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Kuss für seine Frau Annette: Thorsten Schäfer-Gümbel freut sich über sein Wahlergebnis.

Landesparteitag der Hessen-SPD

Schäfer-Gümbel mit satter Mehrheit im Amt bestätigt

Mit einer kämpferischen Rede schwört Schäfer-Gümbel die hessische SPD auf die Landtagswahl ein. Der Herausforderer von Ministerpräsident Bouffier kann sich auf breiten Rückhalt seiner Partei stützen.

Frankfurt - Die hessischen Sozialdemokraten haben ihren Landesvorsitzenden Thorsten Schäfer-Gümbel mit großer Mehrheit im Amt bestätigt. Bei einem Parteitag am Samstag in Frankfurt am Main stimmten 93,7 Prozent der Delegierten für den 48-Jährigen. Zuvor war Schäfer-Gümbel bereits zum Spitzenkandidaten seiner Partei für die kommende Landtagswahl gekürt worden. Für diesen Posten war die Zustimmung mit 94,6 Prozent noch etwas größer.

Der Parteichef führt seine Partei bereits zum dritten Mal in einen Landtagswahlkampf, zum zweiten Mal als Herausforderer von Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU). Schäfer-Gümbel schwor die Sozialdemokraten mit einer kämpferischen Rede auf den Wahlkampf ein. „Es gibt für die Wähler im September oder Oktober nächsten Jahres nur eine einzige wirkliche Entscheidung“, sagte der SPD-Bundesvize. „Volker Bouffier oder Thorsten Schäfer-Gümbel - gestern oder morgen.“ Wenn die SPD an sich selber glaube, die Ärmel hochkrempele und anfange zu arbeiten, dann werde sie auch Wahlen gewinnen.

Schäfer-Gümbel: Können die Wahl „wuppen“

„Ich fühle mich so gut vorbereitet, wie noch nie“, rief der 48-Jährige vor mehr als 300 Delegierten. Der „Leberhaken“ nach der letzten Landtagswahl habe zwar lange nachgewirkt. „Aber ich bin so klar. Ich bin so hart entschieden und so fest entschlossen, dass diese Wahl unsere ist, dass wir es wuppen können“, betonte der Parteichef unter minutenlangem Applaus.

Die SPD werde mit drei Kernthemen in den Landtagswahlkampf ziehen, kündigte er an: Wohnen, Mobilität und Bildung. Gerade der Mangel an bezahlbaren Wohnungen werde die soziale Frage der kommenden Jahrzehnte sein. Er warf der schwarz-grünen Landesregierung vor, zu wenig für Sozialwohnungen zu tun und Investitionen in die Infrastruktur zu vernachlässigen. Die SPD werde zudem zeigen, dass eine andere Schule möglich ist, versicherte Schäfer-Gümbel.

Eine Entscheidung über die mögliche Neuauflage der großen Koalition im Bund wird nach den Worten des Bundesvize nicht vor dem SPD-Bundesparteitag fallen. Seine Partei habe „nicht mehr und nicht weniger entschieden“, als die Gesprächseinladung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier anzunehmen. „Ein solches Gespräch wird keinen Automatismus auslösen“, sagte der hessische SPD-Vorsitzende. Der SPD-Bundesparteitag vom 7. bis 9. Dezember in Berlin werde entscheiden, wie die Sozialdemokraten damit umgingen.

Lesen Sie auch: Ablehnungsfront in der SPD gegen Neuauflage großer Koalition bröckelt.

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