Judith Gerlach FOTO: CSU-FRAKTION

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Landtag: Redner dürfen jetzt ihr Tablet benutzen

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Es klingt ein wenig kurios: Bislang durften Redner im bayerischen Landtag nur Zettel mit ans Pult nehmen. Nun werden auch Tablets erlaubt. Ob’s der Qualität der Beiträge nutzt?

Wer in Bayern keinen Handyempfang hat, steht entweder irgendwo im niedersten Niederbayern, der obersten Oberpfalz – oder im Maximilianeum direkt in der Münchner Innenstadt. Die schlechte Verbindung in den dicken Gemäuern des Landtags ist legendär, aber inzwischen hilft wenigstens das Wlan den Parlamentariern, mit der Außenwelt in Kontakt zu bleiben. Und jetzt rafft sich das hohe Haus sogar zu einer kleinen digitalen Revolution auf.

Der Ältestenrat hat beschlossen, dass Redner im Plenarsaal künftig auch ihr Tablet mit ans Rednerpult nehmen dürfen. Bislang war das untersagt. Stattdessen mussten all die schlauen Reden über Breitbandausbau, 5G an jeder Milchkanne oder Künstliche Intelligenz vom Blatt abgelesen werden. Gleich daneben saß dann der Ministerpräsident auf seiner Regierungsbank und tippte mehr oder weniger gelangweilt auf seinem Handy herum. Auf den normalen Plätzen war die Nutzung „digitaler Hilfsmittel“, wie es im Verwaltungsdeutsch heißt, erlaubt.

Es brauchte die erste Digitalministerin in der bayerischen Geschichte, ehe Bewegung in die Sache kam: Judith Gerlach (33) hatte sich an die Parlamentsspitze gewandt – und „offene Türen eingerannt“, wie Ilse Aigner (54) beteuert. „Ich selber nutze mein Tablet intensiv für die Arbeit“, sagt die Landtagspräsidentin. „Für die Arbeit im Parlament sind Tablets längst unverzichtbar.“ Gerlach appelliert an die Kollegen, möglichst viel von der neuen Möglichkeit Gebrauch zu machen. „Überall dort, wo wir noch digitaler werden können, sollten wir es als Politiker auch aktiv angehen und uns nicht vor Veränderung scheuen.“ Auf Laptop und Lederhose folge Display und Debatte.

Ob sich die Qualität der Beiträge dadurch bessert? Sicher ist: Zumindest Martin Hagen (FDP) und Hubert Aiwanger (FW), die beiden unterhaltsamsten Redner des Hauses, brauchen weder Zettelwirtschaft noch Tablet. Sie sprechen lieber frei. 

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