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Seehofer und Schröder haben alle Fragen geklärt

"Alle Fragen ausgeräumt"

Seehofer und Söder: So lief die Aussprache

München - Nach den scharfen Angriffen von Ministerpräsident Horst Seehofer auf seinen Finanzminister Markus Söder haben sich die beiden CSU-Politiker zu einem Krisengespräch getroffen.

„Alle aufgeworfenen Fragen sind ausgeräumt“, hieß es am Freitag anschließend in einer Mitteilung der Staatskanzlei. „Beide werden auch in Zukunft für eine gute Entwicklung Bayerns eng zusammenarbeiten.“ Zu den Einzelheiten des „intensiven Gesprächs“ wurde allerdings Stillschweigen vereinbart. Der parteiinterne Druck auf Seehofer, das Gespräch mit Söder zu suchen, war in den vergangenen Tagen immer weiter gestiegen.

CSU-Fraktionschef Georg Schmid reagierte erleichtert. „Ich freue mich, dass der Ministerpräsident und der Finanzminister alle offenen Fragen untereinander geklärt haben. Das neue Jahr bringt große Herausforderungen - darum müssen wir alle Kräfte bündeln“, sagte er auf Anfrage. Schmid war zuletzt als Vermittler tätig gewesen.

Seehofer hatte Söder am Montag auf der CSU-Weihnachtsfeier für Journalisten scharf angegriffen - und wie alles an dem Abend zur Veröffentlichung freigegeben. Der Ministerpräsident bescheinigte seinem Minister unter anderem „charakterliche Schwächen“. Söder betreibe „zu viele Schmutzeleien“ und sei „von Ehrgeiz zerfressen“. Seehofer lästerte an dem Abend auch über andere CSU-Politiker - Söder ist aber der CSU-Spitzenpolitiker, der am meisten einstecken musste.

Mit seinen Attacken hatte Seehofer in der CSU Reaktionen von Fassungslosigkeit bis Empörung auslöst. Am Mittwoch und Donnerstag solidarisierten sich führende Kabinetts- und Fraktionsmitglieder im Landtag demonstrativ mit dem angegriffenen Minister. Auch Sozialministerin Christine Haderthauer und Innenminister Joachim Herrmann - Rivalen Söders in der Schar der CSU-Thronfolger - machten ihre Unterstützung deutlich, indem sie sich auf der Regierungsbank demonstrativ neben Söder setzten. Seehofer selbst war an den beiden Tagen nicht im Landtag, sondern unter anderem in Berlin.

Söder war sichtlich tief verletzt, kommentierte Seehofers Äußerungen aber diplomatisch: „Ich war nicht dabei“, sagte er am Mittwoch im Landtag. „Da müssen Sie ihn fragen. Ich konzentriere mich auf meine Arbeit - und ansonsten ist bald Weihnachten.“ Am Donnerstag dann sagte der Finanzminister in der abschließenden Haushaltsdebatte mit Blick auf Seehofers Kritik, er sei „von Ehrgeiz zerfressen“: „In der Tat: Ich habe einen großen Ehrgeiz. Und wissen Sie welchen? Dass es noch besser wird, meine sehr verehrten Damen und Herren.“ Die SPD legte Söder dennoch einen Rücktritt aus Selbstachtung nahe.

Seehofer hatte sich angesichts der massiven Kritik am Ende doch gesprächsbereit gezeigt. „Vier-Augen-Gespräche kündigt man nicht an, genauso wenig, wie man bestätigt, wann sie stattfinden und welchen Inhalts sie sind“, hatte es am Donnerstag in der CSU-Landesleitung geheißen - nachdem Seehofer zunächst gesagt hatte, er selbst müsse auch viel einstecken.

Auch der zeitliche Druck war hoch: Am kommenden Dienstag trifft sich das Kabinett zur letzten Sitzung des Jahres in Söders Heimatstadt Nürnberg. Geplant ist dort auch ein gemeinsamer vorweihnachtlicher Rundgang über den Christkindlesmarkt - das wäre ohne vorherige Aussprache schwierig geworden.

dpa

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