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Merkel-Parodist Lindner bei seiner Rede in Dingolfing. 

Politischer Aschermittwoch der FDP

Lindner über Jamaika-Verhandlungen: Beim nächsten Mal klappt‘s

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Was tun, wenn es Neuwahlen gibt? Welche Rolle will die FDP in der Opposition einnehmen? Bei seiner Rede in Daglfing lässt Parteichef Christian Lindner viele Fragen unbeantwortet. Dafür im Repertoire: Viele Sticherleien gegen die anderen Parteien.  

Dingolfing – Bevor der Parteichef die Bühne betritt, räumen ein paar FDP-Helfer das Stehpult weg. Soll schließlich schön locker zugehen, hier in der Stadthalle Dingolfing. Vorgestern sei er als Urlauber noch in der Wildnis Südafrikas gewesen, säuselt Christian Lindner zu Beginn. Aber diesen Auftritt hier in Niederbayern, nein, den habe er auf keinen Fall verpassen wollen.

Es folgt eine ordentliche Prise Selbstlob. Seine Partei habe das Comeback im Bundestag realisiert, die „Leerstelle in der politischen Mitte gefüllt“. Und überhaupt: Im Nachhinein hätte man die Jamaika-Sondierungen noch früher abbrechen müssen. Zwischen Union, Grünen und seiner Partei habe es von Anfang an nicht gepasst.

Auffällig ist, wie wenig Lindner auf die derzeitige Lage eingeht. Auch er weiß: Lehnt die SPD-Basis eine neue Große Koalition ab, stehen die Liberalen wieder unter Druck. Das Wort Neuwahlen, vor Kurzem noch inflationär gebraucht, lässt Lindner an diesem Tag nicht fallen. Auch zur Frage, wie die FDP ihre Oppositionsrolle im Bundestag ausfüllen will, sagt Lindner ziemlich genau nichts.

Sticheleien finden sich dennoch in seiner gut einstündigen Rede. Die Bundeskanzlerin? Eine verdiente Persönlichkeit, aber „die Methode Merkel ist an ein Ende gekommen“. Schwarz-Grün? Die Verbindung von Lakritze und Spinat. Und Markus Söder? Ein Hasenfuß mit Monarchen-Tendenz, der Themen wie die dritte Startbahn am Münchner Flughafen vor der bayerischen Landtagswahl bewusst offen lasse.

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Lindner-Rede: Vor allem die Christsozialen bekommen ihr Fett weg

Überhaupt, die CSU. Mehrmals attackiert Lindner die Christsozialen deutlich. Die Bildungspolitik etwa sei längst nicht so gut wie die bayerische Staatsregierung das gerne darstelle. Schließlich sinniert der FDP-Chef noch darüber, dass dem bayerischen Landtag eine „weltoffene Opposition“ gut zu Gesicht stünde. Spätestens da ist die Botschaft klar, die auch die Nachwuchs-Lindners von den Jungen Liberalen im Foyer propagieren: Wir biedern uns nicht an.

Lindners offiziell 600 Zuhörer goutieren, wie vehement er die Eigenständigkeit der Partei betont. Dennoch kommt nur selten richtige Stimmung auf. Dieser FDP-Aschermittwoch ist viel Stadthalle und wenig Bierzelt, viel Selbstvergewisserung und wenig Attacke. Lindner selbst befindet, angesichts der aufgeheizten politischen Situation sollten die demokratischen Parteien verbal abrüsten. Mit der AfD sei schließlich eine Partei mit völkischem Ansatz im Bundestag drittstärkste Kraft. Auch die Linkspartei wolle das politische System ändern, erklärt Lindner.

Der Rest ist die liberale Standard-Klaviatur. Steuerreform. Bürokratie-Abbau. Den Einzelnen stärken. Mut zu Reformen à la Macron in Frankreich (aber bitteschön ohne seine EU-Finanzpläne). Und so weiter. Am Ende geht der FDP-Chef erneut auf die von ihm abgebrochenen Jamaika-Verhandlungen ein. „In Berlin hat’s jetzt nicht geklappt“, sagt er. „Aber beim nächsten Mal arbeiten wir daran.“ 

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