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Leise Worte sind nicht immer Albert Duins Sache.

FDP in Dingolfing 

Leise Hoffnung in die neue Duinastie

Dingolfing - Politischer Aschermittwoch, und wer kann gut über sich selbst lachen oder besser: musste dies lernen? Die FDP. Und die traf sich in Dingolfing.

Dingolfing – Ganz kurz sind sie da, wo sich gerade die mächtige CSU zum größten Stammtisch der Welt trifft – aber nur für die Dauer eines Versprechers. „Herzlich Willkommen in Passau..., äh, Quatsch, in Dingolfing“, sagt ein junger Mann im dunklen Sakko. Er kichert peinlich berührt ins Mikro, unten im Saal der Stadthalle prusten sie los. Ist ja politischer Aschermittwoch, da darf man das. Und die FDP hat eh längst gelernt, über sich selbst zu lachen.

Nein, das hier ist nicht Passau. Das ist auch nicht Hamburg, die neue Lieblingsstadt der Liberalen. Das ist Dingolfing in Niederbayern, kaum 20 000 Einwohner groß, ein paar Kirchen, ein Stausee, ein Ort so unauffällig wie die FDP in Bayern. Aber aus der Deckung lässt sich gut schießen. Heute kommt das den Liberalen gerade recht.

Ein bisschen was wollen sie von dem Schwung der Hamburger Wahl mitnehmen. Als erster tritt Bayerns FDP-Vorsitzender Albert Duin zur großen Abrechnung an – und liefert gleich ein echtes Pfund ab. Der Sonntag in Hamburg, sagt er, war großartig. Riesenapplaus. Katja Suding habe toll gekämpft. Jubel. „Beine hab’ ich gesehen, nach Titten suche ich immer noch.“ Uff. Duin wollte wohl seine Kollegin Suding gegen die respektlose Äußerung des Grünen-Politikers Jörg Rupp verteidigen – daraus wurde: ein Hauch von Brüderle.

Dabei soll es doch wieder aufwärts gehen mit den Liberalen; schließlich, sagt Duin, habe man aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt. Die FDP, da sind sie sich einig, ist wieder „Zukunftspartei“; das magentafarbene Licht, das die Scheinwerfer auf die Redner-Bühne werfen, ist der optische Beleg. Nebenbei lenkt es den Blick weg von den hinteren Saal-Plätzen, die ziemlich leer geblieben sind.

Als Aschermittwochs-Redner wirkt Duin nicht besonders sicher, dafür aber ehrlich. Und er versucht es mit Schärfe. Der Koalition in Berlin wirft er Stillstand vor und umschmeichelt im selben Atemzug den braven Mittelstand, der unter sinnlosen Vorschriften leide. Regelungswut, Überwachungswahn, Fortschrittsfeindlichkeit sind nur ein paar der Duinschen Diagnosen dieses Vormittags: „Da hätten wir uns gleich der DDR anschließen können.“

So ein Satz lässt die wackeren FDP-Anhänger im Saal kurz zusammenzucken. Dabei sind sie Derbheiten gewohnt. Im vergangenen Jahr holte Parteipromi Wolfgang Kubicki gewohnt provokant zum Rundumschlag aus. Diesmal kein Kubicki – dafür Nicola Beer, Hessin und Generalsekretärin der FDP im Bund, deren Namen nicht mal jedem in der Partei geläufig ist.

Sie ist bemüht, die Bundesregierung auf breiter Front abzuwatschen. Andrea Nahles (SPD) ist für Beer „die erste Arbeitsplatz-Verhinderungs-Politikerin dieser Republik“, das CSU-Projekt Maut ein riesiges Bürokratie- und Überwachungsmonster: „Unsere Daten sind bei Dobrindt nicht sicherer als unser Geld bei Tsipras.“ Überhaupt hält Beer die GroKo für einen Karnevalsverein, dem die Pappnasen im Plenum Beifall klatschen.

Klingt kraftstrotzend, aber wirkt dermaßen kraftlos, dass mancher Zuhörer lieber die Weißwursthaut auf seinem Teller verschiebt, als zuzuhören. Als Beer gegen die Legalisierung von Cannabis wettert, reagiert kaum einer. Als sie den bayerischen Himmel blau-weiß schimpft, ist es still. Die Hoffnung in ihre „Duinastie“ (Kabarettistin Elke Pelz-Thaller) verlieren die Zuhörer deshalb nicht. Aber mancher hätte sich wohl nach Passau gewünscht.

Marcus Mäckler

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