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Lindner spricht sich für Rücknahme des Fracking-Verbots und längere Akw-Laufzeiten aus

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Christian Lindner
Christian Lindner © IMAGO/Chris Emil Janssen

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner hält Fracking zur Förderung von Gasreserven in der aktuellen Situation für verantwortbar.

Berlin in Deutschland - Lindner warb am Mittwoch dafür, "nach Lagerstätten von eigenen Gas- und Ölvorkommen in Europa" zu suchen. Erdgasgewinnung durch "Fracking überall" sei in Deutschland zwar keine Option, sagte Lindner dem Portal "ntv.de". Aber es sei "sinnvoll und machbar", Vorkommen in der Nordsee zu nutzen.

Der Bundesfinanzminister fügte hinzu: "Auch an Land wird es Situationen geben, wo die Nutzung unkonventioneller Gasvorkommen verantwortbar ist."

Beim Fracking wird in Erdschichten enthaltenes Erdgas mit Chemikalien und Druck extrahiert. Seit 2017 ist hierzulande die Ausbeutung von Gasvorkommen in Schiefer- und Kohleflözschichten verboten, weil dies als Gefährdung unter anderem für das Grundwasser gilt. Insbesondere in den USA wird die Methode intensiv eingesetzt, was zu einem massiven Anstieg der dortigen Gasförderung geführt hat. Auch dort wird Fracking wegen der Umweltrisiken allerdings zunehmend kontrovers diskutiert.

Lindner plädierte zudem für eine Verlängerung der Laufzeiten der drei noch am Netz befindlichen Atomkraftwerke. "Wir sollten in dieser Notsituation nicht zu wählerisch sein", sagte er. Langfristig sei Kernkraft keine wirtschaftlich sinnvolle Option. "In der kurz- und mittelfristigen Perspektive gehört eine befristete Laufzeitverlängerung aber ernsthaft auf den Tisch." cha/pw

Bundeswirtschaftsministerium bezeichnet fehlende Turbine in "Nordstream 1" als "Vorwand"

Die Bundesregierung hat die russische Begründung für die Unterbrechung der Gaslieferungen angezweifelt. Dass der Lieferstopp an einer fehlenden Turbine liege, sei ein "Vorwand der russischen Seite", sagte eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums am Mittwoch in Berlin.

Es habe keinen technischen Grund dafür gegeben, die Lieferung auf 40 Prozent zu reduzieren, sagte sie. Für diese Lieferung sei diese Turbine nicht notwendig gewesen. Auch gebe es keinen Anhaltspunkt dafür, dass die Turbine nun unmittelbar gebraucht werde.

Sie gehe davon aus, dass nach der Überprüfung der Pipeline das Gas wieder in vollem Umfang fließen werde, sagte die Sprecherin. Gazprom sei vertraglich zur Lieferung von Gas verpflichtet, ergänzte die stellvertretende Regierungssprecherin Christiane Hoffmann.

Nach Deutschland fließt seit dem 11. Juli kaum noch russisches Gas, weil die Ostsee-Pipeline Nord Stream 1 wegen Wartungsarbeiten außer Betrieb ist. Es wird befürchtet, dass Gazprom auch nach Beendigung der Arbeiten, deren Dauer Berlin mit etwa zehn Tagen veranschlagt, den Gashahn geschlossen halten könnte.

Russlands Präsident Wladimir Putin erklärte am Dienstag, dass Gazprom seine Verpflichtungen "in vollem Umfang" erfüllen werde. Zugleich drohte er aber mit einer weiteren Drosselung der Lieferungen: Sollte die Turbine nicht in Russland eintreffen, könnten nur noch 30 Millionen Kubikmeter Gas pro Tag geliefert werden, sagte Putin. ald/pw

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