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Dietmar Woidke (SPD) ist Ministerpräsident und führt seine Partei als Spitzenkandidat in die Landtagswahl in Brandenburg 2019.

Die Gesichter der Parteien

Landtagswahl Brandenburg 2019: Diese Spitzenkandidaten treten an

Wer sind die Spitzenkandidaten bei der Landtagswahl 2019 in Brandenburg? Hier erfahren Sie, wer sich dieses Mal zur Wahl stellt.

Im Herbst dieses Jahres bestimmen Wähler in Brandenburg das Landesparlament. Der Wahltag ist der 1. September. Im Vorfeld ist völlig unklar, wie die zukünftige Regierung aussehen könnte. Umso mehr können einzelne Personen für die Parteien den Unterschied machen.

Laut den Umfragen für Brandenburg gibt es sechs Parteien, die mit einiger Sicherheit im Landtag vertreten sein werden. Wir stellen Ihnen die Spitzenkandidaten für die Landtagswahl in Brandenburg 2019 genauer vor.

Landtagswahl in Brandenburg 2019: Mögliche Koalitionen

In Brandenburg regiert zur Zeit noch eine rote-rote Regierung unter der Führung von Dietmar Woidke (SPD). Doch vor der Landtagswahl liefern sich SPD, CDU, AfD und Grüne ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Die rot-rote Koalition aus SPD und Linke kann laut diesen Umfrage-Ergebnissen nicht fortbestehen. Eine Koalition zwischen CDU und AfD schloss der CDU-Vorstand bereits Ende Juni kategorisch aus. Auch alle anderen großen Parteien haben eine Koalition mit der AfD ausgeschlossen. Es scheint, dass nur ein Dreierbündnis möglich ist. In der Theorie bleiben also folgende Optionen übrig.

  • SPD/Linke/Grüne
  • SPD/CDU/Grüne
  • CDU/SPD/Linke
  • CDU/Linke/Grüne

Dass sich CDU und Linke auf eine Koalition einigen können, bleibt trotzdem äußerst unwahrscheinlich. Hierfür wäre ein sehr außergewöhnliches Ergebnis der Brandenburg-Wahl 2019 nötig.

Im Folgenden stellen wir Ihnen die Spitzenkandidaten der Parteien bei der Brandenburg-Wahl vor, die voraussichtlich in den Landtag einziehen werden. Unter einigen von ihnen wird sich entscheiden, wer in Brandenburg Ministerpräsident wird.

Landtagswahl Brandenburg 2019: Spitzenkandidat Dietmar Woidke, SPD

Dietmar Woidke ist Ministerpräsident in Brandenburg und Mitglied der evangelischen Kirche. Er wuchs auf einem Bauernhof auf und ist promovierter Agaringenieur. Woidke ist seit August 2013 Landesvorsitzender der SPD Brandenburg, er folgte auf Matthias Platzeck. Er wohnt in Naundorf bei Forst in der Lausitz und ist sei Januar 2014 Koordinator für die deutsch-polnische zwischengesellschaftliche und grenznahe Zusammenarbeit.

Der amtierende Ministerpräsident Dietmar Woidke ist für die Landtagswahl in Brandenburg 2019 der Kandidat der SPD.

Woidke kämpft für eine Verbesserung des Lebens in ländlichen Regionen. „Natürlich erwarten die Menschen, dass sie Zugang zu den staatlichen Leistungen haben (...) und dass sie nicht das Gefühl haben, abgehängt zu sein", sagte er dem ARD-"Morgenmagazin".

Die Brandenburger SPD übt sich unterdessen im klimafreundlichen Wahlkampf. SPD-Kandidatin Klara Geywitz verteilt Fähnchen und Windmühlen aus Papier anstatt Luftballons und Gummibärchen in Plastikverpackung, auch SPD-Sprecherin Katrin Molkentin sieht Stoffbeutel anstelle von Trillerpfeifen und Fribees im Kommen, schreiben die Potsdamer Neueste Nachrichten, und auch die Plakaten an Laternenmasten sind nun aus Pappe.

