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Bestes Ergebnis ihrer Parteigeschichte: Wer ist die Klein-Partei SSW?

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Von: Anna-Katharina Ahnefeld

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Lars Harms
Der Fraktionsvorsitzende Lars Harms (SSW) spricht im Kieler Landtag. © Frank Molter/dpa

Der Südschleswigsche Wählerverband (SSW) ist eine Besonderheit in Schleswig-Holstein. Die Minderheiten-Partei erfreut sich zunehmender Beliebtheit.

Kiel – Der Südschleswigsche Wählerverband (SSW) ist eine Besonderheit des nördlichsten deutschen Bundeslands. Bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein 2022 konnte sich die Klein-Partei nun über das voraussichtlich beste Wahlergebnis seit seiner Gründung freuen. Die Partei der dänischen und friesischen Minderheit kam am Sonntag in den Hochrechnungen auf 6,1 bis 6,9 Prozent der Stimmen. Das sei gigantisch, sagte Spitzenkandidat Lars Harms der Deutschen Presse-Agentur. „Das ist das beste Ergebnis, das der SSW jemals in seiner Parteigeschichte erzielt hat, seit 1948.“

Auch auf Bundesebene ist der Südschleswigsche Wählerverband keine Unbekannte. Mit dem Abgeordneten Stefan Seidler zog erstmals seit über 70 Jahren ein Vertreter in den Bundestag ein, wie BuzzFeed News Deutschland berichtete. Der 43-jährige Flensburger vertritt in Berlin die Interessen der dänischen und friesischen Minderheit aus Schleswig-Holstein.

Landtagswahl Schleswig-Holstein: Klein-Partei SSW erzielt bestes Ergebnis ihrer Parteigeschichte

In Schleswig-Holstein hingegen ist der SSW seit Jahrzehnten im Landtag vertreten. Dabei hilft ihm, dass er seit 1955 aufgrund eines deutsch-dänischen Minderheitenschutzabkommens bei Landtags- und Bundestagswahlen von der Fünfprozenthürde ausgenommen ist. Ihr bislang bestes Ergebnis hatte die Partei 1950 mit 5,5 Prozent erzielt. 2017 war sie bei 3,3 Prozent gelandet, 2012 bei 4,6 Prozent. Der Südschleswigsche Verein, aus dem der SSW hervorging, holte bei der Landtagswahl 1947 9,3 Prozent.

Harms sagte, das gute Abschneiden liege daran, dass die Partei klargemacht habe, dass sie sich um die ganz kleinen Leute kümmern wolle. Der Spitzenkandidat hatte sich dafür starkgemacht, viel stärker Interessen der Menschen mit geringeren Einkommen in den Blick zu nehmen. „Wir wollen, dass das Leben in Schleswig-Holstein bezahlbar bleibt“, sagte Harms. (aka mit dpa)

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