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Am 14. Oktober sind Landtagswahlen in Bayern. 

Landtagswahl in Bayern

Die spannendste Wahl aller Zeiten: Jetzt droht der XXL-Landtag

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Am 14. Oktober wählt Bayern - doch was passiert, falls es in Zukunft mehr Abgeordnete im Maximilianeum gibt? Wir erklären die Gründe und mögliche Auswirkungen auf den Steuerzahler. 

München - Das, was schon zur Aufblähung des Bundestags führte, kann nun auch dem Bayerischen Landtag blühen: Wegen der zunehmenden Zersplitterung des Parlaments wird es wohl künftig deutlich mehr Abgeordnete im Maximilianeum geben. Die tz erklärt, warum das so ist - und wie teuer das dem Steuerzahler kommt.

Wieviele Abgeordnete zusätzlich könnten in den Landtag einziehen?

Sollte die CSU alle Direktmandate gewinnen und neben SPD, Grünen, AfD und Freien Wählern auch noch FDP und Linke die Fünf-Prozent-Hürde überschreiten, könnte es statt bisher 180 Sitze bis zu 241 Sitze im neuen Landtag geben, also bis zu 61 mehr als bisher.

Wie kommt es zu dieser Aufblähung durch die Landtagswahl 2018 in Bayern?

Das liegt an den Überhang- und Ausgleichsmandaten: Das bayerische Wahlsystem ist (wie die Bundestagswahl) eine Mischung aus Persönlichkeits- und Verhältniswahl. Mit der Erststimme wählt man den Direktkandidaten, mit der zweiten Stimme einen Kandidaten auf der von der Partei aufgestellten Liste. Es gibt keine landesweite Liste, sondern sieben selbstständige Listen in den sieben bayerischen Regierungsbezirken. 

Nach den aktuellen Umfragen ist damit zu rechnen, dass die CSU fast alle der 91 Direktmandate gewinnen könnte, gleichzeitig aber deutliche Verluste bei der Zweitstimme hinnehmen muss. Damit würde die CSU mehr Direktmandate bekommen, als es ihr prozentual zusteht.

Lesen Sie auchDiese Koalitionen sind nach der Landtagswahl in Bayern möglich.

Landtagswahl in Bayern: Wie löst das Wahlrecht dieses Dilemma?

Mit Überhangmandaten, die die Differenz zwischen den Direkt- und Zweitstimmen ausgleichen. Damit aber dadurch die anderen Parteien nicht benachteiligt werden, bekommen sie zusätzliche Mandate - so genannte Ausgleichsmandate. 

Wie teuer kommt dem Steuerzahler diese Aufblähung des Landtags?

Rechnet man die monatliche Abgeordneten-Diät (8183 Euro), die steuerfreie monatliche Kostenpauschale (3453 Euro) und die maximale Mitarbeiterpauschale (jährlich 128 546,20 Euro) zusammen, die jedem Abgeordneten zustehen, ergibt sich eine Summe von 81,8 Millionen Euro für eine Legislaturperiode (also fünf Jahre) für 61 zusätzliche Abgeordnete. 

Bei 30 zusätzlichen Abgeordneten würde das immerhin auch noch Mehrkosten von gut 50 Millionen Euro bedeuten, errechnete der Münchner Merkur. Weitere Zusatz-Kosten könnten entstehen, falls die bestehenden Räumlichkeiten im Maximilianeum für so viele zusätzliche Abgeordnete nicht ausreichen und Zusatz-Räumlichkeiten angemietet werden müssen.

Lesen Sie auch: Stimmzettel zur Landtagswahl 2018 in Bayern ausfüllen - so geht‘s.

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