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Habeck nennt sie radikalisierte Minderheit: Letzte Generation macht die Grünen nervös

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Von: Georg Anastasiadis

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Robert Habeck (Grüne) geht deutlich auf Distanz zur „Letzten Generation“. Ein Kommentar von Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis.
Robert Habeck (Grüne) geht deutlich auf Distanz zur „Letzten Generation“. Ein Kommentar von Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis. © Michael Kappeler/dpa/Klaus Haag

Robert Habeck geht als Grünen-Chef auf Distanz zur „Letzten Generation“. Der radikale und rücksichtslose Protest der jungen Revoluzzer wird für die Öko-Partei zur ernsten Bedrohung, kommentiert Georg Anastasiadis.

Das Treiben der „letzten Generation“ bringt den Hormonhaushalt der Grünen durcheinander: Während es aus dem Realo-Ländle Baden-Württemberg schon früh Ermahnungen an die Adresse der zumeist jungen Revoluzzer hagelte, konnten in Berlin manche ihre romantischen Gefühle für die Klima-Aktivisten und ihren zivilen Ungehorsam kaum verbergen. Doch auch dort wirkte die Blockade des Berliner Flughafens durch Chaoten wie eine kalte Dusche. Der Ober-Grüne Robert Habeck hat sich nun zu einem Machtwort veranlasst gesehen: Für ihn sind die Weltuntergangspropheten eine „radikalisierte Minderheit“ – mehr Distanzierung geht kaum.

„Letzte Generation“ bringt die Grünen und gesamte Klimabewegung in Misskredit

In der grünen Partei werden die Chefs nervös: Zwar gehört die Bewirtschaftung der „German Angst“ vor Atom- und Klimatod zum Geschäftsmodell der Grünen, so wie die AfD mit der Angst vor Zuwanderung und Überfremdung punktet. Doch während die friedlichen „Fridays for Future“-Schülerproteste den Weg der Grünen zur Lifestyle- und Regierungspartei ebneten, bringt die „letzte Generation“ mit ihren von der Bevölkerung abgelehnten Methoden nun die gesamte Klimabewegung in Misskredit, und damit auch die Grünen. An den Umfragen ist das bereits ablesbar.

Auch Verfassungsschutzpräsident Thomas Haldenwang muss sich selbstkritisch fragen, ob er der „letzten Generation“ nicht etwas blauäugig einen Persilschein ausstellte, als er Extremismus-Vorwürfe gegen sie pauschal als „Unsinn“ abtat. Wer bedenkenlos Gefahren für Leib und Leben von Fluggästen in Kauf nimmt, wie es Aktivisten mit der Besetzung der Berliner Landebahn taten, woraufhin zahlreiche Flugkapitäne neue Airports ansteuern mussten, überschreitet die rote Linie, die radikalen von extremistischem Protest trennt. Der Verfassungsschutz hat nicht die Aufgabe, sich bei Regierenden lieb Kind zu machen und Nebelkerzen zu werfen. Er muss vielmehr genau hinsehen, wo die freiheitlich-demokratische Grundordnung in Frage gestellt wird.

Georg Anastasiadis

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