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Theologin Käßmann empört über Lindner-Hochzeit: Kirche „zu billigen Eventlocations degradiert“

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Von: Hannes Niemeyer

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Christian Lindner und Franca Lehfeldt sind nun offiziell Mann und Frau. Die Hochzeit rief aber auch Kritik hervor. Theologin Margot Käßmann etwa äußerte sich deutlich.

Sylt - Die Traumhochzeit is durch! Christian Lindner und Franca Lehfeldt sind nach einem wahren Heiratsmarathon nun offiziell Mann und Frau. Nach der standesamtlichen Trauung am Donnerstag und einem Polterabend am Freitag folgte am Samstagnachmittag das kirchliche Ja-Wort. Anschließend wurde in der „Sansibar“ gefeiert.

Lindner-Hochzeit: Käßmann sauer über Sylt-Event

Eine echte Promi-Hochzeit eben, logisch, dass die viel Aufsehen erweckt. Besonders hohe Wellen schlug etwa die Anreise von CDU-Chef Friedrich Merz, der per Privatflieger nach Sylt kam - und selbst am Steuer saß. Bundeskanzler Olaf Scholz und weitere hochrangige Politiker kamen ebenfalls - eine echte Deluxe-Gästeliste hatten Lindner und Lehfeldt zusammengestellt.

Die Vermählung des FDP-Politikers und der Welt-Journalistin war aber schon vor Beginn der Trauung nicht gerade befreit von Kritik. Komikerin Ilka Bessin kritisierte die hohen Ausgaben, die von Staatsseite anfielen. Allgemein wurde häufig kritisch beäugt, ob ein derartiges Fest in der aktuell kritischen politischen Lage denn wirklich sein müsse. Und auch nach der großen Feierei nimmt der Unmut bei manchen wohl nicht ab. Die evangelische Theologin Margot Käßmann etwa äußerte sich am Sonntag wenig begeistert über das Event-Wochenende.

Auch kirchlich gaben sich Lindner und Lehfeldt das Ja-Wort. Margot Käßmann war davon wenig begeistert.
Auch kirchlich gaben sich Lindner und Lehfeldt das Ja-Wort. Margot Käßmann war davon wenig begeistert. © Axel Heimken / dpa

Kirche nur „eine Kulisse“? Käßmann sauer über Lindner-Trauung trotz Kirchenaustritt

In einem Gastbeitrag für die Bild am Sonntag kritisierte Käßmann, dass Lindner und Lehfeldt, die beide aus der Kirche ausgetreten sind, in einem christlichen Gottesdienst die Ehe schließen dürfen. „Weshalb wünschen zwei Menschen eine kirchliche Trauung, die bewusst aus der Kirche ausgetreten sind, ja öffentlich erklärt haben, dass sie sich nicht als Christen verstehen?“, so Käßmann in der Bild.

Zum Hintergrund: Möglich gemacht wurde die Trauung in der Kirche St. Severin auf Sylt, da die Eheschließung offiziell nicht christlichen Gottesdienst, sondern als „Segnungsgottesdienst“ eingestuft wurde, berichtet t-online.de unter Bezug auf eine Pastorin des Kirchenkreises Nordfriesland.

Für Käßmann stehe daher fest: „Hier ging es nicht um christlichen Inhalt, sondern um eine Kulisse“. Eine mögliche Rechtslücke, die die Bedingung, dass mindestens ein Ehepartner Kirchenmitglied sein muss, umgeht, müsse schnellstmöglich geschlossen werden. „Sonst degradieren wir unsere traditionellen Räume, in denen Christen Gott die Ehre geben, zu billigen Eventlocations“, schließt Käßmann in der Bild am Sonntag.

Ein bildschönes Fest war es allerdings trotzdem. Und möglicherweise wurde die Lindner-Hochzeit sogar von Bastian Schweinsteiger beeinflusst. (han)

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