Armin Laschet, CDU-Bundesvorsitzender und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, kommt zu den Gremiensitzungen der CDU vor der Parteizentrale, dem Konrad-Adenauer-Haus an.
+
Armin Laschet: Das CDU-Wahl-Debakel bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz wird auch in der internationalen Presse thematisiert.

Nach den Landtagswahlen

„Söder wäre eine Demütigung“: Internationale Presse zweifelt an Laschet - und urteilt hart über SPD

  • vonDana Popp
    schließen

Auch die internationale Presse berichtet über die zurückliegenden Landtagswahlen und das Wahl-Debakel der CDU. Dabei gehen die Journalisten mit Parteichef Laschet hart ins Gericht.

Mainz/ Stuttgart - Es ist der Start in das „Superwahljahr 2021“, in dem sechs Landtagswahlen stattfinden, zwei Kommunalwahlen und die Bundestagswahl. Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz haben am Sonntag den Anfang gemacht und ihren Landtag gewählt. In Baden-Württemberg konnte Winfried Kretschmann (Grüne) klar den Sieg einfahren, in Rheinland-Pfalz verteidigte Malu Dreyer (SPD) ihren Sitz in der Staatskanzlei. Die CDU hingegen hat in beiden Bundesländer herbe Stimmverluste erlitten. Die internationale Presse griff die Landtagswahlen auf und diskutierte dabei vor allem die Chancen von Armin Laschet (CDU-Parteichef) als neuen Kanzler.

Internationale Presse: CDU Debakel im Mittelpunkt der Berichterstattung

Die internationale Presse interessierte vor allem die beiden Wahl-Pleiten der CDU. Die belgische Zeitung De Standaard schreib zum Beispiel am Montag: „Bis vor Kurzem hatte das Tandem von CDU und CSU noch gehofft, am Sonntag Mut tanken zu können für die Bundestagswahlen Ende September. Dabei präsentiert sich die Union den Wählern erstmals seit 16 Jahren ohne ihre heutige Bundeskanzlerin, Stütze und Stimmenfängerin Angela Merkel, die sich aus der Politik zurückzieht. Doch die langsame Impfkampagne und die Skandale um Bereicherung und verdächtige Lobbytätigkeit ließen diese Hoffnung hinwegschmelzen.“

Die Schweizer Neue Zürcher Zeitung geht ebenfalls auf die schlechten Wahlergebnisse der CDU ein: „Der doppelte Abwärtstrend der CDU dürfte bis nach Berlin ausstrahlen und die Fliehkräfte in der Regierung verstärken. Es wird einsam um Angela Merkel. Ihre Fraktion wird die Aussicht auf Mandatsverluste bei der Bundestagswahl im September nicht stillschweigend hinnehmen. … Entscheidende Auswirkungen dürften die Resultate auf die Ambitionen des neuen CDU-Vorsitzenden Armin Laschet haben und auf die Koalitionsarithmetik bei künftigen Wahlen. Die Raffgier einiger Unionsabgeordneter, die sich in der Pandemie eine goldene Nase verdienten, hat Laschet nicht zu verantworten. Angeschlagen ist er dennoch. Bisher fand er nicht die richtigen Worte, eine verunsicherte Partei aufzurichten und auszurichten.“

Ein weiterer wichtiger Aspekt, auf den die internationale Presse eingeht, ist die Frage nach der Merkel-Nachfolge. Der Schweizer Tagesanzeiger würde eine Kanzlerkandidatur von dem Ministerpräsidenten aus Bayern, Markus Söder (CSU), als Blamage für die CDU verstehen: „Die wichtigste Entscheidung in der Union, wer Kanzlerkandidat werden soll, steht erst noch bevor: Armin Laschet, der neue CDU-Chef, begeistert die Menschen weder inner- noch außerhalb der Partei. CSU-Chef Markus Söder findet mehr Zuspruch, seine Kür wäre für die CDU allerdings eine Demütigung. Der Wahlkampf der nächsten Monate dürfte spannender werden als erwartet.“

Internationale Presse: Schlechte Aussichten bei Bundestagswahlen für die SPD

Die internationale Presse scheint sich darüber hinaus auch ein wenig über die ebenfalls schlechten Umfragewerte der SPD lustig zu machen. Die Presse aus Wien sieht keinerlei Erfolgschancen für die Sozialdemokraten. „Fast alles ist noch möglich in diesem Wahljahr in Deutschland. Bis auf einen SPD-Triumph. Den stärksten Rückenwind haben derzeit die Grünen, bis ins Kanzleramt wird er sie jedoch kaum tragen. Laschet hat immer noch die besten Karten, wenn er die Nerven behält, Söder still hält, keine neuen Skandale auftauchen und Deutschland bis September geimpft ist. Wenn, wenn, wenn. Der CDU-Chef ist geschwächt.“

Die SPD versucht den Anschein zu vermitteln, dass ihre Aussichten bei der Bundestagswahl durch die Skandale in der CDU nicht schlecht sind. Die Zeitung La Repubblica aus Rom greift diesen Glauben der SPD in ihrer Berichterstattung auf. „Ein interessanter Optimismus in einer Zeit, in der die Sozialdemokraten in allen bundesweiten Umfragen hinter den Grünen und der CDU zurückliegen. Aber das regionale Debakel der Partei von Angela Merkel und Armin Laschet kann als Aufforderung zur Räumung für die Christdemokraten interpretiert werden.“

Die internationale Presse thematisiert in erster Linie die Frage nach der Angela Merkel Nachfolge. Viele sehen dabei immer noch die besten Chancen für die Union, die Bundestagswahl zu gewinnen. Trotz vieler Kritik an dem CDU-Parteivorsitzenden Armin Laschet. (Dana Popp/dpa)

Auch interessant

Kommentare