Tritt an: Sigi Hagl will auf Schopper folgen. fkn

Nachfolge für Theresa Schopper

Sigi Hagl will Grünen-Vorsitzende werden

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München – Einen Tag nachdem Theresa Schopper (52) ihren Rückzug vom Amt der Grünen-Vorsitzenden angekündigt hat, gibt es eine Nachfolgekandidatin:

Sigi Hagl bestätigte ihre Bewerbung, über die zuvor in der Partei bereits spekuliert worden war (wir berichteten). Die 46-Jährige ist seit 2010 als Beisitzerin Teil des vierköpfigen Parteivorstandes. Ob es weitere Kanditinnen gibt, ist zwar noch offen. Hagl werden jedoch beim Parteitag im November in Augsburg so oder so gute Chancen eingeräumt: Denn bei der letzten Wahl im vergangenen Jahr hatte sie 95 Prozent Zustimmung bekommen – bei den Grünen nicht alltäglich.

Hagl sieht sich als überzeugte Kommunalpolitikerin, im Landshuter Stadtrat führt sie die Fraktion. Im restlichen Freistaat ist die zweifache Mutter dagegen nur Insidern ein Begriff. „Ich werde auch weiterhin einen Schwerpunkt meiner Arbeit der Kommunalpolitik widmen“, sagt die Kandidatin. „Das ist die Wiege grüner Politik – und das kann man auch von der Landesebene aus gut angehen.“

Tatsächlich wird sich die Parteiarbeit in den kommenden Monaten ganz wesentlich um die Präsenz in Rathäusern und Landratsämtern drehen. Bei den Kommunalwahlen im Frühjahr wollen die Grünen ihre Präsenz vor Ort ausbauen. „In Landshut sind wir zweitstärkste Fraktion und stellen den zweiten Bürgermeister“, sagt Hagl nicht ohne Stolz. Für die nächste Wahl hat sie unlängst ein selbstbewusstes Ziel von 25 Prozent ausgegeben, die CSU will sie als stärkste Kraft ablösen. Sigi Hagl gibt allerdings auch zu, dass es „auf dem flachen Land noch zu viele weiße Flecken“ auf der grünen Landkarte gebe. „Das wollen wir ändern.“

Zunächst einmal müssen die Grünen aber das Wahlergebnis bei den Bund- und Landtagswahlen aufarbeiten. Seit gestern tagen Landtagsfraktion und Vorstand in Fürstenfeldbruck. Den Beginn machte eine Analyse des Wahlkampfes, für die sich die Partei auch Oliver Sartorius, Meinungsforscher bei TNS Infratest, eingeladen hatte. Der erklärte, für 46 Prozent der Bayern seien die Grünen im Wahlkampf linker aufgetreten, als man sie eigentlich vermutet hätte. Seit Tagen bestärkt sich die Partei – wenn auch mit diversen Seitenhieben gegen Parteifreunde – darin, künftig wieder stärker auf ursprüngliche Grünen-Themen zu setzen: Ökologie, Energiewende und gesunde Ernährung.

Spannender dürfte es heute im Kloster Fürstenfeld werden, wenn die Fraktion sich personell neu aufstellt. Die sonst so transparenten Grünen geben sich diesmal ziemlich zugeknöpft: Bis gestern hatte sich noch immer niemand für die vakante Stelle des Fraktionschefs beworben. Gehandelt werden Energieexperte Ludwig Hartmann und der Bildungspolitiker Thomas Gehring. Auch Claudia Stamm hat sich noch nicht entschieden, ob sie Margarete Bause herausfordert.

Mike Schier

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