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NRW-Umfrage: Wüst liegt in Front – und könnte dennoch ein rot-grünes Desaster erleben

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Von: Magdalena von Zumbusch

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Nur zwei Prozentpunkte liegt die CDU in einer aktuellen NRW-Umfrage vor der SPD: Für Ministerpräsident Wüst könnte es sogar trotz Wahlsieg ein böses Erwachen geben.

Düsseldorf - Am 15. Mai findet in Deutschlands bevölkerungsreichstem Bundesland ein Urnengang statt: Nordrhein-Westfalen wählt seinen Landtag. Die aktuelle Regierung von CDU-Ministerpräsident Hendrik Wüst scheint zwar durchaus Chancen auf eine Wiederwahl zu haben.

Die Demoskopen sehen, anders als für die Parteifreunde in Schleswig-Holstein, allerdings keinen großen CDU-Vorsprung: Die NRW-Umfragen deuten vielmehr auf ein knappes Rennen. Das bestätigte sich auch in am Freitag vom ZDF veröffentlichten Daten wieder.

Landtagswahlen 2022 in NRW: CDU und SPD liegen konstant fast gleichauf

Das aktuelle ZDF-„Politbarometer“ zur Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen sieht Wüsts CDU derzeit knapp vor der SPD mit Herausforderer Thomas Kutschaty. Die Forschungsgruppe Wahlen ermittelte bei der sogenannten Sonntagsfrage des Senders für die CDU einen Wert von 30 Prozent. 28 Prozent der Befragten würden bei einer Landtagswahl am Sonntag hingegen der SPD ihre Stimme geben.

CDU und SPD rangierten über die vergangenen Wochen bei den Meinungsforschungsinstituten Insa, Forsa und Infratest dimap relativ konstant bei Umfragewerten von rund 30 Prozent.

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Gewinner der Landtagswahlen könnten die Grünen werden: Rot-grüne Koalition daher denkbar?

Den Grünen attestierte infratest dimap für das ZDF einen vergleichsweise starken Zuwachs, sie kämen demnach auf 18 Prozent - fast eine Verdreifachung im Vergleich zum Wahlergebnis von 2017. Dieses Ergebnis überrascht nicht allzu sehr, angesichts des bundesweiten Umfrage-Höhenflugs der Grünen, den unter anderem Insa bei einer Befragung Ende April bis Anfang Mai ermittelte.

FDP und AfD erreichten nun in der ZDF-Sonntagsfrage jeweils sieben Prozent der Zweitstimmen. Damit würde es für eine Fortsetzung der schwarz-gelben Koalition unter Hendrik Wüst nicht reichen. Möglich wären aber nach den Ergebnissen knapp eine rot-grüne oder eine schwarz-grüne Koalition. Die Linke würde mit drei Prozent den Einzug in den NRW-Landtag erneut verfehlen. Mit 40 Prozent ist der Umfrage zufolge der Anteil derer, die noch nicht sicher sind, wen oder ob sie wählen wollen, allerdings sehr hoch.

Sehr ähnliche Zahlen hatte das Institut Infratest dimap für die ARD in einer am Donnerstag (5. Mai) veröffentlichten Umfrage ermittelt. Auch hier gab es ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen CDU (30 Prozent) und SPD (28). Beim „Wähler-Check“ im Auftrag von 39 Tageszeitungen aus NRW am Mittwoch wichen die Ergebnisse nur leicht ab: Die CDU erreichte 32 Prozent der Stimmen, die SPD kam auf 28 Prozent.

Video: NRW-Landtagswahlen 2022 - Was Sie zur Wahl wissen müssen

Bei der aktuellen Frage, wen sich die Wählerinnen und Wähler als Ministerpräsident wünschen, liegt Wüst, der im vergangenen Oktober das Amt von Armin Laschet (CDU) übernommen hatte, dem ZDF zufolge mit 39 Prozent vorn. Herausforderer Kutschaty holte im Vergleich zu früheren Umfragen weiter auf und kam auf 31 Prozent.

Der Vergleich mit der Landtagswahl 2017 zeigt vor allem einen beeindruckenden Zugewinn der Grünen und eine leicht sinkende Beliebtheit der FDP: Die Grünen hatten sich mit 6,4 Prozent damals gefreut, die Fünf-Prozent-Hürde genommen zu haben. Die CDU hatte 33,0 Prozent erreicht. Die SPD war auf 31,2 Prozent gekommen, die FDP auf 12,6 Prozent. Auch die AfD (7,4) hatte vor fünf Jahren den Einzug in den NRW-Landtag geschafft. (dpa)

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