Manuela Schwesig (SPD) will als Ministerpräsidentin Mecklenburg-Vorpommerns in Amt bleiben.
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Manuela Schwesig (SPD) will als Ministerpräsidentin Mecklenburg-Vorpommerns in Amt bleiben.

Wahl am 26. September

Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern 2021: Umfragen, Infos zum Termin und zur Ausgangslage

  • Christoph Gschoßmann
    VonChristoph Gschoßmann
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Die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern wird darüber entscheiden, ob die Regierungsparteien SPD und CDU an der Macht bleiben. Wir erklären die Ausgangslage.

Schwerin - Die SPD ist seit 1998 in Mecklenburg-Vorpommern an der Macht - und will diese auch bei der Landtagswahl im September nicht abgeben. Aktuell heißt die Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, ihr Vorgänger Erwin Sellering musste 2017 aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten. Von 1998 bis 2008 regierte Harald Ringstorff das Land.

Alle Infos zur Landtagswahl 2021 in Mecklenburg-Vorpommern finden Sie in unserem News-Ticker.

Schwesig und die SPD sind Mehrheitspartner in einer rot-schwarzen Koalition mit der CDU. Diese Konstellation scheint auch vor der Landtagswahl 2021 am wahrscheinlichsten.

Landtagswahl 2021 in Mecklenburg-Vorpommern: Wann ist der Termin?

Der neue Landtag von Mecklenburg-Vorpommern wird am 26. September 2021 gewählt. Die Wahllokale sind von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Die laufende Wahlperiode endet für die Mitglieder des Landtags nach fünf Jahren.

Am selben Tag finden auch die Bundestagswahl 2021, die Landtagswahl in Berlin sowie die Stichwahl der Kommunalwahl in Niedersachsen statt.

Umfragen vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern 2021

Die Umfragen zur Landtagswahl 2021 in Mecklenburg-Vorpommern lassen nur einen Schluss zu: Es wird ein harter Kampf zwischen den beiden Regierungsparteien SPD und CDU, die wie im Bund aktuell die Macht teilen, sowie der AfD. Bei der letzten Wahl vor fünf Jahren siegte die SPD mit 30,6 Prozent der Wählerstimmen, der spätere Koalitionspartner CDU kam auf 19 Prozent.

Auch die Linke war in MeckPomm zuletzt stark, kam bei der letzten Wahl auf 13,2 Prozent. Grüne und FDP schafften bei der letzten Wahl den Einzug ins Landesparlament nicht.

Institut / AuftraggeberDatumCDUSPDGrüneFDPLinkeAfDSonstige
Infratest dimap/NDR, OZ, SVZ09.09.202114396710177
Infratest dimap/NDR, OZ, SVZ26.08.202115366811177
INSA15.08.202118288714178
INSA / Nordkurier25.07.202120269713196
Infratest dimap15.07.202123277712168
INSA / Bild01.07.202120268613195
Infratest dimap / NDR / OZ / SVZ20.5.2021212314611178
Forsa / Ostsee-Zeitung21.02.2021242610316147
Infratest dimap / NDR / OZ / SVZ25.11.2021272710312156
Infratest dimap / NDR06.06.2020292410413155
Forsa / Ostsee-Zeitung16.01.20202019135141910
Forsa / NDR / Ostsee-Zeitung27.09.2019212212512208
Forsa / Ostsee-Zeitung17.01.2019222210416188
Wahlergebnis 201604.09.201619,030,64,83,013,220,88,6

Weitere Umfragen, Live-Daten und Zahlen finden Sie in unserem Ergebnis-Text mit allen wichtigen Grafiken im Überblick.

Spitzenkandidaten: Wer kann Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern werden?

Der neue Landtag wählt mit einfacher Mehrheit den Ministerpräsidenten oder die Ministerpräsidentin. Anschließend muss der Landtag noch seine Regierung bestätigen, bevor die neue Mannschaft die Regierungsgeschäfte übernehmen darf. Realistische Chancen darauf, eine Koalition im Bundesland zu führen, haben laut dem dauerhaften Trend der Umfragen drei Spitzenkandidaten.