Landtagswahl Brandenburg 2019: Spitzenkandidat Ingo Senftleben, CDU

Ingo Senftleben ist Oppositionsführer im Brandenburger Landtag und zudem Landesvorsitzender der CDU. Senftleben ist gelernter Maurer und Hochbautechniker. Er ist evangelisch und wohnt in Biehlen. Er ist Mitglied des rbb-Rundfunkrats und automatisch Spitzenkandidat für die Landtagswahl 2019 in Brandenburg, weil er als einziger Kandidat für einen geplanten Mitgliederentscheid vorgeschlagen wurde.

Ingo Senftleben ist der CDU-Kandidat für den Posten des Ministerpräsidenten.

Schwerpunkte seines Wahlkampfs sind für Senftleben unter anderem eine Politik für Familien sowie die Einstellung von mehr Polizisten und Lehrern.

Zuletzt erntete die Brandenburger CDU eine Menge Spott wegen eines Songs, der eigens für Senftleben komponiert wurde: „Wer haut Verbrechern auf den Po? Ingo!“, heißt es dort zum Beispiel (hier im Video ansehen).

„Super Ingo!“, heißt es auf Senftlebens-Facebookseite dazu, doch in den sozialen Netzwerken und bei einigen Medien sorgte das Lied für Spott. „Stromberg in Brandenburg“ urteilte etwa die Berliner Zeitung.

Der Song wurde laut CDU-Sprecher Martin Burmeister von Landesgeschäftsführer Gordon Hoffmann und einer Werbeagentur komponiert. „Darin werden unsere Themen in lockerer und witziger Weise verpackt, das ist alles nicht so bierernst“, sagt Burmeister.

Das rief auch den Sender Radio Eins auf den Plan, der wiederum einen satirischen Song für den Spitzenkandidaten der SPD, Dietmar Woidke, textete.

Landtagswahl Brandenburg 2019: Spitzenkandidatin Kathrin Dannenberg, Linke

Kathrin Dannenberg ist Landtagsabgeordnete in Brandenburg und ist Lehrerin für Sport, Geschichte und Religionskunde. Sie wohnt in Calau und sitzt seit 2014 für die Linke im Landtag.

Sebastian Walter und Spitzenkandidatin Kathrin Dannenberg von der Linken in Brandenburg.

Dannenberg setzt sich auch als Kandidatin für die Landtagswahl in Brandenburg 2019 für ein gerechtes Bildungssystem ein und ist bildungs-und sportpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Landtag. Sie kritisiert das gegliederte Schulsystem und hat deshalb am Konzept einer sogenannten Gemeinschaftsschule mitgewirkt, in der Kinder von Klasse 1 bis 13 gemeinsam unterrichtet werden.

Außerdem befürwortet Dannenberg ein kostenloses Mittagessen für Schüler, freie Schülerbeförderung, beitragsfreie Kitas, sagt sie in ihrer Bewerbungsrede am 26. Januar 2019.

Landtagswahl Brandenburg 2019: Spitzenkandidat Andreas Kalbitz, AfD

Andreas Kalbitz ist in München geboren und seit 2014 Mitglied des Brandenburger Landtags. Er war als Fallschirmjäger Soldat der Bundeswehr und machte eine Ausbildung zum Medienkaufmann. Kalbitz war zunächst Mitglied der Jungen Union, 2013 trat er in die AfD ein.

Kalbitz wird dem nationalistischen Flügel der AfD zugerechnet. Er leitete laut Zeit Online einen von Nazis, SS-Offizieren und NPD-Funktionären gegründeten Kulturverein. Als dies bekannt wurde, gab er den Vorsitz des Vereins auf.

Kandidat der AfD in Brandenburg: Andreas Kalbitz.

Am 10. Juli rief der Landtagswahl-Kandidat Kalbitz seine Partei dazu auf, keine öffentliche Diskussion um die politische Ausrichtung zu führen. „Ich halte nichts von der Herbeifabulierung einer angeblichen Spaltungsgefahr für die AfD, die faktisch nicht besteht und mehr dem Wunschdenken politischer Gegner entspricht“, sagte der Brandenburger Landespartei- und Landtagsfraktionschef laut Nachrichtenagentur dpa. Zu markigen Worten griff er kurz vor der Wahl bei einer Diskussionsrunde mit Schülern.

Landtagswahl Brandenburg 2019: Spitzenkandidaten Ursula Nonnemacher und Benjamin Raschke, Grüne 

Ursula Nonnemacher kommt aus Wiesbaden und ist Ärztin. Sie ist seit 2009 Abgeordnete im Landtag Brandenburg und fungiert als Fraktionsvorsitzende der Grünen in Brandenburg.

