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Wahl Schleswig-Holstein 2022: Daniel Günther vs. Thomas Losse-Müller - die Kandidaten im Überblick

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Von: Tim Althoff

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Bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein 2022 will Daniel Günther (CDU) sein Amt verteidigen. Das sind die Kandidaten der SH-Wahl im Überblick.

Kiel ‒ Wird Ministerpräsident Daniel Günther bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein 2022 abgelöst? Der CDU-Mann regiert das nördlichste Bundesland der Republik mit ruhiger Hand und leistete sich während der Amtszeit zumindest keine größeren Skandale und Aussetzer. Auch während der Corona-Pandemie sorgte Schleswig-Holstein im bundesweiten Vergleich für wenig Aufsehen. Am 8. Mai kommt es dennoch auf die Wählerinnen und Wähler und ihre Meinung bezüglich der letzten fünf Jahre an.

Die aktuellen Entwicklungen zur Wahl in Schleswig-Holstein können im Wahl-Ticker nachgelesen werden.

ParteienSpitzenkandidaten
CDUDaniel Günther (Ministerpräsident)
SPDThomas Losse-Müller
Bündnis90/Die GrünenMonika Heinold
FDPBernd Buchholz
AfDJörg Nobis
DIE LINKESusanne Spethmann

Durch den Absturz der CDU bei der letzten Bundestagswahl darf sich die SPD um Spitzenkandidat Thomas Losse-Müller berechtigte Hoffnungen auf einen Wechsel machen. Den weiteren Kandidaten der Schleswig-Holstein-Landtagswahl dürften aktuell nur Außenseiterchancen zugeschrieben werden.

Kandidaten bei der Wahl in Schleswig-Holstein 2022: Ministerpräsident Daniel Günther (CDU)

Ministerpräsident Daniel Günther ist gebürtiger Kieler und Vater zweier Töchter. An der Uni Kiel machte er seinen Magister mit den Fächern Politikwissenschaft, Volkswirtschaftslehre und Psychologie und startete anschließend in der CDU durch. Auf seiner Homepage schreibt er, er würde seine Freizeit am liebsten mit Spaziergängen in der Heimat verbringen. Außerdem jogge er gerne und schaue sich häufiger Sportveranstaltungen vor Ort an.

Die Spitzenkandidaten der CDU und SPD in Schleswig-Holstein: Daniel Günther (l.) und Thomas Losse-Müller (r.)
Die Spitzenkandidaten der CDU und SPD in Schleswig-Holstein: Daniel Günther (l.) und Thomas Losse-Müller (r.). (Archivbilder) © Montage: Petra Nowack, Florian Gaertner/Imago

Von seiner Arbeit in den letzten fünf Jahren sagt er selbst, „wir haben abgeliefert“. Das Bundesland hätte eine neue „Dynamik“ erhalten und Schleswig-Holstein sei auf dem richtigen Weg. Aufgrund der angeblich hohen Zufriedenheit der Bürgerinnen und Bürger hätte er sich gemeinsam mit seinem Team für das Wahlkampfmotto „Kurs Halten“ entschieden, um den aktuellen Weg beizubehalten. Ob sich das auf den Wahlzetteln niederschlägt, bleibt jedoch abzuwarten.

Die Prognosen und Hochrechnungen zur Landtagswahl in Schleswig-Holstein finden Sie in diesem Ticker.

„Wir wollen Kurs halten für gute Bildung, damit Schulen zu Startrampen in die Zukunft werden und wir keine Kinder in unserem Land zurücklassen“, schreibt Günther als ersten Punkt. Außerdem solle die Energiewende angegangen werden: „Wir wollen die Kraft von Sonne und Wind im Land nutzen und neue Wertschöpfung und neue moderne Jobs im Land schaffen.“ In Sachen Sicherheit will die CDU eine „Cyberhundertschaft“ einrichten, die mit den nötigen Mitteln gegen Kriminalität im Internet kämpfe.

