Im Fokus: das Atomkraftwerk bei Taishan (China). Hier ein Foto vom Bau des AKW im Jahr 2010.
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Im Fokus: das Atomkraftwerk bei Taishan (China). Hier ein Foto vom Bau des AKW im Jahr 2010.

USA erheben schwere Vorwürfe

Radioaktives Leck in China? Unternehmenssprecher dementiert Berichte

  • VonDeutsche Presse-Agentur
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  • Patrick Mayer
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Laut einem Bericht aus den USA gebe es im Atomkraftwerk Taishan eine „bevorstehende radiologische Bedrohung“. China dementiert umgehend.

Update vom 14. Juni, 19.35 Uhr: Der US-amerikanische Nachrichtensender CNN berichtete über ein mögliches Leck im chinesischen Atomkraftwerk Taishan (siehe Erstmeldung). Nun relativiert der französische Energiekonzern Electricité de France (EDF) die Meldung. Der chinesische Betreiber des Akw in Taishan in Südchina habe „innerhalb der von der chinesischen Sicherheitsbehörde definierten Grenzwerte“ kontrolliert Edelgase in die Atmosphäre abgegeben, zitiert die AFP einen Konzernsprecher. „Wir haben keine Dynamik eines Unfalls mit Kernschmelze“, heißt es weiter. Das französische Unternehmen EDF war am Bau des AKW beteiligt.

„Bevorstehende radiologische Bedrohung“ aus China? USA erheben schwere Vorwürfe

Erstmeldung vom 14. Juni 2021:

München/Peking - China hat einen Bericht über ein angebliches Leck in einem seiner Atomkraftwerke dementiert. Konkret: Die chinesischen Betreiber des AKW Taishan sind Spekulationen über mögliche Umweltschäden entgegengetreten. Die Umweltdaten in dem Werk sowie in dessen Umgebung seien „normal“, teilte die China General Nuclear Power Group (CGN) in der Nacht zum Montag mit.

China: Leck in Atomkraftwerk Taishan? Dementi nach Bericht aus den USA

Zuvor hatte der Nachrichtensender CNN berichtet, dass die US-Regierung von Präsident Joe Biden einem Hinweis von Framatome über ein Leck und eine „bevorstehende radiologische Bedrohung“ nachgegangen sei. Framatome ist ein französisches Atomunternehmen, das an dem AKW nahe der chinesischen Millionenstadt Taishan beteiligt ist. Die Framatome-Mutter EDF teilte an diesem Montag mit, man sei über eine Erhöhung der Edelgaskonzentration im Primärkreis in einem Reaktor des Werks in Taishan informiert worden. Laut chinesischen Betreibern werde jedoch regelmäßig gemessen. Und: Die beiden Blöcke arbeiteten demnach entsprechend der Sicherheitsvorschriften.

CNN zitierte eine Quelle, wonach die USA davon ausgingen, dass ein „Krisenpunkt“ noch nicht erreicht sei, die Lage aber beobachtet werden müsse. Die US-Regierung habe demnach mit der französischen Regierung beraten und die chinesische Regierung kontaktiert. Das Atomkraftwerk liegt südlich von Hongkong in Yaogu an der Küste der chinesischen Provinz Guangdong. Die mit französischer Hilfe gebauten zwei Druckwasserreaktoren wurden 2018 und 2019 in Betrieb genommenen.

Leck in Atomkraftwerk Taishan? Bericht aus den USA - Laut China gibt es keine Probleme

Anlass für den Hinweis von Framatome an die US-Behörden sei ein Antrag am 8. Juni gewesen, dringend eine Ausnahmeerlaubnis zu erhalten, amerikanische technische Daten und Unterstützung teilen zu dürfen, um das Problem zu lösen, berichtete CNN. EDF habe von den chinesischen Betreibern eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung gefordert, damit alle verfügbaren Daten und die notwendigen Entscheidungen präsentiert würden, heißt es weiter. Bislang wurde eine solche Sitzung aber wohl noch nicht beschlossen. (pm)

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