CSU-Vorstandssitzung
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Markus Söder auf dem Weg zur CSU-Vorstandssitzung am vergangenen Montag

Letzte Trümpfe der CSU?

Chat mit Wählern: Söder gibt gewagte Prognose ab - und experimentiert mit Emojis

  • Florian Naumann
    vonFlorian Naumann
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„:-)“: Markus Söder stellt in einem Live-Chat mit Wählern vor der Landtagswahl 2018 in Bayern gute Laune zur Schau. Die Antworten des Ministerpräsidenten verraten aber einiges über einen angestrengten Wahlkampf.

Berlin/München - Sechs Tage vor der Landtagswahl hat sich Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) auf ungewohntes Terrain gewagt - und sich in einem Live-Chat den Fragen der Leser der Webseite welt.de gestellt. Klar scheint: Schnell tippen kann Söder. 28 Antworten in gut einer Stunde gelangen dem Landesvater - so er denn selbst tippte. 

Greifbar wurde aber auch: Die Bandbreite der Themen und Argumente der CSU hat sich in der heißen Phase des Wahlkampfs eher nicht vergrößert. Immer wieder kreisten die Antworten Söders um jene paar Themen, die die CSU offenbar als letzte Trümpfe im Ringen um die unentschlossenen Wähler ausgemacht hat. Davon konnte selbst ein ungewöhnliches (Schrift-)Bild nicht ablenken: Ein Emoji-tippender Ministerpräsident.

Söder stichelt gegen die Grünen - SPD wird vor Landtagswahl 2018 in Bayern (fast) ignoriert

Söder jedenfalls wiederholte die Schlagworte, die seit Wochen von ihm zu hören sind: „Stabilität“, Tatkraft in der Asylpolitik; dazu immer wieder Attacken auf die Grünen als Gefahr für Bayerns Stabilität. Auf dieser Klaviatur spielte Söder den größten Teil seiner gut zwei Dutzend Antworten.

Auch interessant: Welche Koalitionen sind in Bayern möglich? Das sagen die Zahlen

In satten zehn Antworten arbeitete sich der Ministerpräsident an den Grünen ab - und warf dem derzeit schärfsten Verfolger in den Umfragen unter anderem eine „Verspargelung“ der Landschaft mittels Windrädern und eine notorische „Verbotspolitik“ vor. In fünf Posts fiel das Wort „Stabilität“.

Immerhin: Die Ökopartei darf sich die beinahe ungeteilte Aufmerksamkeit Söders auch als Anerkennung ihres neuen Stellenwertes in der bayerischen Landespolitik ans Revers heften. Die Konkurrenz von der SPD findet im Chat mit dem Ministerpräsidenten genau zweimal Erwähnung - und auch das nur sehr allgemein gehalten. Häufiger taucht die AfD auf. Der FDP wirft Söder immerhin noch einmal ihren Abgang aus den Jamaika-Sondierungen vor knapp einem Jahr vor.

Vor Landtagswahl in Bayern: Söder stellt gewagte These auf - samt Emoji

Auf ein anderes wiederkehrendes Motiv im Wahlkampf der vergangenen Wochen verzichtete Söder allerdings: Attacken auf CSU-Parteichef Horst Seehofer blieben fast vollständig aus. Einzig einem Kritiker der Asylpolitik der Kanzlerin riet der Ministerpräsident, „Berlin“ einfach auszublenden: „Mit Ihrer Stimme ändern Sie nichts in Berlin, können aber viel für Bayern bewegen.“ Ob die Bayern-Wahl tatsächlich ohne Auswirkungen auf die Bundespolitik bleibt, bleibt gleichwohl abzuwarten.

Alle Neuigkeiten zur Landtagswahl am 14. Oktober finden Sie in unserem News-Ticker

Geht es nach Söders Chat-Äußerungen, dann wird das Ergebnis der Bayern-Wahl wohl auch in Berlin für neue Stabilität sorgen. Bereits zu Beginn der Online-Befragung äußerte der Franke seine vielleicht steilste These des Vormittags. Auf die Frage, wer schlimmer in der Krise sei, der 1.FC Nürnberg oder die CSU erklärte FCN-Fan Söder: „Natürlich der Club :-)“. 

Und ergänzte wenig später: „Nächste Woche gibt‘s wieder einen Sieg - für beide :-)“. Möglich wäre es. Allerdings: Die CSU lag in der jüngsten Umfrage bei 35 Prozent, der „Club“ am Sonntag bei Abpfiff gegen RB Leipzig bei 0:6 Toren. Eine Ausgangslage, bei der ein kleines Emoji zur Relativierung durchaus ganz gut tut.

Lesen Sie auch: Experte attestiert CSU „Hybris“ - und hält eine „Bayern-GroKo“ für denkbar

fn

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