+
Norbert Lammert verwies bei seiner Kritik darauf, dass die Medien nicht nur zeigen sollten, was die Leute sehen wollen, sondern auch, was sie sehen sollten

Ist die GEZ noch gerechtfertigt?

Lammert stellt Rundfunkbeitrag in Frage

Berlin - Bundestagspräsident Norbert Lammert hat angesichts des Qualitätsverfalls im deutschen Fernsehen auch die öffentlich-rechtlichen Sender massiv kritisiert und den Rundfunkbeitrag in Frage gestellt. 

Bundestagspräsident Norbert Lammert hat einen Qualitätsverfall im deutschen Fernsehen kritisiert. Auch bei den öffentlich-rechtlichen Sendern gehe es nur noch um „Quote, Quote und nochmals Quote“, rügte Lammert am Samstag in Berlin. Wenn die Medien immer weniger ihrem eigentlichen Auftrag der seriösen Information nachkämen, stelle sich zunehmend die Frage, inwieweit das System der staatlichen Rundfunkgebühren noch gerechtfertigt sei.

Kleber einer "der auffälligsten Journalisten in Deutschland"

Lammert äußerte seine Kritik bei einer Laudatio auf den Fernsehmoderator Claus Kleber. Für seine Verdienste bekam der ZDF-Anchorman in der Bundesakademie für Sicherheitspolitik den Karl-Carstens-Preis. Lammert würdigte den Journalisten als einen „der auffälligsten, der meinungsbildenden und urteilsprägenden Journalisten in Deutschland“. Mit seiner Art der Aufarbeitung von Themen und Sachverhalten habe Kleber sich über die Jahre eine besondere „Autorität“ erarbeitet.

Es darf nicht nur gezeigt werden, was die Leute sehen wollen

Lammert verwies auf ein Zitat des Moderators des „heute journals“, wonach die Medien nicht nur fragen sollten, was die Leute sehen wollen: Es müsse auch darum gehen, „was sie sehen sollten“. Damit sei das Problem der deutschen Medienwelt gut beschrieben, meinte der Bundestagspräsident: Diese Vorgaben an die Sender und die einstigen Standards des öffentlich-rechtlichen Rundfunks würden regelmäßig verfehlt. Claus Kleber zeige mit seiner Arbeit allerdings, „dass es auch anders geht“.

Lesen Sie dazu auch:

TV-Test der Öffentlich-Rechtlichen: So war's! Der Ticker zum Nachlesen

ARD: Rundfunkbeitrag stoppt Einnahmerückgang

Das ist das Fernsehen der Zukunft

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Türkei-Wahl 2018 im News-Ticker: Erdogan in Umfragen vorne
Die Türkei wählt am Sonntag ihr neues Parlament und den neuen Präsidenten. An Machthaber Recep Tayyip Erdogan wird dabei wohl kein Weg vorbei führen. Alle News bei uns …
Türkei-Wahl 2018 im News-Ticker: Erdogan in Umfragen vorne
Umfrage: Union verliert - AfD mit 16 Prozent auf Rekordhoch
Die AfD ist durch die heftigen Machtkämpfe in der Union im Höhenflug: Während CDU/CSU in Richtung 30-Prozent-Marke absacken, erreicht die rechtspopulistische Partei …
Umfrage: Union verliert - AfD mit 16 Prozent auf Rekordhoch
Erdogan-Alleinherrschaft oder Land im Chaos? Fünf Szenarien für die Türkei nach der Wahl
Präsident Erdogan nennt die Wahlen in der Türkei „historisch“. Tatsächlich werden sie das Land über lange Zeit hinweg prägen - je nach Ausgang auf ganz unterschiedliche …
Erdogan-Alleinherrschaft oder Land im Chaos? Fünf Szenarien für die Türkei nach der Wahl
Trumps Sprecherin wird aus Restaurant hinausgeworfen
Washington (dpa) - Die Sprecherin von US-Präsident Donald Trump, Sarah Sanders, ist wegen ihres Jobs aus einem Restaurant geflogen. Sie sei von der Eigentümerin des Red …
Trumps Sprecherin wird aus Restaurant hinausgeworfen

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.