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Corona-Wende: Lauterbach plant Quarantäne-Aus – Isolation soll aber bleiben

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Von: Martina Lippl

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Gesundheitsminister Karl Lauterbach macht bei den Isolationsregeln für Corona-Infizierte einen Rückzieher. Die Details aus seiner Pressekonferenz zum Thema. News-Ticker.

Update vom 6. April, 13.21 Uhr: „Ein Fehler, für den ich auch persönlich verantwortlich bin“: Mit diesen Worten hat Gesundheitsminister Karl Lauterbach* die Kehrtwende bei den künftigen Corona*-Isolationsregeln auf die eigene Kappe genommen. Kritik bleibt ihm trotzdem nicht erspart.

Der bayrische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) kritisierte vor allem die Art und Weise, wie Lauterbach das verkündet hatte. Holetschek sagte am Mittwoch im rbb24-Inforadio, dies in einer Talkshow zu tun - bei „Markus Lanz“ im ZDF - sei „unmöglich“.

„So kann man keine Politik machen. So wird man auch die Menschen nicht mitnehmen“, so der CSU*-Politiker. Holetschek geht davon aus, dass das Thema bei der nächsten Gesundheitsministerkonferenz am Montag (11. April) noch einmal diskutiert wird.

Corona-PK: Lauterbach übernimmt Verantwortung für Kehrtwende bei Isolation

Update vom 6. April, 12.54 Uhr: Die Corona-Pressekonferenz mit Lauterbach ist beendet. Kurz zusammengefasst: Corona-Infizierte sollen doch nicht selbst über ihre Selbst-Isolation entscheiden dürfen. Die Gesundheitsämter sollen sie weiter anordnen können. Bei Kontaktpersonen spricht man von Quarantäne. Eine solche sollen die Gesundheitsämter künftig nicht mehr überwachen.

Update vom 6. April, 12.52 Uhr: Unzufriedenheit bei den Journalisten, die in Lauterbachs (nun zurückgenommener) Isolations-Empfehlung eine „Symbolwirkung“ sehen. Der Vorschlag sei mit dem Robert Koch-Institut (RKI) abgestimmt gewesen, betont Lauterbach. „Eine solche Symbolwirkung wird immer diskutiert, aber sie ist wie gesagt falsch eingeschätzt worden.“

Update vom 6. April, 12.49 Uhr: Nachfragen der Medienvertreter an Lauterbach: Um des Symbols willen werden bei der Kehrtwende also die Nachteile in Kauf genommen, möchte einer wissen. Und für welchen Zeitraum soll die Isolation jetzt gelten?  „Für fünf Tage natürlich“, antwortet Lauterbach. „Die waren ja medizinisch begründet.“ Auf einen Infizierten kämen schließlich fünf bis sechs gefährdete Kontaktpersonen.

Corona-Quarantäne: Lauterbach erklärt neue Bestimmungen

Update vom 6. April, 12.46 Uhr: Die Corona-Isolation soll vorerst also doch gültig bleiben. Trotzdem wolle man die Gesundheitsämter entlasten. Daher solle bei der Corona-Quarantäne die Kontrolle durch sie nicht mehr erfolgen - sondern nur eine dringliche Empfehlung an die Betroffenen dazu. Sodass die Gesundheitsämter ihre Kapazitäten besser nutzen können, für Super-Spreading-Events etwa, erläutert Lauterbach.

Update vom 6. April, 12.42 Uhr: Jetzt ist der Ton da. Lauterbach hebt für die Medien erneut an. Es sei ein Fehler, die Isolationspflicht aufzuheben, sagt er. Anlass sei der Wunsch der Gesundheitsämter nach Entlastung gewesen. Aber wenn sich jemand infiziert hat, müsse es eine Isolation geben. „Daran hat sich nichts geendert“, so Lauterbach.

Daher habe er seinen Vorschlag nun zurückgenommen, den er war „ein Fehler, für den ich auch persönlich verantwortlich bin“. Es sei das falsche Signal, nämlich, dass die Pandemie beendet sei oder man Corona wie die Grippe betrachten könnte. „Das ist mitnichten der Fall.“ Lauterbach verweist auf 350 Covid-Tote allein an einem Tag am 5. April.

Corona-Isolation: Pressekonferenz mit Lauterbach in Berlin live

Update vom 6. April, 12.38 Uhr: Tonprobleme bei der Pressekonferenz in Berlin! Lauterbach ist zu seinem Auftakt nicht zu hören.

Update vom 6. April, 12.34 Uhr: Die Rolle rückwärts bei der freiwilligen Corona-Isolation ab dem 1. Mai (siehe Erstmeldung) hatte Gesundheitsminister Lauterbach am 5. April auf Twitter und bei „Lanz“ verkündet. Seine Gründe? Die Pressekonferenz dazu aus dem Gesundheitsministerium wird gleich live gestreamt. Wir fassen die wichtigsten Aussagen dann an dieser Stelle zusammen.

Corona-Quarantäne: Baden-Württemberg verstimmt über Lauterbach

Update vom 6. April, 12.04 Uhr: Das erste Bundesland zeigt sich offen verstimmt über Lauterbachs neue Isolationsregel (siehe Erstmeldung). „Wir nehmen die kurzfristige Volte des Bundesgesundheitsministers, von der wir via Talkshow und Twitter erfahren haben, zur Kenntnis“, sagte eine Sprecherin des baden-württembergischen Gesundheitsministeriums auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa.

Gesundheitsminister Karl Lauterbach müsse nun für die Gesundheitsministerkonferenz am 11. April einen praktikablen Vorschlag vorlegen, fuhr sie fort und forderte eine „faktenbasierte, geordnete Debatte“.

