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Für die Polizisten am Münchner Hauptbahnhof ist die Bewältigung der Flüchtlingsmengen ein Kraftakt.

Harte Worte zur Flüchtlingskrise

"Zum Scheitern verurteilt": Polizist kritisiert Asylpolitik

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München - "Ein paar Gedanken zur Asylpolitik", so beginnt der Leserbrief eines Münchner Polizisten. Was denkt ein Mensch über die Flüchtlingskrise, der täglich damit konfrontiert wird?

Bei den riesigen Massen, die täglich an der bayrischen Grenze stranden, braucht es vor allem eins: eine Organisation, die für Ordnung sorgt. Neben Verbänden und Hilfsorganisationen ist deshalb besonders eine Institution gefragt: die Polizei. Politiker, Menschenrechtler, Social-Media-User, jeder äußert seine Meinung zur Flüchtlingskrise. Was aber denken Polizisten über die Asylproblematik? Schließlich sind sie dem Problem besonders nah. Ein Polizist aus München hat auf dem Internetportal "Polizei Mensch" seine Gedanken zur Asylproblematik geäußert.

"Ich möchte vorab zum Verständnis erwähnen, dass ich Polizeibeamter einer großen Polizeidienststelle in München bin und daher sehr intensive berufliche Einblicke in die aktuelle Asylproblematik gewinnen durfte", schreibt der Polizist. Er sei der Meinung, dass Deutschland, völlig unabhängig von seiner Geschichte, in der Pflicht sei, Flüchtlinge aufzunehmen. Dazu brauche es eine Reform des Asylwesens. Wie er sich die vorstellt, erläutert der Polizist in mehreren Punkten.

"Der Kontakt zu uns Deutschen fehlt"

So erwähnt er beispielsweise denPunkt der Unterbringung: "Asylbewerber müssen dezentral untergebracht werden", fordert er. "Wenn die Flüchtlinge den ganzen Tag in teils menschenunwürdigen Großaufnahmeeinrichtungen aufeinander sitzen, kann Integration nicht funktionieren, weil der Kontakt zu uns Deutschen fehlt". Außerdem müssten die Asylbewerber zügig Deutsch lernen, da die Sprache der Schlüssel zur Integration sei. Ein Job gehöre auch dazu.

Auch das Problem "Wirtschaftsflüchtlinge" wird thematisiert. "Ein trauriger Punkt", wie der Polizist findet. "Das sind Menschen, die aus ihrer Heimat flüchten, weil sie dort nicht wissen, wie sie sich, ihre Familien, ihre Kinder am nächsten Tag ernähren sollen". Diese Leute würden genauso ums Überleben kämpfen, wie Menschen aus Kriegsgebieten, nur auf andere Weise. "Deshalb sind wir auch ihnen als reiches Land rein menschlich gesehen verpflichtet, zu helfen", findet der Polizist.

Doch er bleibt realistisch: Die Unterkünfte seien bereits restlos überfüllt, es sei nicht möglich, alle Ankommenden mit den aktuell verfügbaren Kapazitäten zu versorgen. Die Polizei sei an ihre Grenzen gelangt, sogar ehemalige Beamte müssten aushelfen. Die Konsequenz: Wirtschaftsflüchtlinge, die sowieso keine Chance auf Asyl hätten, sollten abgeschoben werden. So würden für die, die eine Chance auf Asyl haben, wieder Platz und Ressourcen geschaffen werden: "Lieber all denjenigen helfen, bei denen es die Gesetzeslage hergibt, als niemandem zu helfen, weil man sich übernimmt."

"Kriminelle müssen konsequent abgeschoben werden"

Doch er spricht sich nicht für eine bedingungslose Aufnahme aller Flüchtlinge aus: Kriminelle Asylbewerber müssten konsequent abgeschoben werden. "Bei denen, die abgeschoben werden sollen, rede ich hier von Körperverletzern, Vergewaltigern usw.…", konkretisiert er das Thema. "Und davon gibt's leider Gottes auch viele – bei weitem keine Einzelfälle".

Abschließend resümiert der Polizist: Wer sage, das Boot sei voll, der habe nicht verstanden, welche Möglichkeiten Deutschland mit seinem Reichtum habe. "Aber wir – und damit meine ich ganz besonders unsere Politiker – packen das Thema im Moment hinten und vorne falsch an", urteilt er. "Das Asylwesen, so wie es jetzt ist, ist zum Scheitern verurteilt – die Integration ist zum Scheitern verurteilt". Harte Worte, die aus dem Mund eines Experten jedoch plausibel klingen. Doch der Polizist findet auch lobende Worte, besonders für die Helfer am Münchner Hauptbahnhof. Das seien die Menschen, die die Welt verbessern könnten und armen Menschen Hoffnung geben würden.

sb

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