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CDU-Triumph an der Küste: Was Söder von Genosse Günther lernen kann

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Von: Georg Anastasiadis

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Daniel Günther vor Journalisten, in der Ecke Kommentator Georg Anastasiadis
Ein Kommentar von Georg Anastasiadis © Marcus Brandt/dpa/MM (Montage)

Die CDU beendet ihre rabenschwarze Serie heftiger Wahlniederlagen. Auch in München sollte man aufmerksam Richtung Küste schauen, rät Georg Anastasiadis.

München - Die CDU kann also doch noch siegen – aber braucht sie dazu einen „Genossen“ an ihrer Spitze? Der fulminante Schleswig-Holstein-Wahltriumph des wegen seines linksliberalen Profils spöttisch „Genosse Günther“ genannten Kieler CDU-Ministerpräsidenten stellt die Union vor eine knifflige Denksportaufgabe.

Die Parteilinke sieht sich in ihrem Glauben bestätigt, dass sich Mehrheiten in Deutschland für die Union nur mit Merkel-Politik organisieren ließen; der konservative Flügel indes verweist auf die zurückliegende Niederlagenserie unter Merkel, den herausragenden Sieg des knorrigen Konservativen und Merkel-Kritikers Haseloff im Osten und den Umstand, dass die Bundespartei unter Friedrich Merz endlich wieder Tritt gefasst habe.

Landtagswahl in Schleswig-Holstein: Was kann Söder aus der Botschaft der Küste lernen?

Was aber ist denn nun die Botschaft von der Küste – und was kann Markus Söder daraus lernen, für dessen CSU es im nächsten Jahr in Bayern um alles oder nichts geht? Gewählt wird hierzulande, wer es schafft, von den Wählern erstens als authentisch und verlässlich und zweitens als Kümmerer wahrgenommen zu werden, der zu Land und Leuten passt.

So wie es der populäre Daniel Günther im traditionell liberalen Norden vermocht hat, aber zuvor auch, mit deutlichem anderem Profil, Reiner Haseloff in Sachsen-Anhalt. Wenn es der Union gelingt, unter ihrem Dach verschiedenen Strömungen und Denkrichtungen wieder gleichermaßen eine Heimat zu geben, und wenn sie sich nicht wie in den Vorjahren in Flügelkämpfen verliert, kann sie am ehesten ihr Potenzial ausschöpfen.

Schleswig-Holstein-Wahl: Merz ist einen Schritt vorangekommen – NRW naht schon

Bei der Befriedung der Partei und ihrer widerstrebenden Flügel ist der erkennbar um Ausgleich bemühte neue Parteichef Merz schon ein gutes Stück vorangekommen. Ob es reicht, am nächsten Sonntag den Machtverlust im für die CDU fast überlebenswichtig gewordenen Nordrhein-Westfalen abzuwenden, muss sich zeigen. Von der Küste weht jedenfalls ein sanfter Rückenwind.

Ein Kommentar von Georg Anastasiadis

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