Diskussion ums Gymnasium

G9: Jetzt machen die Lehrer Druck

München – In der Diskussion um die Wieder-Einführung eines neunjährigen Gymnasiums in Bayern mahnt der Philologenverband eine Grundsatzentscheidung der Staatsregierung pro G9 an.

„Wir brauchen schnell Klarheit. Noch vor dem Volksbegehren der Freien Wähler (FW) muss sich die CSU entscheiden, wohin sie will“, sagte Verbandschef Max Schmidt unserer Zeitung. Dies sei auch eine wichtige Information vor der Einschreibung für das kommende Schuljahr.

Das Volksbegehren der Freien Wähler, die eine Wahlfreiheit zwischen G8 und G9 fordern, beginnt am 3. Juli. Der Philologenverband unterstützt die FW offiziell nicht, stattdessen haben die Gymnasiallehrer ein eigenes Konzept vorgelegt. Es sieht ein G9-Gymnasium mit Ausnahmen für leistungsstarke Schüler vor.

Allerdings gibt es Anzeichen, dass viele Verbandsmitglieder auch dem Volksbegehren aufgeschlossen gegenüber stehen. Hintergrund ist die Befürchtung, dass das FW-Begehren in Bayern klar scheitern könnte, da auch SPD und Grüne es ablehnen. Ein schlechtes Ergebnis könnte die CSU als Zeichen interpretieren, gar nichts am Gymnasium zu ändern. „Wir wollen nicht, dass das Volksbegehren verhungert“, sagte ein Verbandsfunktionär unserer Zeitung. Bei einem Kongress vergangenen Freitag in Nürnberg warnte auch Verbandschef Schmidt vor einer derartigen Entwicklung. Zitiert wird seine Aussage, er könne es keinem Mitglied verdenken, wenn es beim Volksbegehren unterschreibe. Parallel dazu gibt es im Verband Diskussionen, das Gymnasium weiter zu verändern. Im Raum steht beispielsweise, mit der zweiten Fremdsprache statt in der 6. erst in der 7. Klasse zu beginnen.

Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) möchte sich indes Zeit lassen. Heute will er im Kabinett einen Zeitplan für die Entscheidungsfindung vorlegen. Zunächst gibt es kommenden Dienstag ein Dialogforum, ein zweiter Termin ist in Planung. Parallel dazu gibt es im Juni eine Landtags-Anhörung sowie Kongresse der Freien Wähler, der Landeseltern-Vereinigung und des Philologenverbands.

Dirk Walter

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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