Sachsen-Anhalt

ZDF-Politbarometer zeigt Stimmungsbild vor Landtagswahl: CDU vorne, aber viele sind noch unentschlossen

Die CDU in Sachsen-Anhalt will nach der Landtagswahl stärkste Kraft bleiben. Doch das Rennen mit der AfD droht eng zu werden. Haseloff kritisiert deswegen auch SPD und Grüne.

Update vom 3. Juni, 22.03 Uhr: Ministerpräsident Reiner Haselhoff will die AfD in Sachsen-Anhalt natürlich nicht an seiner CDU vorbeiziehen lassen. Laut einer neuen Umfrage liegt er dabei voll im Kurs.

Das ZDF-Politbarometer sieht die CDU deutlich vor der AfD. In einer Sondersendung stellte der Sender die Zahlen vor. Demnach kommt die CDU auf 30 Prozent, das ist ein Prozentpunkt mehr als in der Vorwoche. Die AfD liegt unverändert bei 23 Prozent. SPD (10 Prozent) und Grüne (9 Prozent) zeigen sich ebenfalls unverändert.

Leicht nach oben ging es für die Linke. Sie steigerte sich um einen halben Prozentpunkt auf 11,5 Prozent. Die FDP sackt von neun auf 6,5 Prozent ab. Wenige Tage vor der Landtagswahl soll das aber keine Prognose sein, betont das ZDF. Es handelt sich lediglich um ein Stimmungsbild. Über ein Drittel (37 Prozent) der Befragten hätte angegeben, noch unsicher zu sein, wen oder ob sie wählen werden.

AfD zurückdrängen: Ministerpräsident Haseloff zeigt auf SPD und Grüne - „Kann nicht alleine die Prozente bringen“

Erstmeldung vom 2. Juni, 16.14 Uhr:

Magdeburg - Am Sonntag ist Wahltag in Sachsen-Anhalt. Unter anderem wird das Rennen zwischen CDU und AfD spannend - wer holt mehr Stimmen? Viele hohe Tiere der Christdemokraten betonten zuletzt die Abgrenzung zur AfD - denn aus den Reihen der CDU-Fraktion hatte es in den letzten Jahren immer wieder Forderungen gegeben, sich für eine Kooperation zu öffnen. Laschet sah sich dabei zuletzt mit der Werte-Union erneut mit einem Problem konfrontiert.

Doch in dem politischen Kampf gegen die AfD fühlt sich Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff von den anderen Parteien allein gelassen. „Ich kann nicht alleine die Prozente bringen, die die AfD uns abgenommen hat“, sagte der Spitzenkandidat der CDU für die Landtagswahl dem Nachrichtensender Welt im sachsen-anhaltischen Wörlitz. Es könne nicht die Aufgabe eines Mannes und einer Partei sein, „das Problem in Sachsen-Anhalt und in Deutschland mit der AfD zu lösen“, sagte er am Mittwoch.

Haseloff ist bislang noch Regierungschef einer „Kenia-Koalition“ - ein Bündnis aus CDU, SPD und Grüne. Dieses bildete sich nach der vergangenen Landtagswahl 2016 vor allem um die AfD in einer Regierung zu verhindern. Umfragen sagen für die Wahl am Sonntag einen Zweikampf um die stärkste Fraktion zwischen CDU und AfD voraus, wobei die meisten Erhebungen Haseloffs CDU vorne sehen. Haseloffs Koalitionspartner SPD und Grüne stehen jeweils bei etwa zehn Prozent.

CDU-Ministerpräsident Reiner Haseloff: „Die müssen stärker werden, damit wir insgesamt als demokratische Parteien die AfD zurückdrängen“

„Wenn die um zehn Prozent rumdümpeln, was soll ich dann alleine in der politischen Mitte machen?“, fragte Haseloff mit Blick auf die Umfragewerte. „Die müssen stärker werden, damit wir insgesamt als demokratische Parteien die AfD zurückdrängen“, forderte er. „Immer auf die anderen zu zeigen und selber im Prinzip nichts auf die Matte zu bringen, das ist mir ein bisschen zu wenig.“

Reiner Haseloff, Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt

Die politischen Wettbewerber, auch aus den Reihen der Koalitionspartner, hatten die CDU mehrfach gewarnt, Haseloffs strikte Ablehnung einer Zusammenarbeit mit der AfD nach der Wahl in Frage zu stellen. Haseloff betonte außerdem, dass die AfD nicht nur in ostdeutschen Parlamenten sitzt. „Wie konnte so etwas in Westdeutschland passieren, dass nach 1945 so eine Partei neu gegründet wird und in allen Parlamenten Deutschlands sitzt?“

Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am Sonntag: Briefwahl noch möglich, sonst Stimmabgabe im Wahllokal

Währenddessen appellierte Landeswahlleiterin Christa Dieckmann an alle Wahlberechtigten, wählen zu gehen. „Demokratie braucht Wählerinnen und Wähler“, erklärte sie. Die Stimme könne am Sonntag im Wahllokal oder noch per Briefwahl abgegeben werden.

Wer den Wahlbrief per Post verschicken wolle, solle ihn spätestens am Donnerstag einwerfen, riet Dieckmann. Wer schon beantragte Briefwahlunterlagen hingegen noch nicht bekommen habe, solle bei der Gemeinde nachfragen. Die Wahlleiterin wies zudem darauf hin, dass im Wahllokal wegen Corona eine medizinische Maske getragen werden müsse. Auch Händedesinfektion und Abstandhalten seien Pflicht. (dpa/cibo)

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