Armin Laschet und Herbert Reul 2019 bei einem Empfang.
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Armin Laschet und Herbert Reul bei einem Treffen 2019 (Archivbild).

„Wenn der Wahltag vorbei ist“

Gedanken an Wahlniederlage: Laschet unter Druck - Bereitet ein Vertrauter schon die Rückkehr vor?

  • Julia Hanigk
    vonJulia Hanigk
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  • Deutsche Presse-Agentur
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Armin Laschet will Kanzler werden - und sich aus NRW ins Kanzleramt verabschieden. Innenminister Herbert Reul bereitet ihm schon jetzt eine Möglichkeit zur Rückkehr im Falle einer Niederlage.

Düsseldorf - Gerade erst ist klar, dass Armin Laschet für die CDU als Kanzlerkandidat der Wahlen im September 2021 ins Rennen geht. Nun scheint ein Vertrauter aber schon eine Rückkehr für einen möglichen Wahlverlierer Laschet vorzubereiten. Aktuell ist Laschet Ministerpräsident, Chef der NRW-CDU, Chef der Bundes-CDU und nun eben auch Kanzlerkandidat der Union. Viele Ämter - erwartet wird deshalb, dass er den Landesvorsitz aufgibt.

Laschet-Vertrauter stellt Rückfahrschein in Aussicht

Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul stellt aber offenbar schon jetzt eine Rückfahrkarte in die Landespolitik von NRW aus, sollte es mit der Kanzlerschaft am 26. September nicht klappen. Reul erklärte der Welt: „Armin Laschet muss voll auf Kanzler gehen und ganz auf Sieg setzen. Aber je nach Wahlergebnis würde ich nicht ausschließen, dass er Ministerpräsident bleibt und wieder kandidiert.“ Und weiter: „Wir haben mit Armin Laschet einen Ministerpräsidenten, bei dem die allermeisten in der CDU froh wären, wenn er bei der NRW-Landtagswahl 2022 wieder kandidieren würde, weil wir dann große Chancen auf einen Sieg hätten.“ Herbert Reul selbst gilt als Anwärter auf die Nachfolge Laschets. Zuletzt wurden aber auch Verkehrsminister Hendrik Wüst oder Bau- und Kommunalministerin Ina Scharrenbach genannt.

Laschet wäre nicht der erste gescheiterte Kanzlerkandidat, der auch nach seiner Niederlage weiterhin als Ministerpräsident aktiv bliebe. Prominente Beispiele sind Johannes Rau von der SPD in NRW oder auch Edmund Stoiber (CSU) in Bayern. Aber: „Die Entscheidung wird erst fallen, wenn der Wahltag vorbei ist“, erklärte Reul. Aktuell stehen die Umfragen für Laschet und die CDU nicht gut.

Armin Laschet zeigt sich auf Kanzlerkurs im Team mit Ex-Gegner Friedrich Merz

Laschet stützt sich unterdessen auf prominente Unterstützung im Wahlkampf - auf seinen ehemaligen Kontrahenten um den Parteivorsitz der CDU, Friedrich Merz. Wie die Heilbronner Stimme berichtet, werden die beiden auf Einladung von CDU-Landeschef Thomas Strobl am 8. Mai mit Merz gemeinsam am digitalen Landesparteitag der baden-württembergischen CDU in Stuttgart teilnehmen.

Thomas Strobl sagte dem Blatt, Armin Laschet habe erst in der letzten Woche bei einer Videokonferenz der CDU Baden-Württemberg verkündet, mit Merz ein Team zu bilden. „Und jetzt können wir diese starke Union, unseren Kanzlerkandidaten Armin Laschet, und unseren Wirtschaftsfachmann Friedrich Merz, nur kurze Zeit später zusammen bei unserem digitalen Parteitag am 8. Mai bei uns in Stuttgart begrüßen“, so Strobl.

Auf dem Parteitag soll auch über den Koalitionsvertrag für die künftige Landesregierung mit den Grünen entschieden werden. Strobl teilte mit, es sei schön, dass Armin Laschet und Friedrich Merz „bei unserem Aufbruch dabei sein werden“. Merz gilt als konservatives Gegengewicht zum in Umfragen weiter strauchelnden Laschet. Auch in Sachsen-Anhalt will er im Wahlkampf mitmischen. (jh/dpa)

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