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Brisanter Bericht: Bundesregierung verweigert Ukraine wohl Kauf von schweren Waffen

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Von: Felix Durach

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Bundeskanzler Scholz sicherte der ukrainischen Regierung den Kauf von deutschen Waffen zu. Einem Bericht zufolge soll es sich dabei nicht um schweres Gerät handeln.

Berlin - Die Bundesregierung hatte am Dienstagabend verkündet, wie man die Ukraine im aktuell wütenden Krieg gegen Russland mit Waffen und Kriegsgut unterstützen werde. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) erteilte zwar weiteren Lieferungen aus eigenen Beständen eine Absage, bot der Ukraine jedoch an, Waffen direkt bei der deutschen Industrie bestellen zu können. Deutschland habe es „ermöglicht, dass die Ukraine Militärgüter aus industrieller Produktion“ kaufen können, so der Bundeskanzler. Auf eine Rückfrage, ob Deutschland somit auch schwere Waffen an die Ukraine liefern würde, reagierte Scholz zunächst noch ausweichend. Man sei „zusammen mit der Ukraine eine Industrieliste durchgegangen“ und Deutschland plane, „diese Lieferung zu bezahlen“.

Kampfpanzer und Co.: Bundesregierung verweigert Ukraine Kauf von schweren Waffen

Einem Bericht zufolge sollen die von der Ukraine geforderten schweren Waffen explizit von der sogenannten „Industrieliste“ deutscher Waffenschmieden gestrichen worden sein. Das vermeldet die Bild-Zeitung, der eben jene Dokumente vorliegen. Demnach wurde die ursprünglich 48 Seiten lange Liste auf die Hälfte gekürzt und anschließend Ende März unter dem Titel „Unterstützungsmöglichkeiten Industrie - Konsolidiert“ der ukrainischen Regierung übergeben.

Den Berichten zufolge waren auf der ursprünglichen „Industrieliste“ noch der Kampfpanzer „Leopard-2“, die Schützenpanzer „Marder“ und „Puma“, sowie die gepanzerten Mannschaftstransporter „Boxer“ und „Fuchs“ aufgeführt. Das würde bedeuten, dass diese Waffensystem kurz- bis mittelfristig lieferbar gewesen wären. Auf der gekürzten Fassung wurden eben diese schweren Waffensysteme dann jedoch gestrichen, obwohl sie einer „Bedarf“-Liste der ukrainischen Regierung entsprachen, die der Bild-Zeitung ebenfalls vorliegt. Aktuelle Nachrichten zu den Geschehnissen im Ukraine-Krieg lesen Sie in unserem News-Ticker.

Der Kampfpanzer vom Typ „Leopard 2“ stand ebenso auf der Bedarfsliste der ukrainischen Regierung wie die Schützenpanzer vom Typ „Mader“ und „Puma“.
Der Kampfpanzer vom Typ „Leopard 2“ stand ebenso auf der Bedarfsliste der ukrainischen Regierung wie die Schützenpanzer vom Typ „Mader“ und „Puma“. © Philipp Schulze/dpa

Waffenlieferungen in die Ukraine: Melnyk kritisiert Fehlen von scheren Waffen auf Industrieliste

Bereits am Dienstagabend erklärte der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk im ZDF, dass sich auf einer „bereinigten Liste der Bundesregierung gar keine schweren Waffen befinden“ würden. Kiew hätte demnach keine Möglichkeiten, an die dringend benötigten Waffensystem zu gelangen. Die Berichte decken sich demnach mit den Aussagen des ukrainischen Diplomaten.

Darüber hinaus soll der Wert der „Industrieliste“ durch die Kürzungen auf gerade einmal 307 Millionen Euro gesunken sein. Bundeskanzler Scholz hatte jedoch angekündigt, Militärunterstützung in Höhe von einer Milliarde Euro für die Ukraine bereitzustellen. (fd/dpa)

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