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„Jetzt stellt sich Orban auf Putins Seite“: Ungarn will russisches Gas in Rubel zahlen

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Von: Linus Prien

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Nachdem Russland bestätigt hatte, seine Gaslieferung an Polen und Bulgarien einzustellen, kündigte Ungarn an, in Zukunft russisches Gas in Rubel zu zahlen.

Budapest - Ungarn soll sich dazu bereiterklärt haben, russische Gas-Lieferungen in Rubel zu zahlen. Das sagte der ungarische Außenminister Péter Szijjártó gegenüber dem US-amerikanischen Nachrichtensender CNN: „Das machen wir nicht zum Spaß, wir haben uns diese Situation nicht ausgesucht“, erklärte Szijjártó. Er führte weiter aus, dass 85 Prozent der ungarischen Gasversorgung und 65 Prozent der ungarischen Ölversorgung aus Russland stammten. In den kommenden Jahren werde es für Ungarn keine Alternativen für die russischen Bodenschätze geben, sagte der Außenminister.

Ukraine-Krieg: Russland stellt Gaslieferungen für Polen und Bulgarien ein

Der russische Gazprom-Konzern hat den Stopp seiner Gaslieferungen nach Bulgarien und Polen bestätigt. Als Grund führte Gazprom an, dass die beiden EU-Mitgliedstaaten keine Zahlungen in Rubel geleistet hätten. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte vergangenen Monat angekündigt, dass Russland Zahlungen für Gaslieferungen nur noch in seiner Landeswährung akzeptieren werde. Ungarn fügt sich nun den russischen Forderungen.

Die EU-Kommissions-Präsidentin Ursula von der Leyen reagierte auf Russlands Entscheidung: „Die Europäer können darauf vertrauen, dass wir geschlossen und solidarisch mit den betroffenen Mitgliedstaaten sind“. Als Sanktion gegen Russland im eskalierten Ukraine-Konflikt strebt die EU-Kommission einen Importstopp für russisches Gas und Öl an. Bisher gibt es unter den EU-Staaten aber nicht die nötige Einstimmigkeit. Neben Deutschland und Österreich hat sich auch Ungarn gegen ein Gasembargo ausgesprochen.

Ukraine-Russland-News: Russische Gaslieferung – „Orbán stellt sich auf Putins Seite“

Ursula von der Leyen hatte zudem alle Mitgliedsländer davor gewarnt, Gaslieferungen, wie von Russland gefordert, in Rubel zu bezahlen. „Das wäre ein Verstoß gegen die Sanktionen“ der EU gegen Russland, sagte von der Leyen am Mittwoch in Brüssel. Die beteiligten Unternehmen müssten in diesem Fall mit Konsequenzen rechnen.

Die SPD-Politikerin und Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, Katarina Barley, äußerte sich bezüglich Ungarns Entscheidung via Twitter: „12 Jahre hat die EU Orbán gewähren lassen, als er Demokratie und Rechtsstaat in seinem Land zerstörte. Jetzt bekommt sie die Quittung. #Orbán stellt sich auf Putins Seite.“

Viktor Orbán und Wladimir Putin
Viktor Orbán und Wladimir Putin © Kremlin Pool via www.imago-images.de

Ukraine-Krieg: Trotz Lieferstopp fließt weiter russisches Gas durch Bulgarien

Trotz des Lieferstopps nach Bulgarien, verläuft die Weiterleitung des für Serbien und Ungarn bestimmten russischen Gases nach Angaben der Regierungen in Belgrad und Budapest bisher reibungslos. „Wir beziehen das Gas ordnungsgemäß in den vereinbarten Mengen über die Pipeline Balkan Stream“, teilte die serbische Energieministerin Zorana Mihajlovic am Mittwoch mit. Ähnlich äußerte sich Peter Szijjarto. „Die Lieferung des russischen Erdgases erfolgt reibungslos und vereinbarungsgemäß entlang der Strecke, die durch die Türkei, Bulgarien und Serbien führt“, sagte er der staatlichen Nachrichtenagentur MTI. (dpa/AFP/lp)

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