Daniel GüntherCDU-Spitzenkandidat
Geboren am:24. Juli 1973
Geburtsort:Kiel
Familienstand:Verheiratet, zwei Kinder

Thomas Losse-Müller (SPD): Angriff auf die Jamaika-Koalition 2022 bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein

SPD-Spitzenkandidat Thomas Losse-Müller lebt mit seiner Frau und den zwei Töchtern abseits der Landeshauptstadt Kiel am Bistensee im Norden des Bundeslandes. Der ehemalige Roadie bei Tina Turner und Jon Bon Jovi studierte in Köln VWL und Politik und zog wegen eines weiteren Studiums später nach London. Sein politisches Engagement begründet Losse-Müller mit dem Streben nach „gesellschaftlichem Zusammenhalt“. „Ich bin der festen Überzeugung, dass wir nur in einer funktionierenden Gemeinschaft, in einer gerechten Gesellschaft, glücklich werden können“, schreibt er auf seiner Homepage.

Die Prognosen und Hochrechnungen zur Landtagswahl in Schleswig-Holstein finden Sie in diesem Ticker.

Im Zuge seiner Kandidatur hat er sich vor allem die Klimapolitik auf die Fahne geschrieben. Die CDU-geführte Landesregierung würde die Klimaziele aktuell verfehlen. „Statt den CO2-Verbrauch zu reduzieren, hat das Land sogar drei Millionen Tonnen mehr verbraucht. Es gibt keinen wirksamen Plan, um daran etwas zu ändern. Die CDU zögert und blockiert“, wirft er dem Team um Daniel Günther vor. Das Land brauche jetzt eine Regierung, die den Klimaschutz zur Priorität macht.

Daneben wolle der SPD-Mann das von der CDU abgeschaffte Tariftreuegesetz wieder einführen und den Mindestlohn von 12 Euro in diesem Jahr unterstützen. Auch die Mietpreisbremse solle eingeführt werden, um einen weiteren Mietanstieg zu begrenzen. Für die Bildung sieht er vor, den Kommunen anzubieten, die digitale Ausstattung der Schulen durch das Land zu übernehmen. „Alle Schülerinnen und Schüler erhalten ab der 8. Klasse Laptop oder Tablet vom Land. Bildung darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen“, verspricht er weiter.

Thomas Losse-MüllerSPD-Spitzenkandidat
Geboren am:3. April 1973
Geburtsort:Schwerte
Familienstand:Verheiratet, zwei Kinder

Eine Frage der Generationsgerechtigkeit: Monika Heinold (Grüne) bei der Schleswig-Holstein-Wahl 2022

Monika Heinold ist seit 2012 amtierende Finanzministerin in Schleswig-Holstein und seit 2018 erste stellvertretende Ministerpräsidentin. Die gebürtige Nordrhein-Westfälin ist schon seit 1984 Mitglied bei den Grünen und seit 20 Jahren in der Landespolitik tätig. Heinold hat ihr Fachabitur an der Fachschule für Sozialpädagogik gemacht und arbeitete anschließend als Erzieherin.

„Ich stehe für eine Politik, die nachhaltig handelt. Klimaschutz, Bildungspolitik und Steuerpolitik sind eine Frage der Generationengerechtigkeit“, gibt sie an. Im Wahlkampfteam wird Heinold von Aminata Touré unterstützt, die seit 2019 als erste afrodeutsche und jüngste Vizepräsidentin des schleswig-holsteinischen Landtages agiert. Politisch hat sich das Team natürlich die Klimapolitik ganz oben auf die Agenda geschrieben,

„Saubere Luft, reines Wasser und faire Löhne gehören zusammen. Deswegen setzen wir auf eine Balance zwischen Wirtschaft, Sozialem und Ökologie“, geben die Grünen an. Wohnungen und Mobilität sollen für alle bezahlbar sein. Das Ziel sei es außerdem, eine gleichberechtigte Gesellschaft zu formen, die alle Menschen in Würde und Freiheit leben lässt.

