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MM-Redakteur Til Huber.

G8 oder G9?

Kommentar: Die lange, qualvolle Debatte ums Gymnasium 

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Auch wenn es in der CSU-Fraktion nach wie vor gewisse Widerstände gibt: Die reinen G8-Zeiten an den bayerischen Gymnasien sind vorbei. Ein Kommentar. 

Die Angst vor einem Fehler kann lähmend sein. Besonders dann, wenn man ihn schon einmal gemacht hat. 2003 hatte Edmund Stoiber die Verkürzung der Gymnasialzeit auf acht Jahre im Schweinsgalopp durchgezogen. Von einem „Schnellschuss“ spricht sein Nachfolger Horst Seehofer heute. Die Folge waren Proteste und ein jahrelanges unterschwelliges Rumoren im Schulbetrieb. Einen Schnellschuss in die andere Richtung – also die übereilte Rückkehr zu G9 – will die Staatsregierung um jeden Preis vermeiden. Gerade sieht es aber fast so aus, als wolle sie nun überhaupt nicht mehr schießen.

Seit Jahren moderiert und testet Kultusminister Ludwig Spaenle sich nun durch den Reformprozess. Am Anfang ging es eher darum, in Ausnahmefällen eine neunjährige Gymnasialzeit zuzulassen, dann immer mehr um Wahlfreiheit – auf Druck von Eltern und Schülern, die sich offenbar mehrheitlich eine längere Schulzeit wünschen. Inzwischen hat man den Eindruck, der Minister wolle das von der CSU einstmals als Erfolgsmodell gepriesene G8 irgendwie noch retten. Unter Stoiber musste die Schulfamilie eine pädagogische Rosskur erdulden. Kurz und schmerzvoll. Spaenles Weg ist lang – aber auch der beginnt langsam für alle Beteiligten quälend zu werden.

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