1. Startseite
  2. Politik

Porsche-Gemauschel mit Christian Lindner? Lobbyinteressen sollen Koalitionsvertrag mitgeprägt haben

Erstellt:

Von: Anna Lorenz

Kommentare

„Die Anstalt“ schlägt hohe Wellen: Christian Lindner verteidigte sich erneut gegen den Vorwurf der Satiriker, er habe Interessen von Autobauer Porsche in den aktuellen Koalitionsvertrag miteinfliessen lassen.

Berlin – Der Fall Fynn Kliemann zeigt: Satire wird zunehmend investigativ. Dem muss sich nun auch Bundesfinanzminister Christian Lindner bewusst werden, erhebt die ZDF-Sendung „Die Anstalt“ doch den schwerwiegenden Vorwurf gegen den FDP-Politiker, im Zuge der Koalitionsverhandlungen 2021 Lobbyarbeit für Porsche betrieben zu haben.

Lindner als Lobbyist? ZDF-Sendung „Die Anstalt“ wirft FDP-Politiker Interessenvertretung für Porsche vor

Am 19. Juli 2022 hielt Kabarettist Max Uthoff im Zuge seines Auftritts im ZDF-Satire-Magazin „Die Anstalt“ einen Schmährede auf Christian Linder. Der Vorwurf: Lindner soll bei der Regierungsbildung von Autobauer Porsche dahingehend beeinflusst worden sein, sich in dessen Interesse dafür eingesetzt zu haben, sogenannte E-Fuels in den Koalitionsvertrag mit aufzunehmen. Tatsächlich fanden die synthetischen Kraftstoffe, die mittels Strom aus Wasser und Kohlenstoffdioxid hergestellt werden, Eingang in die Vereinbarung. Dort heißt es, die Ampel-Koalition setze sich „dafür ein, dass nachweisbar nur mit E-Fuels betankbare Fahrzeuge neu zugelassen werden können“ und nicht von dem, vom EU-Parlament beschlossenen Verbot des Verkaufs von Neuwagen mit Verbrennungsmotor ab 2035 betroffen sein sollen.

„Die Anstalt“ zitierte nun ein Statement des Porsche-Vorstandsvorsitzenden Oliver Blume, das dieser bei einer Betriebsversammlung Ende Juni 2022 gegenüber Mitarbeitern abgegeben haben soll. „Wir haben sehr großen Anteil, dass die E-Fuels in den Koalitionsvertrag mit eingeflossen sind“, soll Blume gesagt haben, „Da sind wir ein Haupttreiber gewesen, mit ganz engem Kontakt an die Koalitionsparteien.“ Insbesondere der jetzige Bundesfinanzminister soll hierbei eine entscheidende Rolle gespielt haben. „Der Christian Lindner hat mich in den letzten Tagen fast stündlich auf dem Laufenden gehalten.“

Porsche-Gemauschel bei der FDP? Linder: „Mein Position ist seit Jahren bekannt“

Bundesfinanzminister Christian Lindner äußerte sich gegenüber den Sendern RTL/ntv am Dienstag, 26. Juli 2022, zu den Vorwürfen dergestalt, „[s]eine Position zu den sogenannten synthetischen Kraftstoffen, also klimafreundlichen Flüssigtreibstoffen im Verbrennungsmotor [sei] seit Jahren bekannt“. Allerdings bestätigte er, dass es „ein Telefonat mit Herrn Blume im Oktober 2021“ gegeben habe. Ein Porsche-Sprecher hingegen hatte den fraglichen Austausch am Freitag, 22. Juli 2022, dementiert; Gespräche habe es „so nicht gegeben“. Am folgenden Wochenende hatte sich Blume Bild am Sonntag gegenüber auch persönlich entschuldigt. Lindner betonte nun, es habe zwar „ein einziges Telefonat mit Herrn Blume“ gegeben, der Porsche-Chef sei jedoch auch mit den Grünen in Austausch gestanden. (askl)

Auch interessant

Kommentare