  • Manuela Schwesig (SPD): Die 47-Jährige aus Frankfurt an der Oder übernahm 2017 die Regierungsgeschäfte des gesundheitlich angeschlagenen Ministerpräsidenten Erwin Sellering. Während der Corona-Pandemie sanken ihre Beliebtheitswerte. Schwesig gab im September 2019 eine Brustkrebserkrankung bekannt, im März 2020 verkündete sie ihre Genesung. Wegen der Erkrankung war sie von allen Bundesämtern zurückgetreten. Sie ist die erste Frau im Amt der Ministerpräsidentin des Bundeslandes.
  • Michael Sack (CDU): Der Greifswalder Landrat Michael Sack ist Schwesigs großer Herausforderer - und das, obwohl in einer Umfrage im Mai herauskam, dass ihn die Hälfte der Befragten gar nicht kennt. Seine Partei jedoch steht hinter ihm: Auf einem Sonderparteitag in Güstrow am 7. August 2020 wurde er mit 94,8 % der Stimmen zum Landesvorsitzenden gewählt.
  • Nikolaus Kramer (AfD): Der Oppositionsführer im Landtag heißt Nikolaus Kramer. Würde er mit seiner Partei die Wahl für sich entscheiden und mit einer Koalition zum Landeschef werden, wäre er der erste AfD-Ministerpräsident der deutschen Geschichte - doch die rechtspopulistische Partei findet im Regelfall keinen Koalitionspartner. Kramer stammt aus Greifswald und hatte den Fraktionsvorsitz im Oktober 2017 von Landeschef Leif-Erik Holm übernommen, nachdem dieser in den Bundestag gezogen war.

Wahlsystem: Erststimme und Zweitstimme bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern

Das Wahlsystem in Mecklenburg-Vorpommern ähnelt dem der Bundestagswahl: Es ist eine personalisierte Verhältniswahl. Der Landtag besteht aus 71 Sitzen, die im Verhältnis der Zweitstimmen auf die Parteien aufgeteilt werden. 36 Sitze gehen an mit relativer Mehrheit siegreiche Direktkandidaten aus Erststimmen. Soweit möglich, werden Direktmandate auf den Sitzanspruch der Parteien angerechnet, und weitere Mandate über geschlossene Landeslisten vergeben.

Auch gibt es Überhangmandate: Wenn eine Partei in den Wahlkreisen mehr Mandate gewinnt, als ihr nach dem Zweitstimmenverhältnis zustünden, verbleiben diese in der Partei, und die übrigen Parteien erhalten Ausgleichsmandate, welche aber höchstens zweimal so viele wie die Gesamtzahl der Überhangmandate sein können. Es besteht eine Fünf-Prozent-Hürde, aber keine Grundmandatsklausel.

Diese Parteien treten 2021 zur Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern an

Die Parteien hatten bis zum 13. Juni 2021 Zeit, um ihre Wahlvorschläge für die Wahlkreise einzureichen. Erst die anschließende Prüfung der Wahlvorschläge gibt Auskunft darüber, welche Parteien sich um den Einzug in den Landtag bewerben. Alle Parteien, die aktuell nicht im Landtag vertreten sind, müssen für ihre Kandidaten im jeweiligen Wahlkreis Unterschriften sammeln. Wer nicht genug Unterstützer zu einer Unterschrift bewegen kann, wird nicht zur Landtagswahl zugelassen. Diese Pflicht entfällt für die Parteien im aktuellen Landtag: SPD, CDU, AfD und Linke, aber auch für die im Bundestag vertretenen FDP und Grüne.

