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Merkur-Politik-Redakteur Mike Schier

Ein Flop

CSU legt Klagepläne zu den Akten - ein Kommentar

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München - Nach dem wochenlangen Streit zwischen der Unionsschwester ist die Klage von Seehofer nun vom Tisch. Endlich, meint Merkur-Politik-Redakteur Mike Schier.

Die Klage der CSU-Staatsregierung gegen eine Bundesregierung unter Beteiligung der CSU ist vom Tisch. Natürlich nicht endgültig, sondern nur vorerst. So kurios der Plan, gegen sich selbst nach Karlsruhe zu ziehen, von Beginn an war, so kurios wird er nach hinten in der Schreibtischschublade verräumt. Wo ihn keiner mehr findet.

Wochenlang hatte der bizarre Streit zwischen den Unionsschwestern das Land erstaunt. Merkel und Seehofer saßen zwar 14-tägig im Kanzleramt beisammen, trotzdem pochte der CSU-Chef auf einen Briefwechsel. Der Strom der Flüchtlinge versiegte – Seehofer bleib hart. Woche für Woche wurde er gefragt: Gibt es Antwort? Einmal, nach einem erfolgreichen Koalitionsgipfel, saß die Kanzlerin dabei sogar direkt neben ihm. Seehofer ließ die Gelegenheit verstreichen, die Sache mit einem Spaß zu beenden. Nach drei Monaten kam schließlich das Schreiben – und Merkel ließ den gewieften Polit-Taktierer Seehofer spektakulär abblitzen, wie er es selten erlebt haben dürfte.

Nun wird das Kapitel beendet. Endlich. Die CSU mag von Anfang an das Ohr näher an der Stimmung der Bevölkerung gehabt haben. Sie hat den Berliner Kurs auch deutlich korrigiert. Doch in der Wahl der Mittel schoss sie öfter über das Ziel hinaus. Ihre Klagedrohung und der Briefwechsel werden als Flop in die Geschichte eingehen.

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