Monika HeinoldGrüne-Spitzenkandidatin
Geboren am:30. Dezember 1958
Geburtsort:Gütersloh
Familienstand:Zwei Kinder

Kandidaten bei der SH-Wahl 2022: „Schlauberger“ Bernd Buchholz geht für die FDP ins Rennen

Der gebürtige Berliner Bernd Buchholz ist der derzeitige Minister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus in Schleswig-Holstein. Seit 1981 ist der Jurist Mitglied in der FDP. Buchholz war lange in der Medienbranche tätig und arbeitete unter anderem als Verlagsleiter der Hamburger Morgenpost, des Sterns und war Verlagsgeschäftsführer der Stern/GEO-Gruppe.

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Anfang 2022 sorgte Buchholz mit einer Aussage für Aufsehen, die in den sozialen Medien und vor allem auf Twitter viel diskutiert wurde. Im Zuge der Omikron-Welle im Januar verteidigte er die Entscheidung, Clubs und Diskotheken weiterhin geöffnet zu lassen. „Vor Weihnachten ist niemand davon ausgegangen, dass in Diskotheken ein solches Ausbruchsszenario stattfinden könnte. Außer den Schlaubergern, die hinterher sowieso alles besser wissen“, so die Aussage im Kieler Landtag. Anschließend trendete „#Schlauberger“ auf Twitter.

Bernd BuchholzFDP-Spitzenkandidat
Geboren am:2. November 1961
Geburtsort:Berlin
Familienstand:Verheiratet, zwei Kinder

Forderung nach Entbürokratisierung in Schleswig-Holstein: AfD-Kandidat Jörg Nobis

Auch AfD-Poltiker Jörg Nobis ist kein gebürtiger Schleswig-Holsteiner, sondern in Recklinghausen geboren und Gelsenkirchen aufgewachsen. Der gelernte Schiffsmechaniker hat später Schiffsbetriebstechnik und Nautik studiert und später als Nautischer Offizier das Kapitänspatent erworben.

Nobis trat 2013 in die Alternative für Deutschland ein, positioniert sich für eine Direkte Demokratie nach dem Schweizer Vorbild. Außerdem wolle er eine „Transfer- und Schuldenunion zulasten der deutschen Steuerzahler verhindern“ und plädiert für eine radikale Vereinfachung des „komplizierten deutschen Steuerrechts, sowie die Entbürokratisierung in der EU.“ Wie genau er diese Punkte erreichen will, lässt er offen.

Jörg NobisAfD-Spitzenkandidat
Geboren am:9. September 1975
Geburtsort:Recklinghausen
Familienstand:Verheiratet, zwei Kinder

Pflegekraft will in den Landtag: Susanne Spethmann für die Linke

Mit Susanne Spethmann schickt die Linke eine gelernte Krankenschwester ins Rennen. Eine Reform im Gesundheitsbereich sei lange fällig. „Wir müssen die Zwei-Klassen-Medizin überwinden, Arbeitsbedingungen im Gesundheitssektor verbessern, Gehälter erhöhen“, sagte die Ostholsteinerin. In vielen sozialen Bereichen würde es durch die Pandemie, deren Folgen heute noch nicht ganz überblickt werden könnten, „verheerende Auswirkungen“ geben.

Die Linke will im Landtag konsequent für soziale Gerechtigkeit, Solidarität und Klimagerechtigkeit stehen. In der Bildung will die Partei für eine „Schule für alle“ stehen – „eine Schule der Demokratie und des Miteinanders“. Außerdem wird gefordert, dass die Mietpreise gebremst werden und „radikal“ gegen den Klimawandel gesteuert wird.

Landtagswahl in Schleswig-Holstein 2022: Alle Infos bei Merkur.de

Merkur.de berichtet von der Schleswig-Holstein-Wahl im News-Ticker und gibt am Wahltag eine Übersicht der ersten Ergebnisse. Weiter erhalten Sie dort ausführliche Informationen rund um die Briefwahl, Wahlbenachrichtigung und können den Wahl-O-Mat direkt in unserem Artikel nutzen. (ta)

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