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Das ist am Sonntag ihr Mann: Bundeskanzlerin Angela Merkel muss ihr Schicksal mit dem von Hessens Landesvater Volker Bouffier verknüpfen.

CDU-geführte Landesregierung könnte kippen

Hessen-Wahl gefährlich für Merkel - Diese vier Szenarien in Berlin sind möglich

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Am Sonntag wird in Hessen gewählt. Das Ergebnis dürfte Auswirkungen auf die Bundespolitik haben. Vier Szenarien für die Bundesregierung sind derzeit möglich.

München - Am Sonntag könnte für CDU-Chefin Angela Merkel das Ende ihrer Kanzlerschaft eingeläutet werden. Rund 4,4 Millionen Bürger sind zwischen Main, Rhein und Weser zur Wahl des Landtags aufgerufen. Der amtierende Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) muss um seine schwarz-grüne Mehrheit in Wiesbaden fürchten. Fällt Bouffier, wird es auch für Merkel schwierig.

Derzeit regiert Bouffier in einer Koalition mit dem grünen Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir an der Spitze. SPD, Linke und FDP sitzen in der Opposition. Den letzten Umfragen zufolge muss die CDU in Hessen allerdings mit einem Minus von zehn Prozent der Stimmen rechnen und läge dann bei 28 Prozent. Die bundesweit im Höhenflug befindlichen Grünen dürften fast so viel zulegen wie die CDU verliert und bei 20 Prozent landen. Damit könnte die schwarz-grüne Mehrheit zwar gerettet sein - folglich auch Angela Merkel.

Grüne könnten sich für Linksbündnis entscheiden

Gut möglich aber, dass sich die Grünen für ein anderes Bündnis entscheiden: Mit SPD und der Linken könnte es für ein Linksbündnis reichen. Die Sozis liegen in den Umfragen mit einem Minus von zehn Punkten wie die Grünen bei 20 Prozent. Die Linke kann mit einem Sprung von 5,2 Prozent auf acht Prozent rechnen. Landen die Grünen vor der SPD, könnte Al-Wazir sogar Ministerpräsident werden, was bei einem Bündnis mit den Schwarzen nicht der Fall wäre.

Al-Wazirs Motto lautet darum: „Die Grünen so stark zu machen, dass an uns keiner vorbeikommt! So wie es aussieht, haben wir gute Chancen darauf.“ Linke-Bundeschefin Katja Kipping liebäugelt jedenfalls mit dem Linksbündnis. Dieses Bündnis würde auf jeden Fall die Diskussionen über die GroKo in der CDU beschleunigen, zumal die Partei die Ursachen für die bevorstehenden Verluste in Berlin sieht.

Führt die SPD in Hessen an: Thorsten Schäfer-Gümbel muss gegen den bundesweiten Trend ankämpfen.

Lesen Sie auch: Die wichtigen Infos zur Landtagswahl in Hessen im Überblick

Ampelkoalition könnte Bouffier und Merkel retten

Allerdings könnte sich Bouffier auch in eine Ampelkoalition mit den Grünen und der FDP retten - damit wäre Merkel vorerst aus der Schusslinie. Bitter ist für den Ministerpräsidenten, dass sich für die Arbeit seiner Landesregierung wenige interessieren: Die Hessen-Koalition habe inhaltlich gut, „ohne ständigen Krawall, ohne ständigen Krach, ohne ständige Krisensitzung“ gearbeitet. „Wir stehen sehr gut da, wir könnten dem noch eine ganze Menge hinzufügen“, so Bouffier. „Dass der Streit in der Union uns nichts genutzt hat, da müssen wir nicht drumrum reden.“

Auch die hessische SPD leidet unter Berlin. „Es wird zu viel gelabert und zu wenig gemacht“, schimpft Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel, der auch SPD-Bundesvize ist, über die GroKo. Da will die Basis ohnehin schon längst raus. Neben Grünen und Linken profitiert auch die AfD von der kriselnden GroKo; die Rechtspartei könnte zwölf Prozent holen. Nur will mit ihr in Hessen niemand regieren.

