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Versteckt die Union Laschet? Plakate in Berlin überklebt - Netz spottet über unsichtbaren Kandidaten

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Von: Florian Naumann

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Frisch gedruckte Laschet-Wahlplakate der CSU - noch verpackt auf einem LKW-Auflieger bei Bad Wörishofen.
Es gibt sie also: Frisch gedruckte Laschet-Wahlplakate der CSU - noch verpackt auf einem LKW-Auflieger bei Bad Wörishofen. © MIS/www.imago-images.de

In Berlin hat die CDU Laschet-Plakate überklebt - ein „Fehler“ des Dienstleisters, sagt die Partei. Doch auch anderswo läuft die Suche nach Laschets Konterfei. Der Spott wächst.

Berlin/München - Die Union hält sich in Umfragen mit knapper Not noch vor der SPD - doch parteiintern wächst der Druck auf Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU); auch Rücktrittsforderungen wurden fünf Wochen vor der Wahl offenbar laut. Tatsächlich sind die persönlichen Zustimmungswerte des Nordrhein-Westfalen ernüchternd. Stellt sich die Frage: Will die Union überhaupt noch offensiv mit Laschet in den Plakat-Wahlkampf ziehen?

Laschet im Bundestagswahl-Kampf: Gibt es Plakate? Konkurrenz spottet, CSU schweigt

Die CSU habe in Bayern für Armin Laschet großflächig plakatiert, sagte Parteichef Markus Söder zuletzt: „Wir lassen uns da nichts nachsagen.“ Allerdings scheint zumindest in München und Umgebung das Konterfei des Kanzlerkandidaten nur selten - wenn überhaupt - zu sehen zu sein. Eine Anfrage von Merkur.de zur Zahl der Plakate und einem etwaigen noch folgenden Start einer größeren Kampagne mit Laschet ließ die CSU am Donnerstag und Freitag zunächst unbeantwortet.

Indes spotten in den sozialen Netzwerken erste Konkurrenten über die gefühlte Absenz Laschets im Plakat-Wahlkampf. Der frühere Berliner Piraten-Abgeordnete und heutige Grünen-Kandidat Christopher Lauer etwa twitterte am Freitag: „Ich schwöre es, im gesamten Prenzlauer Berg hängt genau ein Armin-Laschet-Plakat.“ „Noch immer kein einziges aufgehängtes Laschet-Plakat im ganzen Wahlkreis“, meldete die SPD-Kandidatin Derya Türk-Nachbaur aus Baden-Württemberg. „Kein Laschet-Plakat weit und breit“, berichtete auch der Linke-Abgeordnete Lorenz Gösta Beutin bereits am Dienstag aus der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt Kiel.

Unabhängig verifizieren ließ sich die angeblich teils völlige Absenz Laschets im Plakat-Wahlkampf zunächst nicht. Klar scheint aber, dass das Gesicht des Unions-Kanzlerkandidaten zumindest nicht derart offensiv ins Feld geführt wird, als dass sich die Spekulationen von selbst verböten - ganz im Gegensatz etwa zum Fall der SPD, die ihren (Umfragen zufolge wesentlich beliebteren) Kandidaten Olaf Scholz zum Dreh- und Angelpunkt der Kampagne gemacht hat. Auch die Grünen führen Kandidatin Annalena Baerbock zumindest gemeinsam mit Co-Chef Robert Habeck auf ihren Plakaten; die FDP setzt in ihrer Plakatkampagne ohnehin komplett auf Spitzenkandidat Christian Lindner.

Für die Union kam es jedenfalls zum Ende der Woche noch dicker: In Berlin wurden Berichten zufolge Plakate Laschets wieder überklebt.

Bundestagswahl: Laschet-Plakate in Berlin überklebt - CDU erklärt „Fehler“

Thorsten Schatz, Teamleiter Kommunikation der Berlin-CDU, bestätigte den Vorfall dem Portal t-online.de - er betonte allerdings, es habe sich um einen Fehler der beauftragten Firma gehandelt. Aufgrund der in Berlin gleichzeitig stattfindenden Bundestags-, Senats- und Bezirksverordnetenwahl habe es Aufträge von mehreren politischen Ebenen zugleich gegeben. „Die Firma hat im Bezirk Spandau leider an den Standorten der CDU Berlin Plakate der CDU Deutschland aufgestellt“, erklärte Schatz. Dieser Fauxpas sei korrigiert worden. In der Hauptstadt hatte auch schon ein Direktkandidat einen unfreiwilligen Lacher beim Plakat-Aufstellen provoziert.

Neben den politischen Gegnern weiden sich mittlerweile auch Satire-Seiten am Umfrage-Tiefflug des Unions-Kanzlerkandidaten. „Um CDU zu schwächen: Politische Gegner hängen Laschet-Plakate auf“, „berichtete“ schon am Montag die bekannte Spaßmacher-Seite Der Postillon. (fn)

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