Wolfgang Schäuble (CDU), Bundestagspräsident, hält im Bundestag eine Rede.
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Söder oder Laschet? Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble schaltete sich in die Frage um den Kanzler-Kandidaten der Union ein. (Archivbild).

Fieser Plan mit Söder?

Warnung vor dem politischen Aus: Schäuble soll Laschet intern massiv unter Druck gesetzt haben

  • Marion Neumann
    vonMarion Neumann
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Noch immer ist die Kanzler-Frage nicht geklärt. Wie nun öffentlich wurde, wandte sich Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble mit deutlichen Worten an CDU-Chef Armin Laschet.

Berlin - Markus Söder oder Armin Laschet? Die K-Frage in der Union bleibt weiterhin ungeklärt. Noch bevor sich die beiden möglichen Kanzlerkandidaten bei Pressestatements am Montag (19. April) äußerten, hatte sich Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble in die Debatte eingeschaltet.

Laut Informationen der Bild hatte sich Schäuble bereits am Wochenende in einem Telefonat mit deutlichen an CDU-Chef Armin Laschet gewandt. Dabei soll er ihm unmissverständlich klargemacht haben, dass er keine Wahl habe. Er müsse nach der Spitzenkandidatur greifen - sonst werde er sich als Parteichef nicht halten können.

Kanzler-Kandidatur oder komplettes Aus? Schäuble wird gegenüber CDU-Chef Laschet deutlich

Wie die Bild weiter berichtet, folgte das Telefonat auf Überlegungen, Laschet ohne Rücksicht auf Söder als möglichen Kanzler-Kandidaten auszurufen. Dem Blatt zufolge hatten daraufhin Gerüchte die Runde gemacht, Laschet wolle sich in einer Sondersitzung des CDU-Bundesvorstands an diesem Montag offiziell als Kandidat für die Bundestagswahl nominieren lassen. Sollte dieses Szenario tatsächlich eintreten, würde Laschet im Vorstand allerdings keine einstimmige Mehrheit bekommen - die nicht hundertprozentige Unterstützung für den möglichen Kanzler-Kandidaten würde somit öffentlich werden.

Tatsächlich hat Laschet am Montagmittag ein Treffen des CDU-Bundesvorstandes um 18 Uhr angekündigt. Auch Markus Söder lud der CDU-Chef dazu ein. „Ich werde einen Vorschlag unterbreiten“, sagte er dazu noch - ohne genauere Details zu verraten. Söder schlug wenige Minuten später die Einladung aus, überließ der CDU ganz Teamplayer-mäßig das Feld: „Ich akzeptiere jede Entscheidung.“


Söder gegen Laschet: Das Kanzlerkandidaten-Duell im Video

K-Frage in der Union: Bei Verzicht von Laschet - Kommt Friedrich Merz wieder ins Gespräch?

Sollte Laschet tatsächlich auf eine Kandidatur verzichten, könnte laut der Bild im Übrigen Friedrich Merz wieder ins Gespräch kommen. In Unterstützerkreisen des früheren Unionsfraktionschefs soll die Überlegung die Runde gemacht haben, dass dieser dann doch noch den CDU-Vorsitz übernehmen könnte, wenn Laschet zurücktreten müsste.

CDU-Urgestein Wolfgang Bosbach kann das so nicht ganz verstehen. Im Welt-Interview sagt er: „Das habe ich so noch nie gehört, dass Laschet dann nicht mehr Vorsitzender bleiben kann.“ Er schränkt aber auch ein: „Vielleicht sieht Armin Laschet das aber für sich auch anders.“

Während das Rennen um die K-Frage bei der Union noch in vollem Gange ist, ist die Entscheidung bei den Grünen bereits gefallen. Baerbock macht es und erklärt, was gegen Habeck sprach. (nema)

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