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Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) nach der Sitzung des Verteidigungsausschusses über das Gewehr G36 in Berlin.

Verteidigungsministerin zieht Konsequenzen nach Expertengutachten

Von der Leyen: "Keine Zukunft" für G36 Sturmgewehre

Berlin - Das Sturmgewehr G36 in seiner jetzigen Form hat ausgedient. Das kündigte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen am Mittwoch in Berlin an. Man arbeite mit Hochdruck an einem Ersatz.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen will die rund 167 000 G36-Sturmgewehre der Bundeswehr wegen massiver Probleme bei der Treffsicherheit ersetzen. Die Konsequenz aus einem Expertengutachten zu Präzisionsmängeln sei, „dass das G36, so wie es heute konstruiert ist, keine Zukunft in der Bundeswehr hat“, sagte die CDU-Politikerin am Mittwoch nach einer Sitzung des Bundestags-Verteidigungsausschussesin Berlin.

Sie schloss aber nicht aus, dass der Ersatz auch ein verändertes G36 sein kann. Es werde jetzt „mit Hochdruck an einem Ersatz“ für die Standardwaffe der Bundeswehr gearbeitet, betonte von der Leyen.

Die Opposition will zunächst noch keinen parlamentarischen Untersuchungsausschuss zu der Affäre einsetzen. Zunächst soll die Aufklärung im Verteidigungsausschuss fortgesetzt werden, hieß es nach der Sitzung. Linke und Grüne wollen auch den früheren Verteidigungsminister und heutigen Innenminister Thomas de Maizière befragen.

Erste Hinweise auf die Präzisionsprobleme bei dem Gewehr des Herstellers Heckler & Koch aus Baden-Württemberg gab es schon 2010. Schon im März 2012 wurden sie von der Rüstungsabteilung des Ministeriums als „erheblicher Mangel“ von „erheblicher Einsatzrelevanz“ eingestuft. Auch der damalige Minister de Maizière wusste zu diesem Zeitpunkt schon davon.

Heckler & Koch: Andere Kunden wegen G36-Problemen nicht zurückhaltend

Die Zweifel an der Treffsicherheit des Sturmgewehrs G36 haben sich nach Angaben des Herstellers Heckler & Koch noch nicht negativ auf andere Bestellungen ausgewirkt. „Ein Rückgang von Bestellungen anderer Kunden ist nicht zu verzeichnen“, erklärte die Firma am Mittwoch auf dpa-Anfrage in Oberndorf am Neckar.

dpa

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