FDP-Politiker Thilo Scholpp bei einer Rede.
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FDP-Politiker Thilo Scholpp blamiert sich vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg.

Landtagswahlen in BaWü

FDP-Politiker blamiert sich: Mail an „Fridays for Future“ geht nach hinten los

  • vonDana Popp
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Kurz vor den Landtagswahlen in Baden-Württemberg blamiert sich der FDP Politiker Thilo Scholpp. Er schreibt der „Fridays for Future“-Bewegung versehentlich eine E-Mail.

Stuttgart- Auf seiner Homepage nennt sich der FDP-Politiker Thilo Scholpp einen selbstständigen Netzwerk-, Datenschutz- und IT-Experten. Erwartbar also, dass er vor dem Verschicken einer E-Mail überprüft, ob diese an die richtige Adresse verschickt wird. Dies hätte dem FDP-Landtagskandidaten aus Baden-Württemberg vermutlich einigen Ärger erspart. Scholpp hat offenbar versehentlich der Stuttgarter „Fridays for Future“-Ortsgruppe eine E-Mail geschickt, in der er sie als „solche Arschlöcher“ bezeichnet. Diese wollte er nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur eigentlich an einen Kollegen senden - und nicht an die Klimaaktivist:innen.

Landtagswahlen in Baden-Württemberg: FDP Politiker beleidigt Klimaaktivist:innen von „Fridays for Future“

Die Stuttgarter Ortsgruppe von „Fridays for Future“ hatte Ende Januar an alle Direktkandidat:innen der Stuttgarter Wahlkreise eine E-Mail geschickt, mit einem Fragebogen zu ihrer Klimapolitik. Dabei wurde eine Deadline von einer Woche gesetzt. Innerhalb von vier Minuten antwortete Thilo Scholpp den Klimaaktivist:innen, wie die dpa berichtet. Dabei habe er die E-Mail eigentlich an einen Kollegen weiterleiten wollen, scheinbar aber auf an „Alle weiterleiten“ geklickt. Dadurch sei seine E-Mail auch an die Ortsgruppe der Klimabewegung gegangen. „FFF Fragebogen mit Deadline 3.2. was für Arsch ...“, soll nach dpa-Informationen in der Mail gestanden haben - und das kurz vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg.

Die Stuttgarter Ortsgruppe, bei denen die E-Mail eintraf, fand diese alles andere als lustig. „Die Reaktion von Herrn Scholpp lässt uns betroffen zurück, steht jedoch exemplarisch“, so die Klimaaktivistin Cosima Rade von „Fridays for Future“ Stuttgart zur E-Mail von Thilo Scholpp. „Wir bezweifeln, dass Menschen, die derartig respektlos auf das zivilgesellschaftliche Engagement junger Menschen reagieren, im Landtag sachliche, gerechte, und wissenschaftlich-fundierte politische Entscheidungen treffen werden.“

FDP Politiker Scholpp entschuldigt sich bei „Fridays for Future“

„Ich hab etwas unflätig reagiert“, sagte der selbstständige IT-Experte am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Laut eigener Aussage soll Scholpp den Vorfall bedauern. „Das ist mir rausgerutscht.“ Er habe sich über die für ihn zu kurze Frist für die Beantwortung des Fragebogens von „Fridays for Future“ geärgert. „Ich muss mich entschuldigen.“, sagte der 53-Jährige. Seine Tochter sei auch bei Fridays for Future aktiv, daher habe er auch nichts gegen die Bewegung.

Bei Twitter bekommt der FDP Politiker viel Kritik und Spott zu spüren. Ein User schreibt zum Beispiel: „Die #FDP waren doch diejenigen, die sich dieses Digital-Thema, ganz nach oben auf die Fahne geschrieben haben, oder? Das wird, ähm lustig?!?“ Eine weitere Userin schreibt: „Joa... das ist peinlich. So richtig.“ Doch es gibt auch Zustimmung für den FDP-Politiker. Ein User bezeichnet ihn als „Mein Held“ und ein weiterer schreibt: „Verstehe das Problem nicht. Ist doch eine passende Antwort.“(Dana Popp)

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