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Jakob Kreidl (CSU), Präsident des bayerischen Landkreistags, hat in seiner Dissertation fehlerhaft zitiert.

Wegen Plagiaten

Landkreistagspräsident Kreidl verliert Doktortitel

München - Die Münchner Bundeswehr-Universität hat dem Landkreistagspräsidenten Jakob Kreidl (CSU) seinen Doktortitel aberkannt, weil die Arbeit Plagiate enthält.

Wegen Plagiaten in seiner Doktorarbeit ist Landkreistagspräsident Jakob Kreidl (CSU) seinen Doktorhut offiziell los: Die Münchner Bundeswehr-Universität erkannte dem Landrat von Miesbach den Titel ab. „Die Arbeit von Herrn Kreidl stellt keine eigenständige wissenschaftliche Leistung dar und war damit nicht dissertationswürdig“, teilte die Uni am Donnerstag zur Begründung mit. Der Fakultätsrat der Fakultät für Staats- und Sozialwissenschaften habe dies am Vortag einstimmig entschieden.

Kreidl akzeptierte die Entscheidung und kündigte an, keine Rechtsmittel dagegen einzulegen. „Ich bedauere sehr, dass meine Arbeit wissenschaftlichen Ansprüchen nicht genügt und wiederhole meine Entschuldigung hierfür“, sagte er laut Mitteilung. Der Bayerische Landkreistag äußerte sich auf Anfrage nicht zu der Entscheidung der Universität.

Kreidl verzichtet freiwillig auf Doktortitel

Kreidl hatte bereits im April erklärt, freiwillig auf den Doktortitel zu verzichten - weil er sich nochmals eingehend mit seiner Arbeit befasst und eine „Vielzahl an Fehlern“ entdeckt habe. Er habe „zum Teil unkorrekt bzw. nicht vollständig zitiert“. Seither habe Kreidl den Titel nicht mehr geführt, betonte das Landratsamt.

Die Hochschule betonte, die Entscheidung sei „nach ausführlicher und abwägender Diskussion der vorliegenden Gutachten sowie aller einschlägigen rechtlichen Gesichtspunkte und unter Berücksichtigung aller relevanten Aspekte des vorliegenden Falls“ gefallen. „Herr Kreidl wird aufgefordert, seine Promotionsurkunde abzugeben.“ Der Landrat hatte den Doktorgrad am 31. Mai 2005 verliehen bekommen.

Dem CSU-Politiker war Ende März anonym im Internet vorgeworfen worden, seine Dissertation in weiten Teilen abgeschrieben zu haben. Wenig später räumte er in einer Stellungnahme ein, dass er den Zeitaufwand falsch eingeschätzt habe. Aufgrund seiner politischen und ehrenamtlichen Tätigkeiten sei er nicht mit der nötigen Gründlichkeit vorgegangen. „Heute muss ich eingestehen, dass ich damals bei der Anfertigung der Doktorarbeit offenbar den Überblick verloren habe.“ Er wolle sich für sein Fehlverhalten ausdrücklich entschuldigen.

Kreidl stellt sich bei der Kommunalwahl im kommenden März der Wiederwahl als Landrat. Das Präsidium des Landkreistages wird Anfang Juni 2014 neu gewählt. Kreidl wollte sich auf Nachfrage nicht dazu äußern, ob er sich erneut um den Spitzenposten des Kommunalverbandes bewerben will. Er wolle sich zunächst voll auf die Landratswahl konzentrieren, sagte eine Sprecherin des Miesbacher Landratsamts.

Vor seiner Wahl zum Landrat 2008 war Kreidl Mitglied des Bayerischen Landtags - seit 1994. Er war auch einer der Abgeordneten, von denen in diesem Jahr bekannt wurde, dass sie jahrelang enge Familienangehörige auf Landtagskosten beschäftigten. Das war zwar rechtlich zulässig, allerdings nutzen viele Abgeordnete eine Lücke in den damals geltenden gesetzlichen Regelungen aus.

dpa

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