Nonnemacher stellte jüngst die Verhältnismäßigkeit der massenhaften Kennzeichenerfassung auf Brandenburger Autobahnen infrage. „Der Einsatz des Erfassungssystems Kesy mag in Brandenburg grundsätzlich legal sein. Ob der Umfang der Erhebung personenbezogener Daten auch verhältnismäßig ist, bleibt offen“, sagte Nonnemacher laut der Nachrichtenagentur dpa.

Nonnemacher kritisierte zudem, der wirtschaftliche Aufschwung sei vor allem in den Städten, aber nicht im ländlichen Raum gelungen. Es gebe in Brandenburg nach wie vor Probleme im Nahverkehr, bei der Digitalisierung sowie in der frühkindlichen und schulischen Bildung, ergänzt Nonnemacher.

Ursula Nonnemacher ist grüne Spitzenkandidatin für die Landtagswahl Brandenburg 2019.

Benjamin Raschke ist der zweite grüne Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Brandenburg. Der gebürtige Lübbener studierte Politikwissenschaft, Philosophie sowie Rechtswissenschaft und war als Referent für die Verbraucherzentrale tätig. Er beschäftigt sich mit den Themen Umwelt, Tierschutz und Landwirtschaft.

Raschke kritisiert den Anbau von genveränderten Pflanzen. „Die Auswirkungen von gentechnisch veränderten Pflanzen auf die Umwelt und die Gesundheit sind häufig nicht untersucht und deshalb ist der Anbau in Deutschland auch verboten.“

Landtagswahl Brandenburg 2019: Spitzenkandidat Hans-Peter Goetz, FDP

Hans-Peter Goetz ist in Magdeburg geboren und war von 2009 bis 2014 Mitglied des Bundestags. Er war Soldat und ist als Rechtsanwalt in Teltow tätig. Nach dem Abitur bis zum Jahr 1989 war Goetz laut eigener Aussage SED-Mitglied.

Da die FDP bei der Landtagswahl 2014 den Einzug in den Landtag nicht schaffte, schied auch Goetz aus dem Landtag aus, nun ist er Spitzenkandidat in Brandenburg.

Als Kandidat der FDP im Rennen: Hans-Peter Goetz will zurück in den Landtag.

Goetz stellt fest, die AfD habe „keinen Lösungsansatz“ und sei hauptsächlich „gegen etwas“, sagte er dem Magazin Siegessäule. „Man muss sagen, dass es für uns als Gesellschaft kein Problem ist, hunderttausend Menschen mehr oder weniger Unterkunft und Essen zu geben, sie menschenwürdig zu behandeln. Das können wir. Die Frage ist, wie es dann mit der Integration weitergeht und ob sich gesellschaftliche Veränderungen dadurch ergeben – das ist doch die eigentliche Krise.“

Was ist noch wichtig zur Landtagswahl in Brandenburg?

Sie sind sich noch nicht sicher, welchen Kandidaten Sie wählen sollen? Der Wahl-O-Mat Brandenburg kann helfen. Das gilt auch für Wähler, die ihre Entscheidung frühzeitiger treffen, weil sie in Brandenburg per Briefwahl wählen. Alle anderen können sich noch bis zum Wahlsonntag Gedanken machen und dann mit ihrer Wahlbenachrichtigung zur Landtagswahl 2019 in Brandenburg ins Wahllokal gehen.

Zusätzliche Brisanz gewinnt die Wahl in Brandenburg dadurch, dass sie mit weiteren Wahlen in der Region zusammenfällt. In Sachsen und in Thüringen finden im Herbst ebenfalls Landtagswahlen statt. Hier finden Sie die Spitzenkandidaten der Landtagswahl in Sachsen im Überblick.

sam

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Kommentare

Uwe Wünsch
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Gerade ZDF gesehen ? Markus Langes Gäste starten einen weiteren Versuch, geradezu kläglicher Werbung in eigener Sache. Die Volksparteien haben verloren, die Gründe wollen !mSie nicht wissen. Für billige Polemik ist man sich aber nicht zu schade. Wenigstens wurde das billige Spiel mit der Ratspräsidentschaft ein bisschen beleuchtet.