In unserem News-Ticker zur Landtagswahl in Hessen halten wir Sie über alle wichtigen Entwicklungen auf dem Laufenden.

Vier Szenarien für Berlin

Merkel bleibt: Fällt die CDU-Klatsche nicht allzu dramatisch aus und regiert CDU-Ministerpräsident Volker Bouffier weiter, könnte sich Merkel wie gehabt im Amt halten. Ausgerechnet im Hessen-Wahlkampf sagte sie: „Alle Versuche, dass diejenigen, die heute oder in der Vergangenheit tätig waren, ihre Nachfolge bestimmen wollen, sind immer total schiefgegangen. Und das ist auch richtig so.“ Wer genau hinhört weiß, dass Merkel nicht im Geringsten ans Aufhören denkt. Wer es mit ihr aufnehmen will, solle aus der Deckung kommen. Nur traut sich keiner - noch.

Neuwahl: CDU und CSU sowie SPD leiden unter dem Erscheinungsbild der GroKo in Berlin. Vor allem in der SPD wird über die Beteiligung an diesem Bündnis gemurrt. Fällt die Schlappe größer aus als gedacht, könnte es gut sein, dass SPD-Chefin Andrea Nahles die GroKo aufkündigt. Damit wäre wohl auch Angela Merkel als Kanzlerin am Ende. CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer sagte ebenfalls im Hessenwahlkampf: „Sollte diese Regierung jetzt auseinanderbrechen, wird es auf Neuwahlen herauslaufen.“ „AKK“ hat gute Karten, Merkel als Spitzenkandidatin zu beerben. Die Kanzlerin hat sie zur Generalsekretärin gemacht.

Wird er der nächste Bundeskanzler? Wolfgang Schäuble gilt als aussichtsreicher Kandidat für eine kurzfristige Nachfolge von Angela Merkel.

Schäuble übernimmt: Hinter vorgehaltener Hand wird in der Union eine Variante diskutiert, mit der versucht werden soll, den Merkel-Frust bei den Wählern loszuwerden, ohne es auf die Aufkündigung der Koalition ankommen zu lassen. Bundestagsprädent Wolfgang Schäuble solle als Kanzler übernehmen. Die SPD würde ihn schon mitwählen, heißt es. Außerdem hätte die Union dann Zeit, sich für die künftige Spitzenfrau oder den künftigen Spitzenmann zu entscheiden. Dabei wird vergessen, dass Merkel beileibe nicht die einzige in Berlin ist, die die Wähler frustet.

Jamaika-Koalition: Sollte die GroKo platzen, könnte es doch noch zur Auflage des Jamaika-Bündnisses zwischen Union, Grünen und FDP kommen, das FDP-Chef Christian Lindner 2017 so plötzlich absagte. Ohne Merkel kann sich Lindner einen Neuversuch vorstellen. Jüngst sagte er im Spiegel über Armin Laschet, den NRW-Ministerpräsidenten: „Ich habe keinen Zweifel, dass Laschet das Zeug zum Kanzler hat.“ Laschet kann auch gut mit den Grünen, schließlich gehörte er der „Pizza-Connection“ an, bei der sich Grüne und CDU-Politiker in den 90ern trafen. Laschet selbst wiegelt ab: „Ich bemühe mich, meinen Job hier in NRW gut zu machen, und rüttele nicht am Zaun des Kanzleramtes.“

In unserem News-Ticker zur Bundespolitik halten wir Sie über alle wichtigen Entwicklungen auf dem Laufenden.

Johannes Welte

Update vom 29.10.18: Nun steht es fest, Merkel gibt den Parteivorsitz nach der CDU-Niederlage in Hessen ab. Die ersten potentiellen Nachfolger melden sich bereits zu Wort. 

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