Lehrer in Madrid legen die Arbeit nieder

Madrid - Gegen die Sparmaßnahmen der spanischen Regierung im öffentlichen Bildungssystem hat sich am Dienstag ein Streik von Lehrern in Madrid gerichtet.

Von dem mindestens zweitägigen Ausstand betroffen sind 300 Schulen. Gewerkschaften befürchten, dass tausende Lehrer dieses Jahr angesichts der Kürzungen keine Arbeit finden werden und die Qualität der schulischen Bildung schlechter wird.

Nach dem Willen der Behörden müssen die Lehrer an weiterführenden Schulen künftig zwei Unterrichtsstunden mehr pro Woche geben. Statt bislang 18 sollen sie 20 Stunden pro Woche im Klassenzimmer stehen. Die wöchentliche Arbeitszeit bleibt aber unverändert bei 37,5 Stunden. Mit den gestrichenen Stellen will die Madrider Regionalregierung unter Führung der konservativen Volkspartei (PP) 80 Millionen Euro einsparen. Auch in anderen Landesteilen haben Lehrer für diesen Monat Streiks geplant.

Nach Befürchtungen der Gewerkschaften wird die Erhöhung der Unterrichtszeit auch dazu führen, dass Lehrer weniger Zeit für die Vorbereitung oder für Gespräche mit Schülern und Eltern haben werden. Wenn keine Zusatzkräfte eingestellt würden, könnten große Klassen außerdem nicht mehr aufgeteilt werden. Eine der Streikenden, die 57-jährige Englischlehrerin Pilar Hortal, sagte, der Ausstand richte sich nicht gegen Mehrarbeit. An der Arbeitszeit habe sich gegenüber dem Vorjahr nichts geändert. “Was wir wollen, sind bessere Bedingungen für Unterricht an öffentlichen Schulen.“

dapd

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