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Während gesundheitlich fitte Senioren noch Urlaub am Strand machen, liegen manche Altergenossen schon im Armengrab.

SPD-Studie über Lebenserwartung

Reiche leben länger - was bringt Ärmere schneller ins Grab?

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Eine Studie der Sozialdemokraten weist nach: Die Lebenserwartung in Bayern hängt vom Einkommen ab. Warum werden Menschen in München im Schnitt vier Jahre älter als zum Beispiel in Bayreuth?

Wer wie alt wird, hängt in Bayern vor allem vom Einkommen ab. Das ist das Ergebnis einer Studie der Bayern-SPD, die gestern im Landtag vorgestellt wurde. Ergebnis: Die Bewohner der wohlhabenden Regionen im Freistaat werden älter als die in den ärmeren Gebieten im Nordosten des Freistaats. Da muss der Staat gegenlenken, so die Bayern-SPD. 

Eine Frau kann in München und Umgebung damit rechnen, auf ein Alter von 84,4 Jahren zu kommen, so hoch ist in der Landeshauptstadt die durchschnittliche Lebenserwartung von neugeborenen Mädchen. Im östlichen Oberfranken rund um Bayreuth sowie in der Oberpfalz rund um Amberg werden die Frauen hingegen nur 81,8 Jahre alt - das sind immerhin 2,6 Jahre weniger. Bei den Männern sind die Altersunterschiede noch größer: In München kommen sie auf 80,6 Jahre. Im Raum Bayreuth sind es nur 76,6 Jahre, also vier Jahre weniger als im Raum München! 

Ein Blick auf die Einkommenstabelle verrät, dass die durchschnittlichen Haushaltseinkommen in der Region München pro Kopf mit 2163 Euro im Monat um 379 Euro höher sind als in der Region Bayreuth. In und rund um Amberg sind es sogar 459 Euro weniger. 

Wertvolle Tipps, um ein höheres Alter zu erreichen

Für den Soziologen Christian Janßen von der Hochschule München, der im Auftrag der SPD-Landtagsfraktion das Gutachten erstellt hat, ist damit klar belegt, dass die Lebenserwartung mit dem Einkommen steigt. Janßen weiter: „Generell ist festzustellen, dass das schon lange bestehende Nord-Süd-Gefälle in den vergangenen zehn Jahren weiter zugenommen hat.“ Die niederbayerische SPD-Abgeordnete Ruth Müller resümiert: „Die Gesundheit in Bayern ist ungleich verteilt.“ Sie kritisiert, dass die Zusammenhänge zwischen Lebenserwartung und Wohlstand im Freistaat von der Regierung nicht erfasst und somit auch keine Konsequenzen in der Gesundheitsvorsorge gezogen würden. Müller:  „Wir brauchen ein bayerisches  Präventionsgesetz, um sozialen Ungleichheiten in der Gesundheitsförderung besser gerecht zu werden.“ 

Stress und Rauchen gehören oft zusammen - das verkürzt vor allem das Leben der Armen.

Die aus Oberfranken stammende Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) verweist darauf, dass die Stärkung der gesundheitlichen Chancengleichheit bereits ein Schwerpunkt ihrer Politik sei. Im Juli 2015 sei zudem das Bundesgesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung und der Prävention in Kraft getreten.

Was die Ärmeren schneller ins Grab bringt

Eine Studie des Robert-Koch-Instituts ergibt, dass die Frauen mit dem höchsten Einkommen im Schnitt 8,4 Jahre älter werden als die mit dem niedrigsten Verdienst. Bei den Männern beträgt dieser Unterschied sogar 10,8 Jahre! Betrachtet man die Zeitspanne, in der man das Leben in einem guten oder sehr guten Zustand verbringen kann, haben die reichen Männern sogar 14,3 gute Jahre mehr als die armen! Bei den Frauen beträgt dieser Unterschied noch 10,2 Jahre. 

Schuld an der niedrigeren Lebenserwartung sind die so genannten Volkskrankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes, Herzinfarkte, Schlaganfälle, Angina Pectoris und Krebserkrankungen, die unter den sozial schwächeren Bevölkerungsgruppen wesentlich häufiger auftreten als in den wohlhabenderen Schichten. Auch Depressionen kommen bei wohlhabenden Männern acht Prozent seltener vor als bei ärmeren. Als Risikofaktoren, die für 70 bis 80 Prozent aller Todesfälle verantwortlich sind, treten Übergewicht, Rauchen, Alkohol und mangelnde Bewegung sowie falsche Ernährung auf. 

Der Anteil körperlich inaktiver Menschen in Bayern liegt bei 63,3 Prozent unter den Menschen mit hoher Bildung und 66,5 Prozent bei wenig gebildeten Personen. Beim Übergewicht stellen die Forscher fest, dass die meisten Menschen mit Adipositas (krankhaftes Übergewicht) in Oberfranken (15 Prozent bei den Frauen und 19 Prozent bei den Männern) leben. In Oberbayern sind es nur 12,5 Prozent bei den Frauen und 13,5 Prozent bei den Männern. In Schwaben sind sogar nur 10,4 der Frauen krankhaft übergewichtig und 13,5 Prozent der Männer.

J. Welte

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