Ministerpräsident von Baden-Württemberg: Winfried Kretschmann von den Grünen.
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Ministerpräsident von Baden-Württemberg: Winfried Kretschmann von den Grünen.

Baden-Württemberg wählt

TV-Duell zur Landtagswahl: Ministerpräsident Kretschmann ringt live um seine Stimme - die Hilfe folgt sofort

  • Patrick Mayer
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TV-Duell vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg: Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat in der Live-Sendung des SWR Probleme mit seiner Stimme - und lässt die CDU-Herausforderin auflaufen.

Update vom 11. März, 21.50 Uhr: Im TV-Duell zur Landtagswahl in Baden-Württemberg hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Die Grünen) Herausforderin Susanne Eisenmann von der CDU auflaufen lassen.

SPD-Chef Andreas Stoch hatte der Kultusministerin in der Spitzenkandidaten-Runde im SWR die Note 6 für die Schulpolitik in der Corona-Krise gegeben. Der Vorwurf: Sie habe es verpasst, die Digitalisierung der Schulen voranzutreiben.

Kretschmann verteidigte Eisenmann, mit der er aktuell in einer grün-schwarzen Koalition regiert, nur sehr halbherzig. Er sei ja auch Lehrer gewesen und könne sich nicht daran erinnern, „dass ich mal eine 6 verteilt hätte. Ein bisschen was kann jeder“, meinte der Schwabe schmunzelnd. Eisenmann lächelte eher gequält.

Markant: Bis 2016 war Stoch selber Kultusminister gewesen. Eisenmann konterte deshalb: „„Wer mit Noten um sich wirft, muss selber gucken, was er geleistet hat.“

TV-Duell zur Landtagswahl in Baden-Württemberg: Winfried Kretschmann kämpft mit seiner Stimme

Update vom 11. März, 21.30 Uhr: Winfried Kretschmann ist zurück. Eine erstickte Stimme hat der Landesvater immer noch. Aber als es um ein prominentes Thema in Baden-Württemberg geht, die Zukunft der Automobilbranche und deren Zulieferer, gibt er sich kämpferisch und sehr offensiv.

Wegen seines Hustens hat er offenbar schnell Hilfe bekommen: Der Grünen-Politiker nimmt zwischendurch kräftige Schlücke aus einer Tasse Tee. Währenddessen zeigen Susanne Eisenmann (CDU) und Andreas Stoch (SPD) außerordentlich Verständnis für die Sorgen der Automobilindustrie. Wohl wissend, dass viele Menschen in Baden-Württemberg in diesem Wirtschaftszweig ihr Geld verdienen.

TV-Duell zur Landtagswahl in Baden-Württemberg: Winfried Kretschmann muss in Live-Sendung viel husten

Update vom 11. März, 21.15 Uhr: Kurios: Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Die Grünen) hat offensichtlich leichte gesundheitliche Probleme - mitten in der Sendung.

Dem 72-jährigen Schwaben versagt immer wieder die Stimme, er muss oft husten und sich räuspern. Zudem trinkt der Regierungschef aus Stuttgart offenbar einen warmen Tee, während die anderen Spitzenkandidaten ein Wasser vor sich stehen haben.

Kurzzeitig geht mit seiner Stimme gar nichts mehr, als er gerade über umweltfreundliche Energie referiert. „Dann kommen wir schneller voran, und wir müssen schneller vorankommen“, sagt er, ehe die Stimme absackt. Wieder räuspert sich Kretschmann und sagt mit erstickter Stimme: „Entschuldigung.“

TV-Duell zur Landtagswahl in Baden-Württemberg: Die Grünen stehen als regierende Partei im Fokus

Update vom 11. März, 20.30 Uhr: Das TV-Duell „Spitzenrunde“ läuft im SWR. Zur Einordnung: In Baden-Württemberg hat jeder Wahlberechtigte eine Stimme. Diese vergibt er oder sie an einen Kandidaten oder eine Kandidatin aus seinem Wahlkreis.

Der Landtag in Stuttgart hat ursprünglich 120 Sitze. 70 Angeordnete werden direkt gewählt, die weiteren Mandate gehen nach Verhältniswahl an die jeweiligen Parteien, die zudem Überhangmandate bekommen können. So sitzen im aktuellen Landesparlament tatsächlich 143 Abgeordnete.

Die stärkste Fraktion sind Die Grünen mit 47 Sitzen, die auch den Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann stellen - vor der CDU (42 Sitze) und der AfD (23).

TV-Duell zur Landtagswahl in Baden-Württemberg: Spitzenkandidaten stellen sich im SWR den Fragen

Erstmeldung vom 11. März: München/Stuttgart - Kurz vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg treffen sich die Spitzenkandidaten der Parteien am Donnerstagabend in Stuttgart zum TV-Duell.

Insgesamt sechs Kandidatinnen und Kandidaten werden um 20.15 Uhr im SWR anderthalb Stunden über die Landespolitik diskutieren und ihre unterschiedlichen Positionen erläutern. Zentrales Thema wird natürlich die Corona-Pandemie und ihre sozialpolitischen Folgen sein.

TV-Duell vor Landtagswahl in Baden-Württemberg: Wer ist alles dabei?

