+
Zwölf Tage vor der Wahl haben sich Hannelore Kraft und Armin Laschet zum Fernseh-Duell getroffen. Foto: Oliver Berg

Landtagswahl am 14. Mai

TV-Duell von Kraft und Laschet - Große Koalition in NRW?

Das TV-Duell in NRW ist kaum geschlagen, da geht es schon um die Frage: Kommt an Rhein und Ruhr eine große Koalition? Erstmal können sich die Wähler bei einer neuen TV-Runde ein Bild machen.

Update vom 14. Mai 2017: Er ist der neue Ministerpräsident von NRW. Wir haben bereits zusammengefasst, was Sie zu Armin Laschet, dem Sieger der Wahl 2017 in NRW wissen müssen.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) und ihr CDU-Herausforderer Armin Laschet haben sich bei einem Fernsehduell eine scharfe Auseinandersetzung geliefert.

Politikwissenschaftler werteten Übereinstimmungen in mehreren Punkten zugleich als Signal für eine mögliche große Koalition. Gut eine Woche vor der Landtagswahl treffen Kraft und Laschet erneut in einem WDR-Fernsehstudio aufeinander. Am Donnerstagabend sind auch die Spitzenkandidaten der kleineren Parteien dabei.

Das TV-Duell zwischen Kraft und Laschet am Dienstagabend interessierte in Nordrhein-Westfalen weniger TV-Zuschauer als die Debatte vor der Landtagswahl 2012. Insgesamt hätten rund 650 000 Zuschauer in NRW den einstündigen Schlagabtausch verfolgt, teilte der WDR mit. Vor fünf Jahren hatten in NRW noch 740 000 Menschen das TV-Duell zwischen Kraft und ihrem damaligen Herausforderer Norbert Röttgen (CDU) gesehen. Bei der Landtagswahl am 14. Mai gibt es rund 13,1 Millionen Wahlberechtigte.

Beim Schlagabtausch zwischen Kraft und Laschet wurden große Differenzen in der Sicherheitspolitik deutlich, aber auch als es um Krafts Projekt "Kein Kind zurücklassen" ging. Übereinstimmung zeigte die Kontrahenten in der Integrationspolitik und auch in Teilen der Schulpolitik.

Politikwissenschaftler sehen deshalb eine große Koalition als greifbar an. "Im Kern ist bei der Debatte nichts auf den Tisch gekommen, was die beiden Spitzenkandidaten in Koalitionsgesprächen nicht überwinden können", sagte Klaus Schubert von der Uni Münster der Deutschen Presse-Agentur. Auch der Düsseldorfer Politikwissenschaftler Stefan Marschall kommt zu dem Schluss: "Inhaltlich hat das Duell nicht die Türe zugeschlagen zu einer großen Koalition."

In den Meinungsumfragen hat die regierende rot-grüne Koalition seit längerem keine Mehrheit. Die SPD schneidet am besten ab; die wahrscheinlichste Konstellation ist derzeit eine große Koalition. Kraft unterstrich, sie wolle am liebsten eine Neuauflage ihrer rot-grünen Koalition. "Wenn es nicht reicht, werden wir weitersehen." Die AfD komme nicht infrage; die Linke sei nicht regierungsfähig.

An der Runde der Spitzenkandidaten am Donnerstagabend nehmen neben Kraft und Laschet auch Sylvia Löhrmann (Grüne), Christian Lindner (FDP), Michele Marsching (Piraten), Marcus Pretzell (AfD) und Özlem Alev Demirel (Linke) teil. Für diese Sendung hat der WDR 105 Minuten eingeplant.

TV-Duell in der WDR-Mediathek

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Rechte „Identitäre“ in Barcelona nicht willkommen
Nach dem Terroranschlag von Barcelona marschierten Mitglieder der Identitären Bewegung in der Stadt auf. Passanten stellten sich den Rechten entgegen.
Rechte „Identitäre“ in Barcelona nicht willkommen
Terror-Fahrer von Barcelona war erst 17 und kündigte die Tat an
Sein Anschlag tötete 14 Menschen und wollte offenbar noch viel mehr treffen - über den Attentäter von Barcelona gibt es mittlerweile nähere Erkenntnisse.   
Terror-Fahrer von Barcelona war erst 17 und kündigte die Tat an
Merkel zu Erdogan: „Wir verbitten uns jede Art von Einmischung“
Der türkische Präsident Erdogan hat die türkischstämmigen Wähler zum Boykott bei der Bundestagswahl aufgerufen. Bundeskanzlerin Angela Merkel übt an der Einmischung …
Merkel zu Erdogan: „Wir verbitten uns jede Art von Einmischung“
Kampf um die Erinnerung: Bürgerkriegsdenkmäler spalten US-Südstaaten
Der Bürgerkrieg in den USA ist seit 152 Jahren beendet, präsent ist er mancherorts dennoch: Eines dieser Denkmäler war Auslöser für die Zusammenstöße von Charlottesville.
Kampf um die Erinnerung: Bürgerkriegsdenkmäler spalten US-Südstaaten

Kommentare