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Lawrow ruft Westen auf, zur Lösung der Nahrungsmittelkrise beizutragen

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Sergej Lawrow
Sergej Lawrow © IMAGO/Russian Foreign Ministry/TASS

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat den Westen aufgerufen, zu einer Lösung der weltweiten Nahrungsmittelkrise beizutragen.

Moskau in Russland - "Die westlichen Länder haben eine Menge künstlicher Probleme geschaffen, indem sie ihre Häfen für russische Schiffe geschlossen und die Logistik- und Finanzketten unterbrochen haben", sagte Lawrow am Dienstag bei einem Besuch in Bahrain. "Sie müssen ernsthaft abwägen, was für sie wichtiger ist: PR in der Frage der Ernährungssicherheit zu machen oder konkrete Schritte zur Lösung dieses Problems zu unternehmen."

Lawrow forderte die Ukraine außerdem auf, Seeminen aus ihren Hoheitsgewässern zu entfernen, um die sichere Durchfahrt von Schiffen durch das Schwarze und Asowsche Meer zu ermöglichen. "Wenn das Problem der Minenräumung gelöst ist, (...) werden die russischen Seestreitkräfte die ungehinderte Durchfahrt dieser Schiffe ins Mittelmeer und weiter zu ihren Bestimmungsorten sicherstellen", sagte Lawrow.

Die Ukraine und Russland gehören zu den weltweit wichtigsten Getreideproduzenten. Der Export aus beiden Ländern ist wegen der Kämpfe in der Ukraine und der Sanktionen gegen Russland eingebrochen.

Kreml-Chef Wladimir Putin hatte am Montag erklärt, Moskau sei zu einer Zusammenarbeit mit der Türkei bereit, um den freien Warenverkehr im Schwarzen Meer zu ermöglichen. Er machte erneut die "kurzsichtige" Politik des Westens für die weltweite Nahrungsmittelkrise verantwortlich.

Der Westen hatten wegen der russischen Invasion der Ukraine beispiellose Sanktionen gegen Russland verhängt. Am Montag verständigte sich der EU-Gipfel neben einem weitreichenden Ölembargo gegen Russland auch darauf, drei weitere russische Banken vom internationalen Finanzsystem Swift auszuschließen.

Betroffen von der Ausweitung der Sanktionen ist unter anderem die Sberbank. Das größte russische Finanzinstitut erklärte am Dienstag, der Swift-Ausschluss habe keine Auswirkungen auf sein Geschäft. "Wir arbeiten ganz normal - die wichtigsten Einschränkungen sind bereits in Kraft", erklärte die Bank unter Verweis auf frühere Sanktionen der USA und Großbritanniens. Der Ausschluss von Swift ändere "die aktuelle Situation für internationale Transaktionen nicht". bur/bfi/ju

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