dies per Gesetz erfolgen müsse, sei eine andere Frage.

Den Satz von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), wonach der Islam zu Deutschland gehört, machte sich Lammert nicht zu eigen. "Der Islam gehört inzwischen zu den Religionen, die in Deutschland erhebliche Verbreitung finden", sagte er. "Und ich würde mir wünschen, man könnte von dieser großen Weltreligion sagen, dass sie ein ähnlich aufgeklärtes Verhältnis zwischen Politik und Glauben, Staat und Religion gefunden hat wie Christentum und Judentum. Diese beiden Religionsgemeinschaften sind für Geschichte und Kultur unseres Landes zweifellos prägend."

Die stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Julia Klöckner sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", zum Islam gehörten auch extremistische Strömungen, die bereit seien, gegen Nicht- und Andersgläubige Gewalt einzusetzen, eine Gleichberechtigung von Mann und Frau ablehnten sowie antisemitisch und homophob seien. "Muslime, die unsere Grundordnung eines aufgeklärten Landes teilen, die gehören zu Deutschland, aber nicht fundamentalistisch-extremistische Ausprägungen des Islam."

Klöckner bekräftigte ihre Forderung nach einem Burka-Verbot: "Vollverschleierung ist kein Ausdruck religiöser, kultureller Vielfalt." Die Burka stehe für ein abwertendes Frauenbild und für die Unterdrückung der Frauen. Es komme nicht darauf an, wie häufig man in Deutschland eine vollverschleierte Frau sehe. "Wenn ein fundamentalistischer Mann es nicht ertragen kann, dass Frauen in der Öffentlichkeit ihr Haar oder ihr Gesicht zeigen, dann ist nicht die Frau, sondern dieser Mann das Problem", sagte Klöckner.

Dagegen lehnte Lammert ein Verbot der Vollverschleierung ab. "Ich sehe da kein dringliches Problem. Diejenigen, die wegen der prinzipiellen Bedeutung gesetzlichen Handlungsbedarf sehen, sollten sich auch mit der praktischen Umsetzung befassen, die vermutlich mehr Probleme schaffen als lösen würde", sagte der Bundestagspräsident.

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