  • Grüne: Ministerpräsident Winfried Kretschmann
  • CDU: Kultusministerin Susanne Eisenmann
  • AfD: Spitzenkandidat Bernd Gögel
  • SPD: Fraktions- und Parteivorsitzende Andreas Stoch
  • FDP: Fraktionsvorsitzende Hans-Ulrich Rülke
  • Linke: Landessprecherin Sahra Mirow

Bereits Anfang März kam es zum TV-Duell der Spitzenkandidaten der Grünen und der CDU. Susanne Eisenmann warf Ministerpräsident Winfried Kretschmann unter anderem vor, von einem „Impulspapier“ des Landeschefs für den Corona-Gipfel nur aus der Zeitung erfahren zu haben. Der Grüne rechtfertigte sich einige Stunden später: „Es ist ihr per Mail geschickt worden. Darüber kann nun gar kein Zweifel bestehen“, sagte Kretschmann. „Ich würde gern einen Wahlkampf führen, wo es um die Zukunft dieses Landes geht und nicht darum, ob jemand eine Mail bekommen hat.“ 

Wenn dann am Sonntag ein neuer Landtag gewählt wird, geht es für Kretschmann um seine dritte Amtszeit. Er regiert Baden-Württemberg seit 2011 - zunächst mit der SPD und seit 2016 mit der CDU als Juniorpartner. Die CDU um Herausforderin Susanne Eisenmann, derzeit Kultusministerin im grün-schwarzen Kabinett, liegt laut Umfragen um bis zu elf Prozentpunkte hinter den Grünen.

TV-Duell vor Landtagswahl in Baden-Württemberg: Corona-Krise prägt Wahlkampf

Gut 7,7 Millionen Wahlberechtigte sind zur Landtagswahl unter Corona-Bedingungen aufgerufen. Wegen der Pandemiebestimmungen wird mit einem hohen Anteil von Briefwahlstimmen gerechnet. Die Krise überschattete auch den Wahlkampf. Die Parteien warben vor allem über Videoformate und soziale Medien für ihre Ziele.

Auch die Maßnahmen gegen die Pandemie gerieten immer wieder in den Wahlkampf - etwa als Eisenmann forderte, Grundschulen und Kitas „unabhängig von der Inzidenz“ zu öffnen und Kretschmann diesem Vorstoß eine Absage erteilte. Weitere Streitthemen der Parteien sind der Strukturwandel in der Automobilindustrie und die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum vor allem in den Städten.

Zuletzt sorgte auch die Maskenaffäre der Union für Aufregung und erschwerte den Wahlkampf der CDU. Deren Spitzenkandidatin Eisenmann kritisierte ihren Parteifreund Nikolas Löbel und den CSU-Bundestagsabgeordneten Georg Nüßlein dabei scharf. Es sei „indiskutabel“, sich in einer Krise „persönlich zu bereichern“.

TV-Duell vor Landtagswahl in Baden-Württemberg: Keine neue Landtagszusammensetzung erwartet

21 Parteien werben in 70 Wahlkreisen um den Einzug in den Landtag. Nach den aktuellen Umfragen werden die alten Parteien im Parlament auch die neuen sein. 2016 landete die CDU mit 27 Prozent auf Platz zwei hinter den Grünen mit 30,3 Prozent. Die AfD zog mit 15,1 Prozent als stärkste Oppositionsfraktion in den Landtag ein, verlor diesen Status aber nach mehreren Austritten und Ausschlüssen von Fraktionsmitgliedern. Die SPD kam damals auf ein historisch schlechtes Ergebnis von 12,7 Prozent, die FDP erreichte 8,3 Prozent.

Video: Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann setzt auf dritte Amtszeit

Derzeit liegen die Grünen laut jüngsten Umfragen zwischen 32 und 35 Prozent, die CDU bei 24 bis 25 Prozent. Die SPD verliert demnach gegenüber 2016 noch einmal und erreicht zehn Prozent. Vor ihr landet die AfD mit elf bis zwölf Prozent, die Liberalen kommen auf zehn bis elf Prozent. Die Linke würde erneut an der Fünfprozenthürde scheitern. Kleinere Parteien wie die Freien Wähler können laut Umfragen keinen größeren Einfluss auf den Wahlausgang nehmen.

TV-Duell vor Landtagswahl in Baden-Württemberg: Komfortable Ausgangslage für die Grünen

Den jüngsten Umfragen zufolge könnte sich Kretschmann nach der Wahl seinen Koalitionspartner aussuchen. So könnten die Grünen sowohl ein weiteres Mal mit der CDU als Juniorpartner koalieren als auch ein Dreierbündnis mit SPD und FDP bilden. Ein solches Bündnis war 2016 unmöglich, weil die Liberalen eine Koalition mit den Grünen ausgeschlossen hatten. Nun aber wird von allen Seiten lediglich ein Bündnis mit der AfD ausgeschlossen. Nach einer Umfrage liegt sogar Grün-Rot im Bereich des Möglichen.

Für den 72-jährigen Kretschmann soll eine dritte Amtszeit die letzte sein, wie er mehrfach erklärte. Mit ihm waren die Grünen 2011 auch als Folge der Kontroversen um Stuttgart 21 und die Havarie des japanischen Atomkraftwerks Fukushima stärkste Partei in Baden-Württemberg geworden. Er ist bis heute der erste und einzige grüne Ministerpräsident in Deutschland - und das ausgerechnet im einst unangefochtenen Stammland der CDU. (fmü/AFP)

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