Unions-Kanzlerkandidat und Nordrhein-Westfalens-Ministerpräsident Armin Laschet in der WDR-Sendung „Aktuelle Stunde“ am 15.07.2021.
+
Unions-Kanzlerkandidat und Nordrhein-Westfalens-Ministerpräsident Armin Laschet in der WDR-Sendung „Aktuelle Stunde“ am 15.07.2021.

CDU-Mann durcheinander

Bei Hochwasser-Schalte: Laschet vergisst mehrmals Namen der WDR-Moderatorin – dann reicht es ihr

  • Anna-Katharina Ahnefeld
    VonAnna-Katharina Ahnefeld
    schließen

Armin Laschet äußert sich zur Unwetter-Katastrophe seines Bundeslandes. Die Moderatorin hakt nach. Dem Unions-Kanzlerkandidaten passieren daraufhin Patzer.

Aachen – Die Unwetter-Katastrophe im Westen Deutschlands hat das Land erschüttert – und die deutsche Politik. Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet sagte kurzfristig seinen Besuch bei der CSU-Tagung in Seeon ab, um in sein Bundesland Nordrhein-Westfalen zu reisen. Am Donnerstagabend (15.07.2021) war er Gast in der WRD-Sendung „Aktuelle Stunde“. Sichtbar mitgenommen von den Ereignissen leistete er sich mehrere Patzer beim Namen der Moderatorin. Seine Bemerkungen zur Klimapolitik sorgten dazu für Empörung in den sozialen Netzwerken.

Überschwemmungen haben vor allem die Bundesländer Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen dramatisch getroffen. Auch wenn der Starkregen aufgehört hat, bleibt die Situation in den Katastrophengebieten angespannt. Mindestens 80 Menschen sollen ihr Leben verloren haben, Dutzende werden vermisst. Laut dem Bundesinnenministerium waren zuletzt 15.000 Rettungskräfte vor Ort – teilweise unter Lebensgefahr.

Laschet passieren mehrere Patzer: Dann reicht es der WDR-Moderatorin

In der WDR-Sendung äußerte sich Laschet gegenüber Moderatorin Susanne Wieseler zu der Flutkatastrophe in seinem Bundesland. Das Interview stand am Ende des Tages, an dem der NRW-Ministerpräsident in den betroffenen Gebieten unterwegs war. Zuvor hatte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident mehr Tempo beim Klimaschutz gefordert. Als der Unions-Kanzlerkandidat in Wahlkampf-Manier anfing, die Klimaschutzmaßnahmen seines Bundeslandes aufzuzählen, unterbrach ihn Wieseler jedoch. „Herr Laschet, ich weiß das, ich kenne die Zahlen, ich kenne das Datum, ich weiß, wann wir aus der Braunkohle aussteigen. Aber Sie sind bisher nicht gerade als Klimaschutz-Aktivist aufgefallen“, so die Journalistin. Laschet reagierte empfindlich. Es gehe aktuell nicht um Parteipolitik, sondern darum, diese Krise zu überwinden.

Damit lässt ihn die WDR-Moderatorin nicht davonkommen: Für Wieseler ist der Katastrophenfall ein Wendepunkt. Die Menschen hätten die Folgen des Klimawandels nun selbst erlebt. „Sie sagen, Sie tun etwas für den Klimaschutz, aber Sie tun das in feinen Dosen, Sie reißen nicht das Steuer herum“, wurde die Journalistin deutlich.

Und dann unterlief Laschet der erste Namens-Patzer: „Entschuldigung Frau … weil jetzt ein solcher Tag ist, ändert man nicht die Politik. Das Ziel CO₂ zu reduzieren, muss ein langfristiges sein. Wir haben die Summen für Klimaschutz versiebenfacht. Wir sind in NRW dabei unsere Industrie, die Stahlindustrie, die chemische Industrie umzuändern, sodass kein CO₂ ausgestoßen wird“, äußerte der CDU-Politiker. Später hatte Laschet erneut Probleme, sich an den Namen seiner Interview-Partnerin zu erinnern. Der reichte es: „Wieseler heiße ich.“

Klimakrise: Laschets Äußerungen zu Hochwasser-Katastrophe sorgen für Ärger in sozialen Netzwerken

Dem CDU-Kanzlerkandidaten war während des Interviews merklich seine emotionale Betroffenheit anzumerken. Besonders der Tod des 46-jährigen Feuerwehrmannes und Familienvaters, der in Altena am Mittwoch (14. Juli) beim Kampf gegen die Überschwemmungen ums Leben kam, schien den CDU-Politiker mitzunehmen.

Offenbar keine Entschuldigung für viele Zuschauer. Laschets Äußerungen zur Klimapolitik kamen bei manchen Twitter-Nutzenden nicht gut an. „…Klimaziel ist ein langfristiges Ziel?…“ Wir haben aber keine Zeit mehr Herr @ArminLaschet“, so ein Kommentar. Und jemand will wissen: „‘Weil jetzt so ein Tag ist, ändert man nicht die Politik‘. Wie viele Tage dieser Art müssen denn kommen bevor ‚man‘ die Politik ändert?“ Eine weitere Nutzerin wirft ihm Wahlkampf im Krisenmodus vor: „Weil jetzt so ein Tag ist, muss man das nicht für seinen Wahlkampf instrumentalisieren.“

Für Irritation sorgte offenbar auch der rheinische Spracheinfluss des Politikers. Viele Twitter-Nutzende meinten, Laschet „Entschuldigung, junge Frau“ sagen zu hören. Und kritisierten das. Daraufhin trendete der Hashtag „JungeFrau“ auf dem Kurznachrichtendienst. Spiegel-Journalist Markus Feldenkirchen schritt ein und kommentierte: „Tschuldijung, aber wer ernsthaft glaubt, Armin Laschet habe die WDR-Kollegin @WieselerSusanne mit #JungeFrau angesprochen, hat das Rheinische nie geliebt oder verstanden. Er hat Ihren Nachnamen vergessen, vielleicht die Folge einer guten, scharfen Interviewführung“. Auch Wieseler selbst reagierte und nahm den NRW-Ministerpräsident in diesem Punkt in Schutz. Sie antwortete auf den Tweet: „Sehe ich auch so - und hoffe, dass es diesen kausalen Zusammenhang gibt.“ (aka)

Auch interessant

Kommentare