Folgende Vereinigungen wurden als Partei anerkannt und dürfen Unterschriften sammeln, um in öffentlicher Sitzung spätestens am 5. August per Entscheidung durch die Wahlausschüsse zugelassen zu werden:

  • Tierschutzpartei
  • FREiER HORIZONT
  • Die PARTEI
  • Freie Wähler
  • Piratenpartei
  • Deutsche Kommunistische Partei
  • Bündnis C - Christen für Deutschland
  • Aktion Partei für Tierschutz – TIERSCHUTZ hier!
  • Basisdemokratische Partei Deutschland
  • DEMOKRATIE IN BEWEGUNG
  • Freiparlamentarische Allianz
  • Liberal-Konservative Reformer
  • Ökologisch-Demokratische Partei
  • Partei der Humanisten
  • Partei für Gesundheitsforschung
  • Team Todenhöfer – Die Gerechtigkeitspartei
  • UNABHÄNGIGE für bürgernahe Demokratie

Stimmzettel für die Landtagswahl 2021: Zwei Kreuze machen

Auf dem Stimmzettel kann jeder Wahlberechtigte zwei Kreuze machen: Die Erststimme entscheidet direkt über Personen, die den Wahlkreis für die nächsten fünf Jahre im Landtag vertreten. Mit der Zweitstimme wird eine Partei gewählt. Die Sitze im Parlament Mecklenburg-Vorpommerns werden entsprechend den für die Listen abgegeben Stimmen auf die Parteien verteilt. Ausschlaggebend für die Sitzverteilung ist also die Zweitstimme der Wähler. Man kann seine Stimmen auch splitten, indem man einen Kandidaten einer Partei wählt, aber mit der Zweitstimme eine andere Partei. Doch Vorsicht: Jede weitere Markierung, die der Wähler vornimmt, kann die Stimme ungültig machen.

Der Stimmzettel enthält für die Bewerber im Wahlkreis einige Informationen: Die Namen, Vornamen, Beruf und die Anschrift, bei Kreiswahlvorschlägen von Parteien außerdem den Namen der Partei und die Kurzbezeichnung. Für die Wahl der Landeslisten enthält er die Namen der Parteien, deren Kurzbezeichnung und die Namen und Vornamen der ersten fünf Bewerber der zugelassenen Landeslisten.

Wahlbenachrichtigung und Briefwahl in Mecklenburg-Vorpommern

Alle Wähler sollten bis spätestens drei Wochen vor der Wahl ihre Wahlbenachrichtigung erhalten. Aus der Wahlbenachrichtigung geht hervor, in welchem Wahllokal der Wähler bei der Landtagswahl 2021 seine Stimme abgeben kann. Auch die wichtigsten Informationen zum Antrag auf Briefwahl in Mecklenburg-Vorpommern gehen aus diesen Unterlagen hervor.

Darüber hinaus ist die Wahlbenachrichtigung auch die Bestätigung, dass ein Bürger ins Wählerverzeichnis eingetragen ist. Wer bis zum 1. September keine Wahlbenachrichtigung für die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern erhalten hat, aber wählen gehen möchte, sollte sich deshalb schnell bei seiner Gemeinde melden.

Wahl-O-Mat für die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern startet im August

Den Wahl-O-Mat für Mecklenburg-Vorpommern gibt es auch 2021 wieder. Im Vorfeld der Landtagswahl können die Wähler im Wahl-O-Mat eine Reihe von Fragen beantworten und so herausfinden, wie sehr sie mit den Standpunkten der einzelnen Parteien übereinstimmen. Der beliebte Wahlhelfer ist seit Ende August online.

Superwahltag zum Abschluss des Superwahljahrs 2021

Neben der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern finden am selben Tag auch noch die Bundestagswahl, die Landtagswahl in Berlin sowie die Stichwahl der Kommunalwahl in Niedersachsen statt. Es ist der Abschluss des Superwahljahres 2021 - zuvor fanden bereits Kommunalwahlen in Hessen, die Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg, die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt und die Kommunalwahl in Niedersachsen statt. (cg)

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