Kehrwende bei „freiwilliger Corona-Isolation“: Streeck kritisiert Lauterbach

Update vom 6. April, 11.25 Uhr: Virologe Hendrik Streeck zeigte sich im Interview mit ntv am Mittwoch nicht zufrieden mit der Kehrwende von Karl Lauterbach bei den Isolationsregeln (Erstmeldung). „Da hat man jetzt einmal Karl Lauterbachs Entscheidung verteidigt, auch gegen die Kritiker, und jetzt wird diese Entscheidung leider kassiert“, sagte er. Dabei habe er sehr gut nachvollziehen können, dass die Isolation verkürzt würde. Die jetzige neue Änderung, die 12.30 Uhr präsentiert werden soll (Update vom 6. April, 10.40 Uhr), könne Streeck nicht nachvollziehen. Aber: „Es ist natürlich von der Signalwirkung, die Herr Lauterbach angesprochen hat, falsch rübergekommen, warum man über diese Verkürzung nachgedacht hat“, erklärte Streeck auch.

Virologe Hendrik Streeck
Virologe Hendrik Streeck © Rolf Vennenbernd/dpa

Corona-Isolationsregeln bleiben doch: Stiftung Patientenschutz begrüßt Lauterbachs Kehrtwende

Update vom 6. April, 10.40 Uhr: Die Deutsche Stiftung Patientenschutz begrüßt die Kehrtwende von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) bei der Isolationspflicht nach einer Corona-Infektion (Erstmeldung). „Infizierte stecken andere Menschen mit dem Virus an und gefährden gerade Immungeschwächte, die mitten unter uns leben“, sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. Deshalb sei es gut, dass Lauterbach „seinen Fehler eingesehen hat und die Pflicht zur Isolation von Infizierten aufrecht erhalten will“.

Um 12.30 Uhr will Lauterbach zum Thema Isolations- und Quarantäneregeln eine Pressekonferenz geben und mehr Details zu den zukünftigen Regeln erklären. 24vita.de* erklärt, wo künftig der Unterschied in den Regeln zur Quarantäne und Isolation* liegen soll.

„Habe einen Fehler gemacht“: Lauterbach will freiwillige Isolation nun doch nicht einführen

Erstmeldung: Berlin - Nach zwei Jahren Corona*-Pandemie können viele von uns bei der Ankündigung von Corona-Regeln wohl immer noch den Kopf schütteln – oder auch gar nicht.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte einen Paradigmenwechsel in der Corona-Strategie zum 1. Mai angekündigt: Eine „freiwillige“ Isolation von Corona-Infizierten war geplant. Der Vorschlag sollte eigentlich die Gesundheitsämter entlasten.

Karl Lauterbach (SPD)
Karl Lauterbach (SPD), Bundesminister für Gesundheit. © Bernd von Jutrczenka/dpa/Archivbild

Lauterbach bei „Markus Lanz“ im ZDF: „Freiwillige Isolation werde ich wieder einkassieren“

In der ZDF-Talkshow bei Markus Lanz am Dienstagabend folgte dann der Rückzieher. Die „freiwillige Isolation“ von Corona-Infizierten soll es nun doch nicht geben. „Diesen Punkt, dass die Infizierten, dass die sich selbst isolieren, und nicht mehr durch das Gesundheitsamt aufgefordert werden, den werde ich wieder einkassieren“, erklärte Lauterbach. Das wolle er am Mittwoch offiziell machen. Bleiben solle aber eine verkürzte Isolation von fünf Tagen.

Lauterbach sagte im ZDF, das wäre zur Entlastung der Gesundheitsämter auch sinnvoll gewesen. Das Signal aber, dass ein Infizierter selbst über eine Isolation entscheide, sei „so negativ, so verheerend“, dass es an diesem Punkt eine Veränderung geben müsse. Der „symbolische Schaden“, Corona* sei nicht gefährlich, sei so verheerend, dass man diese Isolationsordnung so nicht machen könne.

Lauterbach: Isolation für Corona-Infizierte bleibt doch weiter verpflichtend

„Es bleibt dann dabei, wenn jemand krank ist, also hat sich infiziert, dann ordnet das Gesundheitsamt weiter an. Und wenn jemand nur Kontaktperson ist, und es ist Quarantäne, dann macht man es selbst.“ Daher sollten die Gesundheitsämter auch nach dem 1. Mai weiter Isolationsbescheide ausstellen - obwohl „das nicht kontrolliert werden kann“ und die Gesundheitsämter ohne den bürokratischen Aufwand „mehr Zeit hätten, was anderes zu machen“, wie Lauterbach betonte.

Das Signal ist falsch und schädlich.

Lauterbach

Lauterbach will „symbolischen Schaden“ verhindern

Auf Twitter führt Lauterbach seine Kehrtwende aus: „Die Beendigung der Anordnung der Isolation nach Coronainfektion durch die Gesundheitsämter zugunsten von Freiwilligkeit wäre falsch und wird nicht kommen“, schreibt der 59-Jährige noch nach der ZDF-Sendung auf Twitter. Und weiter: „Hier habe ich einen Fehler gemacht. Das entlastet zwar die Gesundheitsämter. Aber das Signal ist falsch und schädlich.“

„Corona ist keine Erkältung. Daher muss es weiter eine Isolation nach Infektion geben. Angeordnet und kontrolliert durch die Gesundheitsämter“, twittert Lauterbach. Der Minister kündigt für Mittwoch weitere Informationen an. „Der Fehler lag bei mir und hat nichts mit der FDP oder Lockerung zu tun. Es ging um Entlastung der Gesundheitsämter.“ Mehr Infos zum Thema Corona in Deutschland gibt es im News-Ticker. (ml/afp/dpa) *Merkur.de und 24.vita.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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